Tagesarchiv für 12. Februar 2018

RTZapper

Das Ding des Jahres

Montag, den 12. Februar 2018
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FR 09.02.2018 | 20.15 Uhr | ProSieben

“Das Ding des Jahres” sollte das Ding des Jahres werden. Nämlich das Comeback von Stefan Raab. Nachdem er im Dezember 2015 letztmals im Fernsehen zu sehen war, war lange nichts von ihm zu hören. Nun ist er Produzent einer neuen Show auf ProSieben, und allein deshalb war die ganze Branche schon total aufgeregt.

Früher war Stefan Raab derjenige, der große Shows erfunden hat, der frischen Wind ins Fernsehen brachte, der nie Dagewesenes vollführte. Die Betonung liegt auf: “früher” und “war”.
“Das Ding des Jahres” hat sich leider als sehr laues Lüftchen rausgestellt. Nicht nur, dass die Show sehr an “Die Höhle der Löwen” bei VOX erinnert. Tüftler stellen ihre Erfindungen vor, und eine Jury sagt was dazu.
Eine komplette Kopie ist die ProSieben-Version natürlich nicht. Denn die Jury darf zwar was sagen, aber letztlich entscheidet das Publikum, welches “Ding” weiter kommt – und ganz am Ende winkt dem “Ding des Jahres” ein Werbedeal mit ProSieben.

Doch leider hat das alles viel zu zäh. Tüftler erzählen, die Jury schaut sich’s an und sagt was. Dann kommt der nächste Erfinder – kurz: Es passiert irgendwie nichts wirklich Spannendes. Auf mehr als drei Stunden ist das alles aufgeblasen, aber dafür fehlt ganz eindeutig ein Spannungsbogen – so dass man zwischendurch gern mal ein bisschen einschlummern kann.
Nein, dieses Raab-Baby ist definitiv kein Jahresding.

RT im Kino

Three Billboards outside Ebbing, Missouri

Montag, den 12. Februar 2018

Mildred Hayes (Frances McDormand) ist sauer: Der Mord an ihrer Tochter ist auch nach fast einem Jahr nicht aufgeklärt. Sie glaubt, dass die Polizei die Ermittlungen verschleppt und sich nicht um Aufklärung bemüht.
Sie mietet drei riesige Werbetafeln an, die sich an einer verlassenen Straße am Rand von Ebbing, Missouri, befinden. Darauf befindet sich eine Botschaft an Polizeichef William Willoughby (Woody Harrelson) – oder eher eine provokante Frage. Damit sorgt sie für Aufsehen und für Streit.
Denn genauso unerbittlich wie Mildred ist, ist es auch der junge Polizist Jason Dixon (Sam Rockwell). Und so schaukelt sich die Situation mehr und mehr hoch.

Für deutsche Verhältnisse ist der Filmtitel sehr sperrig. “Three Billboards outside Ebbing, Missouri” heißt der Film von Martin McDonagh. Das ist auch deshalb etwas befremdlich, weil auch im Film immer von “Billboards” die Rede ist – ein Wort, das hierzulande nicht gebräuchlich ist.
Der Film erzählt von einer verzweifelten Mutter, die endlich wissen will, wer ihre Tochter auf dem Gewissen hat. Aber auch von ihrer Skrupellosigkeit. Und andererseits auch davon, welchen Zwängen die Gegenseite ausgesetzt ist – und dass die Ermittlungen von Mordfällen oft länger dauern. Für beide Seiten will dieser Film Verständnis machen. Dafür, immer beide Seiten zu betrachten. Immer und überall lauern Schicksale.
Frances McDormand spielt die scheinbar gefühlskalt gewordene Frau ganz hervorragend. Ein Mensch, dessen weicher Kern wieder hervor gegraben werden muss.

Three Billboards outside Ebbing, Missouri
USA 2017, Regie: Martin McDonagh
Fox, 116 Minuten, ab 12
7/10

ORA aktuell

Oranienburger Brandserie: Jugendliche gestehen

Montag, den 12. Februar 2018

Ein 13-Jähriger und ein 17-Jähriger haben 17 Brandstiftungen in Oranienburg zugegeben. Das teilte die Polizei am Sonntag mit.
Alle Brände fanden seit November 2017 auf dem ehemaligen Flugplatzgelände statt.

Auslöser des Fahndungserfolges war ein Feuer am Freitagnachmittag, ein leerstehendes, 5 mal 20 Meter großes Haus brannte. Schon im Dezember waren die Jungen ins Visier der Polizei geraten. Die Kripo ermittelt weiter.

RTelenovela

Frohes Berlinale-Fest!

Montag, den 12. Februar 2018
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Berlin bereitet sich auf die Berlinale vor. Im Quartier am Potsdamer Platz werden schon die Bühnen aufgebaut, die Flächen für den Roten Teppich, und irgendwie merkt man: Der Countdown läuft.

Ich weiß ja nicht genau, ob sich Weihnachtsbeleuchtung auch als Berlinale-Schmuck eignet. Aber irgendwer muss vergessen haben, den kompletten Weihnachtskram abzubauen. In den Bäumen sind immer noch die Schneeflocken, die allerdings nicht eingeschaltet sind. Okay, es ist immer noch Winter – aber irgendwie sieht’s doch eher nach Weihnachten aus. In der Voxstraße sind die Laternen noch voll mit der Weihnachtsbeleuchtung, die man auch nicht als Winterlichter abtun könnte.
Vielleicht lässt man ja absichtlich alles hängen, damit man es im November nicht wieder dranbammeln muss. Einen merkwürdigen Eindruck macht das alles aber dennoch.

RTZapper

zibb: Kremmen

Montag, den 12. Februar 2018
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FR 09.02.2018 | 18.30 Uhr | rbb

Ach, herrlich, diese kleine schrullige Kleinstadt. Eigentlich ja ein Dorf. Nüscht ist da los, gar nüscht. Aber irgendwie muss ja trotzdem eine Reportage fertig werden.

Im Vorabendmagazin “zibb” im rbb gibt es eine Rubrik, in der es darum geht zu zeigen, welche Orte sich hinter Autobahnabfahrten verbirgen. Und Kremmen an der A24 kenne ja man nur aus den Stau- und Blitzermeldungen, sagen die beiden Moderatoren zu Beginn.
Ein Reporter fuhr also nach Kremmen rein – und fand das Nichts.
Niemand da im Scheunenviertel. Niemand da in der Altstadt. Es hätte sicherlich Orte gegeben, wo man jemanden angetroffen hätte, aber das wäre ja nicht so schrullig gewesen.

In der Altstadt fand das Team dann aber doch jemanden. Eine alte Frau verteilte ein Magazin in die Briefkästen rund um die Kirche. In der ersten Sequenz sieht man sie über ein Gitter klettern, und es sieht ein bisschen unbeholfen aus. Später erzählt die Frau, und immer wieder scheint sie verwirrt von der Fernsehtechnik. Und die Dohlen fliegen um die Kirche.
Das ist irgendwie nett, vielleicht ein bisschen lustig. Und schrullig. Der Beitrag ist haarscharf davor, sich über diese Frau lustig zu machen. Die nicht genau weiß, was eigentlich im Magazin steht, die immer mal wieder fragt, wo sie denn hingehen und -gucken müsse.
Ob man sich da beim Schnitt juchzend auf die Schenkel geschlagen hat?

Was genau will uns der rbb eigentlich mit so einem Beitrag sagen? Wenn es darum ging zu zeigen, was da abseits der Autobahn zu sehen ist, dann hat man sich null Mühe gegeben. Die Idee ist ja nett, aber man muss ja beim rbb nicht so tun, als sei man noch nie in der Stadt gewesen. Wenn es aktuell nichts zu sehen gibt, könnte man ja mal kurz ins Archiv greifen.
So aber wirkte diese rbb-Reportage wie gewollt und kaum gekonnt. Die Reporter aus der Großstadt kommen in die Kleinstadt und sagen uns, wie öde sie ist und wie lustig die Leute da sind. Ist irgendwie nicht so cool. Und eigentlich kann der rbb das besser – im “Landschleicher”, der scheinbar dasselbe Prinzip hat, aber weitaus liebevoller ist.