Tagesarchiv für 6. Februar 2018

RTelenovela

Vermisst: Schnee

Dienstag, den 6. Februar 2018
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Wann wird’s mal endlich wieder Winter? Ich könnte die Frage noch präzisieren: In Oranienburg? Am Sonntag sah ich wunderschöne Schneebilder aus vielen Regionen Deutschlands. Auf Instagram posteten zig Leute, denen ich folge, herrliche Winterfotos. Auch aus Fürstenberg. Der Marktplatz ganz in Weiß. So weit weg ist der Winter also nicht.

Und auch die Schneeräumer scheinen so langsam nervös zu werden.
Am Montagfrüh gegen 4.30 Uhr – der SuperBowl war gerade entschieden – hörte ich von draußen das bekannte Geräusch der Schneemaschinen, dazu die orangenen Rundumleuchten.
Doch der Blick aus dem Fenster war erstens ernüchternd – immer noch kein Schnee – und zweitens merkwürdig: Denn das Räumfahrzeug fuhr langsam durch meine Straße, und irgendwie machte es den Eindruck, als suche der Fahrer nach Schnee, den er wegräumen konnte. Oder nach Eisflächen, die hätten gestreut werden müssen. Doch da war in unserem Wohnviertel leider gar nichts zu holen.
Aber vielleicht lag ja irgendwo anders in Oranienburg ein halber Millimeter Schnee, und das Räumfahrzeug ist nicht ganz umsonst durch die Stadt gerollt.

RT liest

Rike Wolf / Tom Wolf: 111 Orte in Brandenburg, die man gesehen haben muss

Dienstag, den 6. Februar 2018
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Listen und Sammlungen in Buchform erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Rike und Tom Wolf sagen von sich, dass sie das Original liefern. Im Emons-Verlag erscheinen die “111 Orte in xy, die man gesehen haben muss”.
Auch aus Brandenburg. Wobei sich in dieser Auflistung zeigt, dass die Autoren es scheinbar schwer hatten, wirklich 111 spannende Orte in Brandenburg zu finden.

Aber es gibt sie, die interessanten Orte: Da gibt es den Mittelpunkt der DDR in Weitzgrund, die Beelitzer Heilstätten, das Eberwalder Ei, den Oderturm in Frankfurt (Oder), den dunkelsten Ort in Deutschland oder das Spreewalddorf Lehde. Dann doch spannend ist, cdass die Autoren die sowieso schon bekannten Sehenswürdigkeiten fast komplett weglassen – was dazu führt, dass selbst Brandenburger in diesem Buch viel Neues kennenlernen.
Andererseits wird aber auch eine Holperstraße bei Göhlen ernsthaft als Must-See bezeichnet oder ziemlich spöttisch über ein DDR-Museum geschrieben. Oder im Fall des Scheunenviertels in Kremmen bleibt das kleine, dortige Theater unerwähnt.

Sowohl für Brandenburger als auch für Touristen bietet das Buch sicherlich einige Ansatzpunkte für Trips durch das Land. Mehr kann man eigentlich nicht verlangen. Kleine Anregung: Auf jeder Seite sollte eine kleine Brandenburg-Karte stehen mit einem kleinen Ortungspunkt.

Rike Wolf / Tom Wolf: 111 Orte in Brandenburg, die man gesehen haben muss
Emons, 240 Seiten
7/10

RT im Kino

Beach Rats

Dienstag, den 6. Februar 2018

Auf dem Computerbildschirm sind wartende Männer zu sehen. Immer andere. Zapp, zapp. Und alle warten, dass da jemand ist. Der ihnen zuschaut. Einer wie Frankie (Harris Dickinson). Worauf er denn stehe, fragt einer der Männer dann im Videochat. Frankie weiß es nicht, sagt er. Aber stimmt das auch? Eigentlich weiß Frankie, worauf er steht. Auf Männer. Aber eingestehen kann er es sich nicht. Nicht vor seinen Eltern, nicht vor seinen Freunden. Von seinem ersten Mal, irgendwo in den Dünen, abseits von Brooklyn, darf dementsprechend auch keiner wissen.
Vor seinen Freunden prahlt er unterdessen von Simone (Madeline Weinstein). Dabei hat der Sex mit ihr erst im zweiten Anlauf funktioniert.
Nachdem Frankies Vater stirbt, gerät der junge Mann in einen Lügen-Strudel, der ihm zu entgleiten droht.

In “Beach Rats” von Eliza Hittman geht es um Selbstverleugnung. Handeln Filme in dieser Kategorie normalerweise davon, wie solche Jugendlichen doch noch einen Ausweg finden, scheint das hier ganz anders zu sein. Und das sorgt wahlweise für Irritation und mitunter echtem Ärger. Denn im Film baut Frabkie vor lauter Angst irgendwann handfesten, dummen Mist. Immer wieder denkt man als Zuschauer, jetzt möge etwas passieren, dass bei dem Jungen irgendein Effekt einsetzt – aber Erkenntnisse und Taten bleiben aus. Die Regisseurin und Autorin des Filmes macht das mit Absicht – und es ist verstörend. Schließlich wird man als Zuschauer irgendwie mit dem ganzen Mist, den Frankie baut allein gelassen. Das Ende ist geradezu ärgerlich offen und nichtssagend. Das heißt – es sagt doch etwas, aber da möchte man einfach nur fluchen.
Das macht ein Urteil über diesen Film schwer. Weil die Filmemacher vollkommen abseits des Mainstreams ihre Geschichte irgendwann einfach den Cut gibt. Scheinbar mittendrin. Das ist unbefriedigend.
Dennoch ist “Beach Rats” wegen der tollen Schauspieler sehenswert. Kamerafrau Hélène Louvart hat Spaß daran, die Männerkörper in Szene zu setzen. Hauptdarsteller Harris Dickinson spielt fesselnd diesen Jungen, der mit sich einfach nicht klarzukommen scheint.

Beach Rats
USA 2017, Regie: Eliza Hittman
Salzgeber, 98 Minuten, ab 16
5/10

RTZapper

Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! Die Stunde danach: Finale 2018

Dienstag, den 6. Februar 2018
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SA 03.02.2018 | 0.40 Uhr (So.) | RTLplus

Das RTL-Dschungelcamp hat in diesem Jahr so richtig aufgedreht, wenn es eigentlich schon zu Ende war – nämlich bei RTLplus. Nahtlos konnten die Fans erstmals von RTL zum kleinen Ableger schalten. Dort meldeten sich Moderatorin Angela Finger-Erben jeden Tag mit drei Gästen, die allermeistens auch schon im Dschungel waren.
Das ist an sich noch nicht sehr originell, zumal es, anders als vorher versprochen, keine exklusiven Einblicke ins Camp gab – und Live-Schalten ins Camp schon gar nicht.
Dennoch hat sich die Sendung gelohnt und Spaß gemacht.

Denn in “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! Die Stunde danach” wurde ordentlich gelästert. Da durfte Desiree Nick sagen, dass sie die Camper langweilig findet und dass schlecht zusammengecastet worden sind. Ex-Camper wie Julian F.M. Stöckel oder Ross Antony machten sich über die aktuellen, ähm, Stars im Dschungel lustig – oder nahmen sich wahlweise selbst oder gegenseitig auf die Schippe.
Es war kein anspruchsvolles Fernsehen, für Fans aber allemal kurzweilig. Denn RTLplus lieferte keine Drögen Zusammenfassungen, sondern ergänzte das eigentliche Spektakel. Und sorgte nebenbei übrigens auch für den Beweis, wie schön es ist, solche Sendungen tatsächlich live zu produzieren und einfach mal laufen zu lassen, egal wie abgedreht das ist, was da gerade passiert – egal, welche bitteren Wahrheiten eventuell angesprochen werden. Rausgeschnitten werden konnte nichts, und das war gut so.
Bitte 2019 wieder!