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Hinten rein zur Grünen Woche

Grüne Woche 2018 in Berlin, und alles war diesmal ein bisschen anders.
Normalerweise ist alles dufte. Der Shuttlebus fährt vom Olympiastadion zur Masurenallee, da ist dann der Haupteingang, eine Halle weiter ist der Pressecounter, wir gehen rein und sind als erstes in der Brandenburghalle.
Diesmal rollte der Bus aber zur Jafféstraße und über eine Baustelle. Am Rande der Messe Berlin wird gebuddelt, anscheinend werden mehrere neue Hallen gebaut.
Der Bus hält irgendwo abseits auch vom hinteren Haupteingang. Stattdessen ist im Nirgendwo ein Container aufgebaut, wo man die Tickets kaufen kann. Einen Pressecounter sucht man aber vergebens.
Geht man dann weiter, läuft man zwischen Bauzäunen entlang über einen Nebeneingang zur Halle 25/26 – wo irgendwelcher Gartenkram gezeigt wird.

Und dann steht man erst mal da, und man überlegt, wo wir denn nun eigentlich hinmüssen, um zu den interessanten Hallen zu gelangen. Hinzu kommt nämlich, dass sich dieser Eingang buchstäblich im letzten Winkel der Messe befindet. Viele Menschen verirren sich in die Halle 26, die aber eine komplette Sackgasse ist, überall murmeln die Leute, dass sie da ja eigentlich gar nicht hinwollten und nun überlegen, wie man eigentlich da weg kommt.
Als wir dann doch einen Übergang fanden, standen wir plötzlich in einer Pferdehalle mit einem riesigen Parcours-Gelände. Nur über eine schmale Holzbrücke mit vielen Stufen ging es weiter zu den anderen Hallen.

Ein mieser Transfer zu einem ungünstigen Messestandort, eine schlechte Beschilderung, lange Wege. Die Grüne Woche 2018 begann nicht nur für uns ziemlich ärgerlich.

Es heißt ja immer, dass man früher auf der Grünen Woche viel mehr kostenlos bekam, und das stimmt auch wirklich. Um so spannender ist es, zu beobachten, wie sich die Leute auf alles Kostenlose stürzen.
In der Brandenburghalle gab es an einem Stand kleine Weißbrothäppchen (wirklich Mini) mit einem weißen Zeug drauf – Meerettich. Das wussten viele nicht, trotzdem stürzten sie sich drauf. Um dann festzustellen: ganz schön scharf! Uuuh, richtig scharf!
In einer anderen Halle schnitt eine junge Frau Birnen auf – die besten in Europa. Oder so. Sie schnitt die Birne in kleine Streifen und verteilte sie. Das kam gut an. Ein Mann kam und fragte, ob er denn die halbe Birne haben könne, die da noch liege. Die Frau verneinte, die würde sie ja auch noch in Streifen schneiden, meinte sie betont freundlich.

Die Holländer hatten eine wahnsinnig schöne Tulpenwiese – da muss man dann auch gar nicht mehr in die eigentliche Blumenhalle. Am Stand des Ernährungsministeriums gab’s tolle Live-Musik. Ebenso in Bulgarien – da gab es eine Performance mit verschiedenen Dudelsäcken.
So gibt es überall etwas zu entdecken, und das macht die Grüne Woche aus.
2019 wieder, und dann hoffentlich nicht wieder hinten rein.

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