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Aggressives Pulverfass

In Lünen hat ein 15-Jähriger einen anderen 15-Jährigen in den Hals gestochen. Angeblich weil er der andere dessen Mutter provozierend angeguckt hat.
Genau, er hat geguckt.
Aber so läuft das heute offenbar: Guckt man einen anderen aus welchem Grund auch immer, scharf an, dann ist das Echo meist höchst unerfreulich. Dann wird gleich gepöbelt, im schlimmsten Fall geprügelt.

In Oranienburg ist ein 15-Jähriger zusammengeschlagen worden, eine Gruppe trat dann auf ihn ein. Angeblich, weil er jemanden angesprochen hat, weil er von dessen Fahrradlicht geblendet worden ist.
Neulich gab es auf der Oranienburger Schulstraße mal wieder lautstarken Zoff. Ein Fußgänger sprach einen jungen Autofahrer an, weil er auf dem Gehweg parkte. Der Gehwegparker wurde darauf laut und extrem aggressiv. Wie man es denn wagen könne, ihn anzusprechen. Ich muss nicht mal das Fenster aufmachen, ich konnte auch so alles hören.

Immer wieder hört man davon. Leute fühlen sich gestört, wenn man sie auf etwas hinweist, wenn man sie in ihrer Welt stört. Dann ist die Freundlichkeit im Eimer, und man muss Angst haben, verprügelt zu werden.
Es herrscht immer öfter eine große Aggressivität, es scheint, als ob viele Menschen ein so großes Stress- und Frustlevel haben, dass sie ein Pulverfass sind. Dass im Gegenzug immer mehr Menschen in solchen Situationen nicht mehr eingreifen wollen, kann da nicht verwundern. Ein Teufelskreis.

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2 Kommentare zu “Aggressives Pulverfass”

  1. ThomasS

    Ich glaube nicht, dass es der Regelfall ist, dass heutzutage Leute grundsätzlich mit Aggressions-Exzessen reagieren, wenn sie auf irgendein Fehlverhalten hinweist. Es landen halt bloß die Extremfälle in den Medien, so dass dieser Eindruck entstehen könnte. Daran sind aber auch die Medien nicht unschuldig.

  2. RT

    Nein, der Regelfall nicht. Aber es ist öfter als früher. Ist auch mein persönlicher Eindruck bei dem, was ich so erlebe.

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