Tagesarchiv für 21. Januar 2018

KeineWochenShow

#55 – Das ganze Bild

Sonntag, den 21. Januar 2018
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Das Interesse an unserem Interview mit Oranienburgs Ex-Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke war groß: Wir hatten damit in der ersten Woche nach Erscheinen von KeineWochenShow #54 mehr als dreieinhalbmal so viele Klicks wie bei einer regulären Folge.

Ausgabe #55 ist nun wieder eine reguläre Folge. Diesmal geht es um die Diskussionen um die KiKA-Doku “Malvina, Diaa und die Liebe” und die “Islam”-Folge der Lindenstraße von 2006. AfD und andere besorgte Bürger halten beides für Propaganda, und in beiden Fällen ist das blanker Unsinn – man muss sich nur das ganze Bild machen, um sich ein vernünftiges Urteil zu bilden und nicht anhand von Gehörtem oder Ausschnitten urteilen.

Außerdem sprechen wir darüber, wie es Air Berlin gelingt, auf eine gewisser Art und Weise doch noch im Geschäft zu sein. Es geht um die neue Friseur von Prinz William, um das Comeback der “Gilmore Girls” und um Aufgewärmtes im rbb. Dazu probiert MetalMewes abgelaufenes indisches Bier. Prost!

KeineWochenShow #55 gibt es auf Youtube!

RT im Kino

The Commuter

Sonntag, den 21. Januar 2018

Man könnte sagen: Michael MacCauley (Liam Neeson) erlebt nicht gerade seinen besten Tag. Seit zehn Jahren pendelt er jeden Morgen aus einem Vorort mit dem Zug rein nach New York. Heute wohl zum letzten Mal: Ihm wird gekündigt.
Verwirrt, traurig und frustriert macht er sich auf den Weg nach Hause.
Wieder im Zug trifft er auf eine fremde Frau (Vera Farmiga). Sie kommen ins Gespräch, und sie teilt ihm Unglaubliches mit. Sie verspricht ihm 100.000 Dollar. Dafür muss er einen bestimmten Menschen im Zug finden. Jemanden, der nicht in diesen Zug passt, der nicht zu den täglichen Pendlern gehört. An einem bestimmten Bahnhof steigt der Mensch aus, und er hat etwas Wichtig-Wertvolles in einer Tasche dabei. Gelingt Michael die Suche nicht, dann geht es seiner Familie an den Kragen.

In “The Commuter” geht es um gleich mehrere Rätsel. Wen soll Michael im Zug finden? Und was hat es mit dieser zu findenden Person auf sich? Und wer erpresst Michael eigentlich wirklich? Das macht diesen Film von Jaume Collet-Serra geheimnisvoll und immerhin nicht langweilig. Der Auftakt ist flott gemacht, in dem gezeigt wird, wie Michael täglich als Pendler den Zug nimmt. Durch geschickte Schnitte werden mehrere Morgenabläufe ineinander verwoben.
Die Spannung macht sich der Film aber leider im letzten Drittel selbst kaputt. Denn da gibt es einige völlig übertriebene und irgendwie auch überflüssige Actionsequenzen. Nun geht es in solchen Filmen selten um völlige Wahrhaftigkeit – aber einige Wendungen sind einfach zu irre, als dass man sie dem Film abkaufen will. Und, nein, es gibt wirklich keine Zugscheiben, und keine Waggon-Verglasungen die dadurch komplett kaputt gehen, dass man mit dem Kopf dranstößt. Auch machen die Kampfszenen stellenweise den Eindruck, als seien sie durch (nicht ganz so gelungene) Tricktechnik aufgemöbelt worden.
Auch eine Szene, die ganz am Schluss noch angefügt ist, irritiert eher.
So bleibt schließlich die Erkenntnis, dass “The Commuter” zwar unterhaltsam, in einigen Phasen aber doch ziemlich blödsinnig ist.

The Commuter
USA 2017, Regie: Jaume Collet-Serra
Studiocanal, 105 Minuten, ab 12
6/10

RTZapper

rbb spezial: Sturmtief “Friederike” in Berlin und Brandenburg

Sonntag, den 21. Januar 2018
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DO 18.01.2018 | 20.15 Uhr | rbb

Der rbb muss sparen. Produziert die Nachrichtenredaktion einen Beitrag für das Programm, dann ist er einfach viel zu schade dafür, nur einmal ausgestrahlt zu werden.
Am Donnerstag wütete der Orkan Friederike über Deutschland. In Brandenburg war vor allem der Süden betroffen, im Norden gab es heftigen Schneefall. Klar, dass der Sender da zur Primetime ein “rbb spezial” einschob: “Sturmtief ,Friederike’ in Berlin und Brandenburg”.

Die Info, dass genau zeitgleich ein “Brennpunkt” im Ersten zum selben Thema lief, ist vielleicht in Potsdam nicht angekommen. Andererseits vielleicht ja doch. Denn das “rbb spezial” bestand fast ausschließlich aus Wiederholungen aus “Brandenburg aktuell”.

Das Nachrichtenmagazin lief um 19.30 Uhr – mit einem Beitrag zu den Schäden aus Auswirkungen des Sturms. Dazu eine Schalte zum Hauptbahnhof, um zu schauen, wie es um den Zugverkehr bestellt ist. Genau der Hauptbeitrag lief 45 Minuten später im “rbb spezial” noch mal. Nicht mal die Schalte hat man noch mal gemacht – stattdessen wiederholte man einfach die Live-Reportage, die schon eine dreiviertel Stunde vorher lief.

Sparen ist ja gut und schön. Aber wenn es keine Neuigkeiten gibt, keine Idee, wie man denn die Informationen um Friederike noch gestalten kann, wenn man stattdessen noch mal Altes aufwärmt – dann kann man sich eine Sondersendung zur Primetime getrost sparen.