Tagesarchiv für 8. Januar 2018

RTZapper

Get the F*ck out of my House

Montag, den 8. Januar 2018
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DO 04.01.2018 | 20.15 Uhr | ProSieben

Heutzutage bekommt man schon eine Krise, wenn dauerhaft zehn Leute in einem Einfamilienhaus zusammen leben müssen. Und wer da schon eine Krise bekommt, kriegt wohl bei 100 Leuten den totalen Anfall: nur vier Betten, eine ein Klo, eine kleine Küche, ein Sofa – und nicht sehr viel mehr.
Was passiert, wenn sich 100 Leute in so ein Wohnhaus einpferchen lassen, konnte man am Donnerstagabend bei ProSieben sehr gut beobachten: “Get the F*ck out of my House” heißt die neue Realdoku, die nur sehr entfernt an “Big Brother” erinnert.

Vier Wochen müssen die Kandidaten im Haus leben, der Gewinner bekommt 100.000 Euro. Wer nicht damit klarkommt, kein Bett zu haben, in der Enge zu leben, wenig zu essen zu haben, am Klo anstehen zu müssen, der kann das Haus ohne Weiteres verlassen. Hat dann aber verloren. Die erste Kandidatin ging schon nach 90 Minuten.

Sind 100 Leute im Haus, können natürlich keine konkreten Storys erzählt werden, man lernt nur wenige Menschen näher kennen. “Get the F*ck out of my House” (darf man bei ProSieben nicht “fuck” sagen?) ist kein oberspannendes Premiumformat, aber ein nettes Nebenbei-Medium. Denn natürlich ist es interessant zu sehen, wie die Leute in dieser Extremsituation klarkommen oder ausrasten. Zumal mal selbst mit Grausen an eine solche Situation denkt – auf engstem Raum mit 100 Leuten? Niemals! Aber für 100.000 Euro und einer Minimalchance machen die Menschen vermutlich doch mehr, als man denken könnte.

RTelenovela

Bismarckstraße: Polizisten statt Ampeln

Montag, den 8. Januar 2018
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Die Kreuzung Bismarckstraße/Kaiser-Friedrich-Straße in Berlin-Charlottenburg hat es in sich. Eine Straße – die B5 – ist achtspurig, die andere vierspurig. Da die Übersicht zu behalten, kann schwierig werden.
Neulich fuhr ich vom Schloss Charlottenburg aus auf der Kaiser-Friedrich-Straße. An der B5-Kreuzung fiel mir auf: Die Ampel war aus. Ich musste aber nicht verzweifeln, denn zwei Polizisten standen da, um den Verkehr zu regeln.

Man lernt das ja in der Fahrschule, wie es aussieht, wenn Polizisten statt Ampeln den Verkehr regeln. Um so spannender ist es, zu beobachten, wie die Autofahrer im wahren Leben damit umgehen.
Links neben mir stoppte ein Auto. Der jüngere Mann stutzte sichtbar, immer wieder fuhr er ein kleines Stück vor, offenbar überlegte er, ob er selbst auf die Kreuzung fahren sollte, um zu sehen, ob er rüber kommt.

Lange ließen die beiden Polizisten den Bismarckstraßenverkehr passieren. Dann schienen sie sich mit Blicken abzusprechen, sie hoben den Arm (”Achtung!” / Ampel-Gelb) und wechselten die Richtung.
Das war ein heikler Moment, denn ob wirklich alle Autofahrer auf der vielspurigen Hauptstraße mitbekommen würden, dass sie durch die beiden Männer quasi Rot sahen, war fraglich. Und tatsächlich legte ein Auto eine Vollbremsung hin, kam aber noch rechtzeitig zum Stehen.
Wir konnten fahren, und danach habe ich gemerkt, dass eine solche Regelung eine echte Konzentrationsfrage für alle Beteiligten ist. Was ja nicht das Schlechteste ist.