Tagesarchiv für 5. Januar 2018

RTZapper

#HarrydieEhre – Harry G aus dem ZwicklApartment

Freitag, den 5. Januar 2018
Tags:

DI 02.01.2018 | 23.55 Uhr | BR-Fernsehen

Harry G spricht über Onlinedating. Und er meint, daraus im Jahr 2018 ganz neues Witzpotenzial schöpfen zu können, weil Onlinedating war so etwas Neues ist, und eigentlich da ja keiner mitmacht. und die, die mitmachen, sind ja alle eh irgendwie bescheuert.
Herzlich Willkommen in der traurigen Humorwelt des Bayerischen Rundfunks.
Am späten Dienstagabend war zu besichtigen, warum der BR von möglichen jugendlichen Zuschauern ungefähr so weit entfernt ist, wie Berchtesgaden nach Binz.

Harry G findet man beim BR jedenfalls so lustig, dass man ihm dort eine Webshow gegeben hat. Angebliche Höhepunkte von “#HarrydieEhre” (können die BR-Zuschauer was mit dem Hashtag im Titel anfangen?) sendete das BR-Fernsehen sehr prominent am späten Dienstagabend – vermutlich, um niemanden zu verunsichern.

Harry G findet Tinder doof. Das sei wie “Pokemon Go”, nur mit echten Monstern. Muahahaha. Tinder sei das RTL II des Onlinedatings. Schenkelklopfer. Männer wischen alles weg, Frauen analysieren die Bilder – wie die Zimmerpflanze, die nicht zur Couch passe. Ohje.
Und weil der Stand-up so dämlich-lahm ist (die Publikumslacher wirken reingeschnitten), kommen zwischendurch Einspieler, die aus BR-Sicht lustig sein sollen, für die man aber außerhalb des BR-Funkhauses nur ein müdes Lächeln übrig hat.

Beim BR will man also die junge Zielgruppe erreichen, in dem man einen mittelalten Comedian auf eine Minibühne stellt, der sich über die Zielgruppe lustig macht und uralte, gut abgehangene Kalauer zum besten gibt.
Witze über das Onlinedating müssen schon was Neues bringen, wenn sie lustig sein sollen – Harry G begnügt sich aber mit Witzchen aus dem Jahr 2010, die damals vielleicht ein paar Leute über 50 lustig fanden.
BR und Komik – ein großes Missverständnis.

RT im Kino

La Mélodie

Freitag, den 5. Januar 2018

Sie sind vorlaut, unverschämt und auch nicht gerade talentiert. Die Mädchen und Jungen einer Pariser Schulklasse sollen das Geigespielen lernen. Der Violinist Simon Daoud (Kad Merad) wird engagiert, um die Kinder zu unterrichten.
Natürlich hat er es schwer, denn sie sind kaum zu bändigen. Sie können sich schwer konzentrieren, immer wieder beleidigen sie sich gegenseitig und stacheln sich auf. Auch musikalisch kommen sie kaum zurecht.
Dabei gibt es echte Talente in der Gruppe. Arnold (Alfred Renely) zum Beispiel. Simon versucht, ihn und seine Mutter (Tatiana Rojo) besonders zu unterstützen.
Und ein Ziel hat die Klasse auch: Denn es ist ein großes Konzert geplant, mit dem Orchester der Schule vor sehr großem Publikum.

Ein bisschen erinnert “La Mélodie” natürlich an “Die Kinder des Monsieur Mathieu”. Denn auch dort ging es um Kinder, die von einem Lehrer musikalisch und menschlich erzogen werden. Während aber das “Vorbild” in vielerlei Hinsicht stark ist, hat “La Mélodie” leider viele Schwachpunkte. So ist die Geschichte zwar nie wirklich langweilig, aber eben auch seltsam simpel. Es fehlt ein wenig an wirklich Rundum-Geschichten – oder zumindest an Geschichten, die auch an ein Ziel gelangen.
An vielen Stellen ist der Film zudem nicht schlüssig. So gibt es am Ende das große Konzert mit einem Orchester, und der Dirigent scheinbar seine Geigenmusiker das erste mal zu sehen – das kann eigentlich nicht funktionieren. Auch gibt es Logikfehler. Schwach ist auch die Synchronisation, die scheinbar Probleme damit hatte, insbesondere die Kinderdialoge zu übersetzen. Die spontan wirkenden Einwürfe, wirken auf Deutsch manchmal ein wenig albern und stellenweise sogar überflüssig.
Auch gelingt es nicht, irgendwie eine musikalische Atmosphäre in den Film zu bekommen – was natürlich angesichts der eigentlich musikalischen Handlung echt mau ist.
Schade, aus diesem Stoff hätte man mehr machen können.

La Mélodie
Frankreich 2017, Regie: Rachid Hami
Prokino, 102 Minuten, ab 0
5/10

RT liest

Joachim Lottmann: Alles Lüge

Freitag, den 5. Januar 2018

Johannes Lohmer aus Wien macht irgendwas mit Medien, seine Frau Harriet ist Journalistin. Er reist immer mit ihr an die verschiedenen politischen Brennpunkte der Jahre 2015 und 2016.
Sie ist engagiert in der Flüchtlingshilfe, hat für alles Verständnis. Er sieht einiges ganz anders als sie, traut sich aber meist nicht, ihr das auch mitzuteilen.
Sie erleben die Griechenland-Krise in Athen. In gewisser Hinsicht den Anschlag von Marseille. Sie reisen nach Deutschland, wo hart über die Politik diskutiert wird – gerade nach den Geschehnissen in der Neujahrsnacht 2016 in Köln.
Immer mittendrin – Johannes und seine Harriet.

“Alles Lüge” von Joachim Lottmann ist eine seltsame Mischung aus Komödie und Dokumentation. Und die erweist sich in mehrerlei Hinsicht als schwierig. Die Geschichte wird immer aus Sicht von Johannes erzählt. Da gibt es dann mitunter sehr alberne und leider auch irgendwie doofe Szenen aus einer Ehe.
Interessant sind die Beobachtungen der verschiedenen gesellschaftlichen Strömungen. Dass es nur noch Links und Rechts zu geben scheint, dass Meinungen unerbittlich aufeinanderprallen und es kein Dazwischen gibt.
Johannes ist im Buch anders – denn er hat diese Zwischentöne, was für den Leser dann manchmal in der Tat irritierend ist. Da stellt er sich auf eine eher linke Seite, um gleich danach scheinbar die Seite zu wechseln. Dabei nimmt der Autor aber eben genau diese Gegensätze aufs Korn.
Schwierig wird es allerdings, wenn durch Johannes im Buch Beobachtungen wiedergegeben werden, die faktisch nicht stimmen – und natürlich durch niemanden gerade gerückt werden. Da ist es dann unklar, ob es sich um falsche Fakten des Autors handelt oder von Johannes. Egal wie – so sollte das nicht funktionieren. Wenn es darum geht, die mediale Aufarbeitung der Kölner Neujahrsnacht zu schildern, hätte auch der Autor präziser sein müssen. Nur einer von mehreren kritischen Momenten im Buch.
Alles in allem ist “Alles Lüge” aber kein Roman, der einen besonders fesselt. Man erfährt wenig Neues, und die handelnden Personen sind nicht wirklich sympathisch.

Joachim Lottmann: Alles Lüge
KiWi, 351 Seiten
5/10

ORA aktuell

Neues Leben in der Oranienburger Piccolo-Bar

Freitag, den 5. Januar 2018
Tags:

Voraussichtlich am 8. Januar öffnet in der Oranienburger Mittelstadt eine neue Bar. Im Gebäude der ehemaligen “Piccolo-Bar” in der Walther-Bothe-Straße gibt es dann eine Cocktail- und Shisha-Bar.
Betreiber Ibrahim Kanat hat vorher im Berliner Gastronomie-Gewerbe gearbeitet.
Momentan wartet er noch auf die Genehmigung des Gewerbeamtes.

RTZapper

Das Traumschiff: Los Angeles

Freitag, den 5. Januar 2018
Tags:

MO 01.01.2018 | 20.15 Uhr | ZDF

Herrlich, dieses Traumschiff! Scheinbar eine Handvoll Passagiere schippert da mit. Zumindest sind da nie wirklich viele Leute auf dem Dampfer zu sehen. Die vielen realen Mitreisenden sind selten zu sehen, die Decks wirken oft leer. Auch darf man immer mal wieder beim Kapitän auf der Brücke vorbeischauen. Der große Kutter scheint auch nur mit sechs oder sieben Besatzungsmitgliedern auszukommen. Und wenn man mal Mist baut, da ist der Kapitän höchstselbst auch zur Stelle und holt einen aus dem Schlamassel.
Willkommen in der Bonbonwelt auf hoher See im ZDF.

Am Neujahrsabend lief dort “Das Traumschiff”, und diesmal ging es nach Los Angeles. Kapitän Burger (Sascha Hehn) liest den ZDF-Zuschauern höchstpersönlich den Reisekatalog für L.A. vor und erzählt, warum man da unbedingt hin muss. Ein Ausflug ins Vergnügungszentrum ist auch noch eine 15-sekündige Sequenz wert – und ist hoffentlich von der Reisewirtschaft gut bezahlt worden.

Nun ist es ja nicht verwerflich, zweimal im Jahr Heile-Welt-Fernsehen zu produzieren. Aber muss es wirklich so mies gemacht sein? Müssen die Dialoge so grottig sein? Muss Harald Schmidt wirklich immer wieder beweisen, dass er kein Schauspieler ist und er miese Dialoge noch mieser aufsagt? Können Action-Szenen auch nur im Ansatz irgendwie real aussehen? Und ist es wirklich realistisch, dass Kapitän Burger wirklich immer ausgerechnet da ist, wo Not am Mann ist – und das auch außerhalb des Schiffes?
Als ein junger Mann mit seinem Bike auf einem Hang verunglückt, ist es natürlich Sascha Hehn, der ihn zufälligerweise rettet. Wobei, ein Zufall war das natürlich nicht: Denn der Kapitän konnte sich natürlich gleich denken, wo sich der vermisste Biker aufhalten würde – und sofort fand er ihn.

Die Reise nach Los Angeles war aber auch der Abschied von Chefstewardess Beatrice (Heide Keller). Sie war seit 1981 (!) an Bord, und mit 77 Jahren wollte sie, die Schauspielerin, noch aus eigenem Willen das Schiff verlassen, um die zweite Lebenshälfte zu beginnen. Ich hoffe, dass ich das mit 77 auch auch sagen kann.
Das Team wollte ihr einen besonders emotionalen Abschied bescheren – aber irgendwie ist das mit der Emotionalität gehörig schief gegangen. Stattdessen setzte man Beatrice an einen absolut einsamen Hafen ab (obwohl sie ja sagte, sie wolle die aktuelle Reise noch bis zum Schluss mitmachen, aber das haben die Drehbuchschreiber beim Umblättern wohl schon wieder vergessen). Ein Hollywood-Produzent will ihr erstes Buch (natürlich ein Bestseller) verfilmen, und deshalb musste sie sich entscheiden, ob sie weiter auf dem Schiff arbeiten will. Oh Gott, wie albern.
Sie winkte dem Schiff hinterher, dass schnellstes weiterfuhr – und weg war sie, die Beatrice. Selten so einen, ähm, emotionalen Abschied gesehen.

“Das Traumschiff” ist nach 37 Jahren irgendwie ein Mythos. Umso schlimmer ist es, dass die Geschichten, die dort erzählt werden, mitunter so lieblos hingerotzt, die Dialoge furchtbar und viele Szenen mies choreografiert sind. Gut gemachtes Fernsehen ist das nicht – leider.

RTelenovela

Rügen 2018 (1): Feuerwerk II

Freitag, den 5. Januar 2018
Tags: ,

2017 -> 4.1.2018

2018! Dass nun, um Punkt 0 Uhr, am Binzer Strand die Knallerei begann, kann man so nicht gerade sagen. Eher: Sie ging weiter, und nun verstärkt. Was heutzutage an kleinen, privaten Feuerwerken in die Luft geballert wird, ist atemberaubend. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Qualmwolke sorgte dafür, dass die Seebrücke teilweise kaum noch zu sehen war. Nicht umsonst wird in diesen Tagen darüber diskutiert, ob die private Knallerei verboten werden soll. Weil sie schlecht für die Luft sind, und weil sie für unfassbar viel Müll sorgt, die natürlich von den kleinen Feuerwerkern gemütlich am Strand liegen gelassen wird. Irgendwer wird den Dreck später schon wegräumen, so denken sich alle.
Und tatsächlich: Schon am Vormittag war der Strand so ziemlich sauber, und auch Binz selbst machte kaum noch den Eindruck, als sei zu Silvester viel los gewesen.
Vielleicht wäre es mal ein spannendes Experiment, den Müll einfach mal drei Tage liegen zu lassen – und auf die empörten Reaktionen zu warten.

Erstmals gab es um kurz nach 0 Uhr ein zweites Feuerwerk auf der Seebrücke. Das knallte noch mal ordentlich und sah oft sehr schön aus – ging aber in der privaten Ballerei etwas unter, was ein bisschen schade war.