Tagesarchiv für 28. Dezember 2017

RT im Kino

Axolotl Overkill

Donnerstag, den 28. Dezember 2017

Mifti (Jasna Fritzi Bauer) lebt mit ihren Halbgeschwistern in einer WG in Berlin. Ihre Mutter ist gestorben. Das Interesse ihres Vaters (Bernhard Schütz) ist nicht allzu groß, und sie muss nun irgendwie erwachsen werden. Oder irgendwie und überhaupt klarkommen. Sie geht auf Partys, verliebt sich, sie ist wild und traurig und legt sich mit den Erwachsenen an.

Das klingt erstaunlicherweise genauso langweilig wie es auch tatsächlich ist. “Axolotl Overkill” ist der Film nach dem Buch von Helene Hegemann, das einst von der Kritik gefeiert worden ist. Für den Film schrieb sie ebenfalls das Buch und führte gleich auch Regie.
Dass der Film hier und da relativ edel wirkt und von der Kamera gut aufgefangen worden ist, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass eigentlich nicht wirklich was passiert. Und das, was passiert, kann man sich genauso auch jeden Tag auf RTL II ansehen.
Leider der Filmflop des Jahres.

Axolotl Overkill
D 2016, Regie: Helene Hegemann
Constantinfilm, 90 Minuten, ab 12
1/10

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RTZapper

Serdar Somuncu: H2 Universe – Die Machtergreifung

Donnerstag, den 28. Dezember 2017
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MI 27.12.2017 | 22.10 Uhr | Tele 5

Rasiert sich die Bundeskanzlerin eigentlich? Also, ähm, da unten? Und wie ist es, wenn ihr Physikprofessor Sauer mal Bock hat, kreigt er, was er von seiner Angela will?
Ja, also, das wird man sich doch mal fragen dürfen. Sind ja auch nur Menschen!

Zum Jahresende geigte der deutschtürkische Comedian Serdar Somuncu seinen Zuschauern noch mal ordentlich die Meinung. Tele 5 zeigte am Mittwochabend sein Programm “H2 Universe – Die Machtergreifung”.
Und wer sich anhört, was Serdar zu sagen hat, der bekommt in der Regel sein Fett ab. Jeder, der ihm zuhört, wird an irgendeiner Stelle sein Fett abbekommen. Er wolle sich nicht nur beleidigen lassen, er wolle auch selber mal beleidigen.

Angela Merkel und ihr “Wir schaffen das!” ist ebenso Mode wie Frauke Petry, in dessen Gesicht Serdar gern mal reinschlagen würde, wenn sie in Talkshows ihre Grimassen zieht. Er mosert über den Applaus des Publikums und pöbelt, ob sie auch so müde applaudiert hätten, als die Flüchtlinge kamen. Alle seien betroffen gewesen, als in Paris die Anschläge passierten – aber am selben Tag gab es zig Tote irgendwo am anderen Ende der Welt.

Serdar ist Gott, sagt Serdar. Er ist Hassist. Er beleidigt alles und jeden, und das flächendeckend. Natürlich er sich selbst auch. Jeder habe das Recht auf Diskrimierung. Es gebe keine Polical Correctness, er suche sich keine spezifische Gruppe aus.
Es geht um Nazis, um so genannte Gutmenschen, um Flüchtlinge, um Veganer, um die Politik, die Wirtschaft – und auch und vor allem: um uns.

Manchmal tut es weh, ihm zuzuhören. Aber sicherlich weil das, was er sagt, ins Herz trifft. Man muss nicht immer der Meinung sein, dass alles stimmt, was er sagt. Aber spannend ist es definitiv. Und oft richtig dazu.
Ganz klar: Comedy kann vergänglich sein, sie kann sich über den Alltag drehen, über Eltern und Kinder, übers Fernsehen – Gedöns eben. Dabei sollte doch heute mehr denn je die Zeit der politischen Comedy schlagen.

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RTelenovela

Polizei voraus!

Donnerstag, den 28. Dezember 2017
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Die Polizei fährt immer vorschriftsmäßig. Und wenn man sich auf der Straße einem Polizeiwagen nähert, dann fahren auch alle anderen vorschriftsmäßig.

Neulich auf der A111. Zwischen der Holzhauser Straße und der Stadtgrenze von Berlin gilt Tempo 60. Die hält man als Autofahrer natürlich immer sehr, sehr gerne ein.
Ein Streifenwagen tauchte ausgerechnet am Beginn der Tempo-60-Zone auf. Dahinter versammelte sich der Verkehr. Alle fahren brav hinterher, denn wenn man den Streifenwagen überholt hätte, dann wäre man automatisch zu schnell unterwegs gewesen.

Der Streifenwagen fuhr so ziemlich akkurat Tempo 60. Im Grunde hätte man ihn noch überholen können, denn auch mit Tempo 69 ist man noch nicht im blitzerrelevanten Bereich. Aber das hat sich niemand getraut.
Auch am Hermsdorfer Damm verließ das Polizeiauto nicht die A111. Also ging es weiter im Parademodus. Immer noch niemand traute sich schneller zu fahren.
Das Spiel endete erst an der letzten Berliner Abfahrt, an der Schulzendorfer Straße. In dem Moment, wo der Streifenwagen die Autobahn verließ, wurde die Kolonne merklich schneller – und man konnte das kollektive Aufatmen fast spüren.

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