Tagesarchiv für 13. Dezember 2017

RTelenovela

Gehen Sie weg! Wir wollen bald schließen!

Mittwoch, den 13. Dezember 2017
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Manchmal können Kunden wirklich lästig sein. Da kommen doch diese Bastarde wirklich eine halbe Stunde vor Ladenschluss und wollen noch was.
Zum Beispiel in den Hallen am Borsigturm in Berlin-Tegel. Die haben immer bis 20 Uhr geöffnet. Wer aber am Asia-Imbiss nach 19.30 Uhr noch etwas zu essen will, der wird abgewiesen. Und das relativ unfreundlich. Eine halbe Stunde vor Feierabend möchten die Leute vom Imbiss lieber schon mal aufräumen.
Dass man so natürlich potenzielle Kunden vergrault, scheint den Betreibern gar nicht bewusst oder schlicht egal zu sein. Ich hatte das Glück, vor 19.30 Uhr bestellt zu haben – danach war Sense, und diverse Leute gingen ohne etwas zu Essen und teilweise verständnislos von dannen.
Kann man anders machen.

Beispiel 2. McDonald’s am Potsdamer Platz. Nach 22.30 Uhr scheint man da die Eismaschine ausgeschaltet zu haben. Kein Eis, keine Smoothies, nix. Blöderweise fragt aber so ziemlich jeder Kunde auch zu dieser Zeit noch nach einem Eis. Oder einem Smoothie. Und immer müssen die Leute hinterm Tresen sagen, dass es das nicht mehr gibt.
Da fragt man sich natürlich schon, warum in einem 24-Stunden-Laden nach halb 11 kein Eis mehr zu haben ist. Der Bedarf ist da – nach dem Kino oder dem Theater noch was Kaltes, das wollen einige.
Um so merkwürdiger erscheint es, dass sich McDonald’s dieses Geschäft entgehen lässt und dutzende Kunden enttäuscht.

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RT im Kino

A Ghost Story

Mittwoch, den 13. Dezember 2017

Früher sahen Geister ganz simpel aus: eine Gestalt unter einem Bettlaken mit Augenlöchern. 2017, im Kino, sieht ein Geist überraschenderweise wieder so aus. Allerdings ist es keine gute Überraschung.

C (Casey Affleck) und M (Rooney Mara) sind gerade in ein neues Haus gezogen. Es scheint darin zu spuken, aber sie finden nicht raus, was da los ist. Eines Morgens kommt es zur Katastrophe. C stirbt bei einem Autounfall.
Von seinem Totenbett erhebt sich ein Geist. Er kehrt in die Wohnung zurück. Scheint aber einfach nur da zu sein. Und bleibt auch zurück, als M wegzieht, als neue Leute kommen, als das Haus abgerissen wird, als dort ein Hochhaus entsteht.

Vermutlich gab es in einem Film noch nie so ein apathisches Gespenst wie in “A Ghost Story”. Zumal lange völlig unklar bleibt, was die Geschichte soll. Denn der Geist kommt zurück ins Haus, er bleibt aber passiv. Er tut nichts. Steht rum, glotzt. Es scheint nicht so, als käme er zu seiner Frau zurück, um ihr nah zu sein. Es scheint eher, als sei der Geist irgendwie mit dem Haus selbst verbunden. Erst als es darum geht, eine Botschaft seiner Frau auf einem Zettel zu lesen, da wird er aktiv – und scheitert zunächst. Der etwas merkwürdige Kniff: Der Geist stürzt sich vom Hochhaus und kommt per Zeitschleife (?) Jahrhunderte später am selben Ort wieder an – um dort irgendwann wieder auf C und M zu stoßen.
Charakteristisch für den Film sind zudem quälend lange Einstellungen, die sicherlich künstlerische Gründe haben – aber leider eher einschläfernd wirken. Wie leider so ziemlich der ganze Film. Und ist er nicht langweilig, so muss man sich fast ein Lachen verkneifen, wenn das Gespenst da ständig lahm in der Gegend rumsteht.
“A Ghost Story” gehört leider zu den Flops des Jahres.

A Ghost Story
USA 2017, Regie: David Lowery
Universal, 93 Minuten, ab 12
1/10

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RTZapper

Club der roten Bänder: Das Vermächtnis

Mittwoch, den 13. Dezember 2017
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MO 11.12.2017 | 21.10 Uhr | VOX

Als im Herbst 2015 die 1. Folge vom “Club der roten Bänder” bei VOX lief, da zog mich diese Serie sofort in den Bann.
Am Montag lief nun die 30. und letzte Folge, und es war vermutlich eines der emotionalsten Serienfinale der deutschen Fernsehgeschichte. Was aber auch daran liegt, dass diese ganze Serie voller Gefühle, voller Emotionen war.

Der Club der roten Bänder ist eine Gruppe Jugendlicher, die sich im Krankenhaus kennenlernen. Die sind krebskrank, Komapatienten, einer ist herzkrank, die andere leidet an Bulimie, einer hat sich beide Beine gebrochen. Sie finden sich, sie leiden, sie lieben, sie sind füreinander da. Eine Serie, um die Freundschaft, um Krankheiten, um die Stärke der Menschen, um die Schwäche und auch um den Tod.

Sicherlich ist oft dick aufgetragen worden, aber die Geschichte driftete nie ins Kitschige ab. Im Gegenteil: Knallhart wurde gezeigt, welche Realitäten es in Kliniken geben kann. Wie hart es ist, zu leiden. Wie hart der Kampf um das Leben ist. Und wie schnell es gehen kann, diesen Kampf eventuell zu verlieren.

Man kann VOX und das Team nur dazu beglückwünschen, dass sie entschieden, nach der 3. Staffel Schluss zu machen. Gerne werden Serien ausgelutscht, bis sie irgendwann aus Quotengründen eingestellt werden. Nicht der Club.
Am Ende stirbt der Anführer des Clubs, und auch das wird ergreifend zelebriert, in dem er allen seinen Freunden noch ein Vermächtnis mitgibt. Ohne Tränen läuft da gar nichts. Dass der Krebs zum Finale doch noch gewinnt – das ist konsequent und passt zu dieser Serie. Dass Krebspatient Leo bis zum Schluss gar nicht so krank aussieht, wie er eigentlich ist, das sei den Machern verziehen.
Am Ende bleibt, dass eine großartige Serie zu Ende gegangen ist – und dass man an sie noch lange gern zurückdenken wird.

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