Monatsarchiv für Dezember 2017

RT liest

Emily St. John Mandel: Das Licht der letzten Tage

Dienstag, den 12. Dezember 2017

Dieses Buch ist eine selten erlebte Berg- und Talbahn. Und am Ende kann man sagen, dass hier ein hochspannender und emotionaler Stoff leider völlig falsch verarbeitet worden ist und dringend hätte überarbeitet werden müssen.

Katastrophe am Theater: Während einer Aufführung von “König Lear” stirbt ein Darsteller auf der Bühne. Das Ensemble ist aufgewühlt, und auch der junge Mann – Jeevan -, der Erste Hilfe leistet.
Aber Jeevan bekommt sehr bald ganz andere Probleme. Irgendeine Grippe ist dabei, sich auszubreiten. Rasant und unerbittlich. Eine Pandemie, die innerhalb von Tagen und Wochen fast die gesamte Menschheit auslöscht. Nur wenige bleiben verschont, und die leben plötzlich auf einer Erde, auf der die technischen Errungenschaften Vergangenheit sind.
Sie leben in Gemeinschaften, ziehen in Gruppen herum. Nichts ist, wie es mal war.

Für ihren Roman “Das Licht der letzten Tage” hat sich die kanadische Autorin Emily St. John Mandel eine apokalyptische Geschichte ausgedacht.
Und die ersten Kapitel sind grandios. Die Atmosphäre im Theater ist toll beschrieben, emotional. Es ist die typische Szenerie bei Katastrophenstorys, bei der man weiß, dass das was kommt. Aber nicht, wo, wie und wann.
Aber dann hat sich die Autorin entschieden, vorzugreifen. Die Geschichte macht einen Sprung, 20 Jahre voraus, und wir begleiten eine fahrende Schauspielergruppe. Das passt zwar zum vorher toll beschrieben Theater-Ambiente, gibt der Story aber einen gewaltigen Knick. Es herrscht eine riesige Ernüchterung, weil die Story plötzlich seltsam unspannend ist – auch weil man als Leser völlig allein gelassen wird, was da nun eigentlich passiert war. Die Passage ist zudem extrem lang – und fast möchte man sogar aussteigen.
Erst in der zweiten Hälfte geht die Autorin in der zeit zurück – es gibt immer wieder Hin- und Zurück-Sprünge, aber immerhin erfährt man, was in der Pandemie-zeit geschehen ist.
Auch gibt es Logik-Lücken, weil offen gelassen wird, warum die Welt auch technisch so zurückfällt, warum es nicht gelingt, den Strom wieder zu erzeugen, warum es Verwüstungen gibt und alles wieder wie Steinzeit wirkt. Da gibt es leider große Erzähllücken, und es macht den Eindruck, als habe die Autorin das nicht recherchiert.
So ist eine große Geschichte leider dadurch verschenkt worden, dass sie im Buch alles andere als gut komponiert und zusammengestellt worden ist. Extrem schade.

Emily St. John Mandel: Das Licht der letzten Tage
Piper, 409 Seiten
5/10

RTelenovela

Es taut! Schnell noch fegen!

Dienstag, den 12. Dezember 2017
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Morgens um 4.30 Uhr in Oranienburg. Es hat geschneit, die Straßen sind mit Schnee zugedeckt.
Also, eigentlich müsste man sagen: Sie waren mit Schnee zugedeckt. Waren es vor Mitternacht noch -1 Grad in der Stadt, so kletterte die Temperatur bis 4.30 Uhr auf 3 Grad. Der Schnee taute weg.

Das hinderte die Leute von der Straßenreinigung aber nicht, schnell noch auf Tour zu fahren. Es war wohl ein kleines Wettrennen: Wer ist schneller? Die Schneeräumer oder der wegtauende Schnee selbst?
Mit der Kehrmaschine fuhren sie die Straße entlang – mit großem Radau. Sie kratzten die Straße entlang, die an vielen Stellen längst nicht mehr schneebedeckt, sondern voller Pfützen waren.
Die Schneeräumer aber blieben ehrgeizig – sie mussten ja einen Grund haben, warum sie ausgerückt sind. Mit einem Besen räumte einer den letzten Matsch weg, der vermutlich eine Stunde später sowieso weg gewesen wäre.

Nicht falsch verstehen: Die machen einen guten Job, und wir können dankbar sein, dass es sie gibt. Aber dieser Einsatz wirkte dann doch irgendwie skurril.

RTZapper

Peter Hahne: Fußball, Gott und die große Bühne

Dienstag, den 12. Dezember 2017
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SA 09.12.2017 | 19.30 Uhr | phoenix

Geht es Ihnen auch so wie mir, dass in Zukunft das Wochenende nicht mehr vollständig ist? Dass man was vermisst, weil einen Peter Hahne nicht mehr angrinst und dämliche Fragen stellt, ob es mir auch so geht wie ihm? Dass man sich am Wochenende nicht mehr einlullen lassen kann, weil die gepflegte Laberei auf phoenix im ZDF bedauerlicherweise eingestellt worden ist?

Geht es dir auch so wie mir, wenn ich sage, dass das Ende von “Peter Hahne” kein großer Verlust ist? Am Wochenende lief die letzte Ausgabe seiner Gesprächssendung. Das ZDF scheint auch nicht mehr viel von ihrem Ex-Star gehalten zu haben, denn die kleine Talkshow hat man irgendwann ins tiefe Nachtprogramm abgeschoben. Immerhin gab es zuletzt eine Erstausstrahlung am Tag zuvor auf phoenix – fast zur Primetime. Aber auch da scheint er quotentechnisch nicht für Furore gesorgt zu haben. Vielleicht wollten sich die Leute dort auch nicht blöd von der Seite anquatschen lassen, ob man sich auch so fühle wie Hahnes Peter. Deshalb geht er nun in Rente.

Aber vermutlich wird er weiter von sich reden machen – wie beispielsweise mit seinen wunderlichen Kolumnen in der “Bild am Sonntag”. Dort nölte er über das moderne Weihnachtsfest. Das sei alles nicht mehr schön, weil die Leute jetzt alleine zu hause sitzen und Geschenke im Internet bestellen. da sei man ja total alleine. Für den Kirchenmann Peter Hahne ist Weihnachten nämlich, sich ins Kaufhaus-Getümmel zu stürzen, das Gedränge zu ertragen und dem Kaufrausch im Laden zu erliegen. Gut zu wissen. Ich dachte ja immer, dass für Kirchenleute Weihnachten eine ganz andere Bedeutung hat. Aber beim Hahne, Peter zählt halt auch nur der Kommerz. Frohes Fest.

ORA aktuell

Erster Schnee der Saison 2017/18 in Oranienburg

Dienstag, den 12. Dezember 2017
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Erster Schnee in Oranienburg. Bei Temperaturen bis -1 Grad begann es am Sonntagabend zu schneien. Allerdings lag das Weiß – etwa 1 bis 2 Zentimeter – nur ein paar Stunden. Am frühen Montagmorgen stieg die Temperatur wieder und der Schnee schmolz wieder weg.

KeineWochenShow

#49 – Vibrator statt Kalter Platte

Montag, den 11. Dezember 2017
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Zum 2. Advent haben wir in der “KeineWochenShow” endlich auch eine richtige Kerze, die man auch wirklich sieht. Und die passenden Weihnachts-CDs und ein Buch gibt es noch obendrauf.

Ansonsten wird es nicht so festlich. Obwohl: So genau weiß man ja nicht, ob der Vibrator in einem Oranienburger Briefkasten ein Weihnachtsgeschenk war. Jedenfalls sorgte er für Wirbel. Außerdem sprechen wir über die Ereignisse auf dem Potsdamer Weihnachtsmarkt, als es ein Zwischenfall mit einem Paket gab – die sich als DHL-Erpressung herausstellte. Zur Beruhigung gibt’s eine Kalte Platte – wobei es mit der Beruhigung dahin ist, wenn man den Preis dafür erfährt.

Das und viel mehr gibt es in Folge 49 von “KeineWochenShow” auf Youtube.

RTZapper

Amazon – Gnadenlos erfolgreich

Montag, den 11. Dezember 2017
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DO 07.12.2017 | 20.15 Uhr | zdf info

Vier Wochen ohne Amazon.
Eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, dass das ein so großes Problem ist. Trotzdem wurde am Donnerstagabend in der Doku “Amazon – Gnadenlos erfolgreich” auf zdf info ein riesiges Ding daraus gemacht. Mehrere Familien mussten vier Wochen ohne Amazon auskommen und darüber berichten.

Ich kaufe bislang eher Bücher, Musik und Filme sowie ab und zu was Technisches über Amazon. In diesem Fall sind das allerdings keine Familien, die einfach nur ihre paar Einkäufe dort erledigen. Einige erledigen den kompletten Einkauf darüber. Sie haben Amazon-Uhren. Sie haben den Sprachcomputer Alexa, und sie lesen Bücher auf dem Amazon-Reader. Diese Leute leben ein Amazon-Leben.

Was dann zu sehen war, glich einem Katastrophenfilm, und sowohl die dort gezeigten Leute als auch ich waren dem Weinen nah.
Da kommt die Hausfrau morgens in die Küche, und Alexa antwortet nicht, wenn sie “Guten Morgen!” sagt.
Da verzweifelt die Frau, wenn ihr Alexa die Uhrzeit nicht sagen kann – und offenbar Ratlosigkeit darüber herrscht, wo man denn eventuell noch die Uhr ablesen kann.
Da will die Frau des Hauses Klebeband, und kann keins über Amazon bestellen, das Stunden später oder morgen (so spät??) per Päckchen ankommt. Stattdessen muss sie einkaufen gehen! Schock!
Schuhe können nicht mehr bestellt werden, stattdessen muss der Weg in den Laden angetreten werden. Uijuijui!
Die Leute stellten das alles wie eine mittlere Katastrophe dar, und ich weiß nicht, ob ich lachen soll oder in Mitleid zerfließen.

So schön es ist, wenn man sich um nichts mehr kümmern muss: Wir verkümmern. Irgendwann wissen wir nicht mehr, wo man Dinge eventuell bekommen kann. Wenn es irgendwann überhaupt noch Läden außerhalb des Internets gibt. Irgendwann sind wir nicht mehr in der Lage, Dinge selbst zu recherchieren, den Kopf zu benutzen.
Technik hilft uns – aber garantiert verblödet sie uns auch ein Stück.

ORA aktuell

Oranienburger Lehnitzstraße wieder frei

Samstag, den 9. Dezember 2017
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Die Lehnitzstraße in Oranienburg ist wieder frei befahrbar. Der letzte Bauabschnitt zwischen der Rewe-Einfahrt und der Kreuzung zur Saarlandstraße ist am Freitagvormittag für den Verkehr freigegeben worden.

Insgesamt gab es fünf Bauabschnitte. Insgesamt kostete die Sanierung der L211 auf einer Länge von 1,03 Kilometern etwa 3,51 Millionen Euro. Die Straße ist erneuert, ebenso Rad- und Gehwege und unterirdische Leitungen. Anderthalb Jahre wurde insgesamt gebaut.

Nun wird überlegt, ob die Kreuzung Lehnitzstraße/Saarlandstraße/André-Pican-Straße zum Kreisverkehr umgebaut wird.