RTelenovela

Charlottenburger Geldkrise

Ich zahle ja sehr viel bargeldlos. Einen gewissen Betrag braucht man aber dennoch immer in der Brieftasche. Neulich zum Beispiel, als ich ins Kino wollte.
Ich hatte schon in Oranienburg überlegt, dass ich ja noch Geld abheben müsste, ich hatte nur noch ein paar Cent dabei. Ich war dann aber spät dran, und so konnte ich meine Reserven nicht mehr auffüllen. In Kremmen hätte ich beim Abheben Extra-Gebühren zahlen müssen, und erst für 20 Euro im Supermarkt einkaufen – dafür blieb auch keine Zeit. Außerdem wusste ich: Mein Ziel ist Berlin-Charlottenburg, und da gibt es ja am Bahnhof Zoo eine Deutsche Bank.

Ich hatte noch 15 Minuten bis zu meiner Kino-Verabredung, also genug Zeit für einen Umweg zur Bank. Als ich davor stand, der Schock: Die Bank war zu. Anfang Dezember wird die Filiale am Zoo komplett schließen, und schon davor, ist der Selbstbedienungsbereich nicht mehr bis Mitternacht, sondern nur noch bis 20 Uhr geöffnet. Es war 20.05 Uhr.
Ein Zettel informierte darüber, dass es an der Joachimsthaler Straße eine Postbank gibt, die zur Cashgroup gehört.
Die liegt halbwegs auf dem Weg – also nichts wie hin.

Vor der Postbank stellte ich fest, dass auch dort der SB-Bereich schon dicht ist – schon seit 19 Uhr. Ein Zettel informierte darüber, dass man einen 24-Stunden-Service wegen Vandalismus nicht mehr angeboten würde. Und sie danken für das Verständnis. Was die widerlichste Service-Floskel ist, die ich kenne, denn wo kein Verständnis ist, gibt es auch nichts zu danken. Warum wird mein Verständnis immer gleich voraussetzt? Ich habe keins.
Ich war sauer. Gibt es im Dorf Berlin keine Kohle?

Ich lief weiter in Richtung Delphi-Kino. Auf dem Weg dorthin – die Erleuchtung! Ein Geldautomat vor dem Parkhaus. Ich näherte mich dem Teil – und erblickte einen Zettel mit dem Hinweis, dass das Ding defekt sei und “in Kürze” wieder bereit stehe. Ich wartete kurz, aber “in Kürze” passierte gar nichts.
Mein Begleiter musste mich notgedrungen ins Kino einladen – was mir ja immer ein bisschen unangenehm ist. Aber dass es an drei Standorten in Charlottenburg keine Kohle gibt, das hat mich – gelinde gesagt – erbost.

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