Tagesarchiv für 20. November 2017

KeineWochenShow

#46 – Schon wieder Urlaub!

Montag, den 20. November 2017
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Nur wenige Stunden nach dem Hochladen ist Ausgabe 46 von “KeineWochenShow” schon wieder von der aktuellen Entwicklung überholt. Zu Beginn schwadronieren wir nämlich über die Jamaika-Sondierungsgespräche. Dass die FDP die am späten Sonntagabend platzen lässt, konnten wir da noch nicht ahnen.

Ansonsten wundern wir uns über die Diskussion, ob den am Heiligabend die Geschäfte öffnen sollen. In diesem Jahr fällt er auf einen Sonntag, und warum man da überhaupt diskutiert, wissen wir nicht so genau. Auch das Jugendwort des Jahres, “I bims” (sind das nicht zwei Wörter?), lässt uns ziemlich ratlos zurück.

Wir erfahren diesmal auch akkustisch, wie denn Frischmetal klingt (und wie er richtig geschrieben wird, das müsst ihr selbst rausfinden). Es geht um den Tod des Rappers Lil Peep, um die Frage, ob Italien bei der Fußball-WM 2018 fehlen wird und ob es zu einer Sexismusmus-Debatte passt, bei “Anne Will” die Beine von Verona Pooth abzufilmen.
Und auch um den Urlaub wird es gehen – in “KeineWochenShow #46” auf YouTube.

RTZapper

Nellys Abenteuer

Montag, den 20. November 2017
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SA 18.11.2017 | 14.00 Uhr | KiKA

Selten hat ein Film, der auf dem Kinderkanal von ARD und ZDF ausgestrahlt wird, schon im Vorfeld für so viel Wirbel gesorgt. Dabei ist der Titel eher lahm: “Nellys Abenteuer”.
Der Zentralrat der Sinti und Roma sagte, der Film beinhalte antiziganistische Züge. Er zeige Roma nur beim Betteln und Stehlen, er zeige ein Bild von kriminellen, unzivilisierten, disziplinlosen und triebgesteuerten Roma, die keine Moral kennen.
Kürzlich lief der Film bereits im SWR-Fernsehen mit einer anschließenden Diskussion darüber, am Sonnabendnachmittag folgte die eigentliche Ausstrahlung im KiKA.

Nelly (13) ist überhaupt nicht begeistert, dass sie mit ihren Eltern in den Sommerurlaub nach Rumänien muss. Dort kommt es zu merkwürdigen Zwischenfällen, und sie wird von düsteren Romakindern erst beklaut, dann von angsteinflößenden Fremden entführt. Nelly hat Angst, sie weiß nicht, was mit ihr geschieht.
Mal abgesehen davon, dass es ein ziemlich düsterer Film für Kinder (ab 8) ist – die Botschaft ist in der Tat schwierig. Nicht nur, dass Rumänien an sich als blöd dargestellt wird. Dann wird Nelly auch noch dreist von einem Romamädchen geklaut, das sie auch noch frech angrinst. Dann auch noch die Entführung und all diese im Film wunderlichen Menschen.
Zwar stellt sich später raus, dass alles doch irgendwie anders ist, und Nelly und die Romakinder werden irgendwie noch so was wie Freunde – schwierig ist dieser Film dennoch.

“Nellys Abenteuer” ist zudem ein dämlich harmloser und einfallsloser Titel für einen Film mit diesem Inhalt. Vielleicht hatte man aber auch Angst, dass bei der Kinoverwertung kein Kind ins Kino geht, wenn Eltern schon vorher wissen, worum es da geht.
Die Darstellung der Roma ist tatsächlich sehr negativ und für einen Kinderfilm fast schon beängstigend negativ. Auch wenn sich das Bild am Ende wandelt (bis dahin vergehen aber gute 75 Minuten), für Kinde könnte das negative Bild hängen bleiben.
So oder so: “Nellys Abenteuer” ist ein recht schwacher Film.

RTelenovela

Charlottenburger Geldkrise

Montag, den 20. November 2017
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Ich zahle ja sehr viel bargeldlos. Einen gewissen Betrag braucht man aber dennoch immer in der Brieftasche. Neulich zum Beispiel, als ich ins Kino wollte.
Ich hatte schon in Oranienburg überlegt, dass ich ja noch Geld abheben müsste, ich hatte nur noch ein paar Cent dabei. Ich war dann aber spät dran, und so konnte ich meine Reserven nicht mehr auffüllen. In Kremmen hätte ich beim Abheben Extra-Gebühren zahlen müssen, und erst für 20 Euro im Supermarkt einkaufen – dafür blieb auch keine Zeit. Außerdem wusste ich: Mein Ziel ist Berlin-Charlottenburg, und da gibt es ja am Bahnhof Zoo eine Deutsche Bank.

Ich hatte noch 15 Minuten bis zu meiner Kino-Verabredung, also genug Zeit für einen Umweg zur Bank. Als ich davor stand, der Schock: Die Bank war zu. Anfang Dezember wird die Filiale am Zoo komplett schließen, und schon davor, ist der Selbstbedienungsbereich nicht mehr bis Mitternacht, sondern nur noch bis 20 Uhr geöffnet. Es war 20.05 Uhr.
Ein Zettel informierte darüber, dass es an der Joachimsthaler Straße eine Postbank gibt, die zur Cashgroup gehört.
Die liegt halbwegs auf dem Weg – also nichts wie hin.

Vor der Postbank stellte ich fest, dass auch dort der SB-Bereich schon dicht ist – schon seit 19 Uhr. Ein Zettel informierte darüber, dass man einen 24-Stunden-Service wegen Vandalismus nicht mehr angeboten würde. Und sie danken für das Verständnis. Was die widerlichste Service-Floskel ist, die ich kenne, denn wo kein Verständnis ist, gibt es auch nichts zu danken. Warum wird mein Verständnis immer gleich voraussetzt? Ich habe keins.
Ich war sauer. Gibt es im Dorf Berlin keine Kohle?

Ich lief weiter in Richtung Delphi-Kino. Auf dem Weg dorthin – die Erleuchtung! Ein Geldautomat vor dem Parkhaus. Ich näherte mich dem Teil – und erblickte einen Zettel mit dem Hinweis, dass das Ding defekt sei und “in Kürze” wieder bereit stehe. Ich wartete kurz, aber “in Kürze” passierte gar nichts.
Mein Begleiter musste mich notgedrungen ins Kino einladen – was mir ja immer ein bisschen unangenehm ist. Aber dass es an drei Standorten in Charlottenburg keine Kohle gibt, das hat mich – gelinde gesagt – erbost.