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Mord im Orient-Express

Von Istanbul bis nach London – das ist die Strecke, die der Orient-Express bewältigen muss. Es ist Winter, und es kommt zur Katastrophe: Der Zug bleibt in einer Schneewehe stecken. Aber es kommt zu einer weiteren Katastrophe: Ein Fahrgast wird ermordet, mit zig Messerstichen in seinem Abteil aufgefunden. Mit im Zug ist auch der belgische Detektiv Hercule Poirot (Kenneth Branagh). Er nimmt die Ermittlungen auf und befragt jeden Fahrgast. Denn ihm ist klar: Es muss jemand aus dem Zug sein, denn in der Schneewehe steckt der Orient-Express viele Stunden lang fest.

Es ist die x-te Verfilmung des Agatha-Christie-Stoffes “Mord im Orient-Express”. In den Trailern wirkt sie ziemlich edel und modern – aber sie stellt sich als sehr verzichtbar und langweilig heraus – und als teilweise schlecht inszeniert und umgesetzt.
Gerade in der erste Hälfte wirkt der Film wie ein Theaterstück. Branagh ist völlig überschminkt, gerade in den Großaufnahmen, und er wirkt wie ein Schauspieler, der eine Rolle spielt – aber eben nicht wie die Rolle selbst. Auch die Szenen in Istanbul wirken nicht dynamisch, sondern einstudiert. Die Stimmung überträgt sich null. Einige Dialoge sind furchtbar hölzern.
Auch später kommt erstaunlich wenig Spannung auf – selbst wenn man sich zigmal erzählte Geschichte trotzdem nicht kennt. Daran erkennt auch das hochkarätige Ensemble nichts, u.a. mit Johnny Depp, Michelle Pfeiffer, Penélope Cruz, Willem Dafoe und Judi Dench. Die Ermittlungen sind manchmal verwirrend, weil mittendrin aus dem Nichts noch ein weiteres Pärchen eingeführt wird. Am Ende sitzen sie alle wie die Orgelpfeifen nebeneinander und hören sich Poirots Fazit an. Ob das gewollt oder unfreiwillig komisch ist, bleibt offen – es wirkt jedenfalls albern.
Leider kein guter Krimi – und ein Remake, das unnötig ist.

Mord im Orient-Express
USA 2017, Regie: Kenneth Branagh
Fox, 114 Minuten, ab 12
3/10

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