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Das Altstadtstübchen hat neue Betreiber

Das Kremmener Lokal wird jetzt von Sina Sakkravi und Saeideh Manishdavi betrieben – das aus dem Iran stammende Paar bietet weiter deutsche Küche an

MAZ Oberhavel, 7.11.2017

Kremmen.
Das Altstadtstübchen lebt. Viele Kremmener hatten befürchtet, dass die Gaststätte an der Ruppiner Straße, unweit des Marktplatzes, bald schließt, weil die Betreiberinnen Brigitte Krause und Elfi Schwanke das Geschäft keinen Nachfolger gefunden hatten. Doch seit 1. Oktober herrscht wieder Freude. Sina Sakkravi und Saeideh Manishdavi haben die Gaststätte übernommen.

„Ich mag das Alte, das ist alles wie früher hier“, sagt Sina Sakkravi. Der 30-Jährige will optisch am Lokal nichts Größeres verändern. „Wir wollen nicht, dass die Leute spüren, dass sich was verändert hat“, sagt er und seine Frau nickt. „Elfi und Gitti unterstützen uns sehr. Die beiden haben dem aus dem Iran stammenden Paar gezeigt, wie die deutsche Küche funktioniert. „Würzfleisch habe ich noch nie gesehen“, sagt Saeideh Manishdavi. Nicht mal in Berlin, wo sie vorher waren, kannten sie das. „Aber es ist sehr lecker.“ Beim Mittagstisch standen in der vergangenen Woche auch Kohlrübeneintopf und gefüllte Paprikaschote auf dem Speiseplan.
Aber die beiden wollen es nicht bei der deutschen Küche belassen. Schon seit einiger Zeit bieten sie auch Pizzen an, auch außer Haus. „Vielleicht später auch einmal pro Woche ein persisches Essen“, sagt Sina Sakkravi. Auch die Büfetts werden sie weiterhin anbieten, momentan helfen dafür noch Brigitte Krause und Elfi Schwanke. „Wir sind glücklich, dass es so läuft, noch bis Ende des Jahres werden wir ihnen helfen“, erzählt Brigitte Krause. „So lange sie Hilfe brauchen, sind wir dabei. Es ist schön, dass sie die Hilfe auch annehmen.“

Die neuen Betreiber haben schon Gastro-Erfahrungen gesammelt – in Berlin und vorher in einem italienischen Lokal in Luckenwalde. Sie ist eigentlich Bauzeichnerin und bekam in Kremmen erst mal gezeigt, wie man kellnert. „Das hat sie schnell gelernt“, sagt Brigitte Krause. Die Stammkundschaft kommt auch weiterhin ins Altstadtstübchen. „Viele kennen uns inzwischen“, sagt Sina Sakkravi. „Manche sind aber noch vorsichtig und wollen sehen, ob es immer noch schmeckt und wie wir drauf sind. Manche wollen Pizza essen, und für die deutsche Küche brauchen wir keine Werbung mehr machen.“ Die liefe quasi von selbst. Dafür haben sie Ali in der Küche, er ist schon längere Zeit im Lokal. Außerdem arbeitet dort noch ein Praktikant.

Es hat ein wenig gedauert, bis sie in Kremmen auch eine Wohnung gefunden haben, immerhin haben die beiden auch zwei Söhne und eine Tochter. „Kremmen ist klein, aber fein“, sagt Familienvater Sina Sakkravi. Im Lokal haben sie schon mal die Öffnungszeiten erweitert: Geöffnet ist jetzt immer donnerstags bis montags. Nach Absprache werden auch Termine für Dienstag und Mittwoch entgegen genommen.

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