Tagesarchiv für 1. November 2017

RTZapper

Luther – Das Projekt der 1000 Stimmen

Mittwoch, den 1. November 2017
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DI 31.10.2017 | 22.00 Uhr | ZDF

L-U-T-H-E-R!
Den ungewöhnlichsten Beitrag zum 500. Reformationsjubiläum hatte am Dienstagabend das ZDF zu bieten: ein Luther-Musical! “Das Projekt der 1000 Stimmen” wurde schon in vielen Orten Deutschland gezeigt, und der Höhepunkt war die Show in der Berliner Mercedes-Benz-Arena. Dort waren es sogar rund 4000 Stimmen, denn so riesig war der Chor, der das Musikprojekt begleitete und den Namen des Reformators schmetterte: L-U-T-H-E-R!

Michael Kunze und Dieter Falk haben die Ereignisse aus dem 16. Jahrhundert in erstaunlich gute und eingängige Songs gepackt. “Wir sind Gottes Kinder. Wo auch immer: Kinder ist allein!” Solche Texte sind, die dem Zuschauer regelrecht eingehämmert wurden – denn viele Textstellen wiederholten sich in den Songs, so dass man irgendwann mindestens mitsummte. Was aber auch ein wenig wie die evangelikalen Gottesdienste wirkte, die auf vielen kleinen Sendern zu sehen sind. Sehr ungewöhnlich war zudem, dass die komplette Show untertitelt wurde – nicht als wegzuschaltende Option. Irgendwer muss sich dabei was gedacht haben, aber dass man die Texte alle mitlesen konnte, führte dazu, dass man der Geschichte, die dort erzählt wurde, noch besser folgen konnte.

Dass Moderator Eckart von Hirschhausen teilweise mitten in den Songs seinen Senf dazugeben musste, schien da ein bisschen aufdringlich, aber vielleicht wollte man den ZDF-Zuschauer nicht so viel Musik oder Wortbegleitung zumuten. Die Zuschauer in der Halle kamen ja offenbar auch ohne die Hinweise aus.
Dennoch: Dieser Luther-Abend war auf jeden Fall modernes Bildungsfernsehen, das es im ZDF immer seltener gibt.

RT im Kino

Sommerhäuser

Mittwoch, den 1. November 2017

Ein Sommer in Bayern in den 70ern. Die Familie kommt im Garten mit den Sommerhäusern zusammen. Doch dieser Sommer steht unter keinem guten Stern. Oma Sophie, der der Garten gehört, ist tot. In einen großen Baum schlägt ein Blitz ein. Und ein Mädchen aus der Nachbarschaft verschwindet spurlos und wird tot aufgefunden.
Irgendwie schwebt das immer in der Luft. Während sich die Familie mit lästigen Wespen rumärgern muss, die Kinder herumstromern und das wegen der Entführung nicht mehr dürfen, es Streit gibt um ein Baumhaus.
Die Sache mit der Idylle klappt nur oberflächlich.

Sonja Kröners “Sommerhäuser” kann zwar mit Laura Tonke, Mavie Hörbiger, Thomas Loibl, Günther Maria Halmer, Ursula Werner, Inge Maux und anderen mit guten Schauspielern glänzen. Doch der Film selbst ist unglaublich zäh.
Lange, sehr lange erzählt der Film schlicht keine wirkliche Geschichte. Der Sommer passiert einfach. Was die Kinder tun, passiert einfach. Worüber sich die Erwachsenen unterhalten, passiert einfach. Alles passiert einfach, ohne auf irgendwas hinzusteuern. Es ist nicht direkt eine gepflegte Langeweile, die herrscht, aber nichts an diesem Film möchte irgendwie packen.
Selbst, als dann wirklich was Dramatisches geschieht, passiert das einfach, aber als Zuschauer kommt man aus der Lethargie einfach nicht mehr raus.
Am Ende hat “Sommerhäuser” zwar so etwas wie eine Botschaft oder ein Fazit (was man spoilertechnisch nicht verraten kann), aber alles in allem ist dieser Gartensommer doch eher öde.

Sommerhäuser
D 2016, Regie: Sonja Kröner
Prokino, 97 Minuten, ab 12
4/10

RTelenovela

Buh! Halloween-Ignoranten!

Mittwoch, den 1. November 2017
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500. Reformationsjubiläum? Reformationstag?! Kindern ist das wurscht. Sie feiern am 31. Oktober Halloween. Sie verkleiden sich gruselig und ziehen von Haus zu Haus. “Süßes, sonst gibt’s Saures!”
Die Eltern ziehen mit, schließlich will man ja die Mäuse nicht allein lassen.

Nun ist das aber mit Halloween so eine Sache. Bei diesem Fest müssen nämlich nicht nur die Kinder mitziehen, sondern irgendwie alle. Aber klar, es gibt viele Leute, die mit Halloween nichts anfangen können und nicht mitmachen. Wenn da geklingelt wird, machen sie nicht auf, schließen die Fenster, lassen die Jalousien runter.
In Internetforen findet man auch gleich die Beschwerden. Dass doch die Mäuse sich so viel Mühe geben, und dass es dann Leute gibt, die sich taub stellen. Und dass das ja nicht schön sei.
Ja, vielleicht ist es nicht schön. Aber man kann und soll niemanden zwingen. Auch Kinder müssen wissen und akzeptieren, dass bei weitem nicht alle Menschen Halloween gut finden und Kinder mit Süßigkeiten beschenken möchten. Wissen Kinder das, sollten sie auch nicht enttäuscht sein. Und stattdessen vielleicht gezielt nach sowieso schon geschmückten Gärten Ausschau halten. Und die begleitenden Eltern könnten ja vielleicht mit Nachbarn eine kleine Party organisieren? Dann müsste man auch nicht umsonst an fremden Häusern klingeln.