Monatsarchiv für November 2017

RT im Kino

Mord im Orient-Express

Sonntag, den 19. November 2017

Von Istanbul bis nach London – das ist die Strecke, die der Orient-Express bewältigen muss. Es ist Winter, und es kommt zur Katastrophe: Der Zug bleibt in einer Schneewehe stecken. Aber es kommt zu einer weiteren Katastrophe: Ein Fahrgast wird ermordet, mit zig Messerstichen in seinem Abteil aufgefunden. Mit im Zug ist auch der belgische Detektiv Hercule Poirot (Kenneth Branagh). Er nimmt die Ermittlungen auf und befragt jeden Fahrgast. Denn ihm ist klar: Es muss jemand aus dem Zug sein, denn in der Schneewehe steckt der Orient-Express viele Stunden lang fest.

Es ist die x-te Verfilmung des Agatha-Christie-Stoffes “Mord im Orient-Express”. In den Trailern wirkt sie ziemlich edel und modern – aber sie stellt sich als sehr verzichtbar und langweilig heraus – und als teilweise schlecht inszeniert und umgesetzt.
Gerade in der erste Hälfte wirkt der Film wie ein Theaterstück. Branagh ist völlig überschminkt, gerade in den Großaufnahmen, und er wirkt wie ein Schauspieler, der eine Rolle spielt – aber eben nicht wie die Rolle selbst. Auch die Szenen in Istanbul wirken nicht dynamisch, sondern einstudiert. Die Stimmung überträgt sich null. Einige Dialoge sind furchtbar hölzern.
Auch später kommt erstaunlich wenig Spannung auf – selbst wenn man sich zigmal erzählte Geschichte trotzdem nicht kennt. Daran erkennt auch das hochkarätige Ensemble nichts, u.a. mit Johnny Depp, Michelle Pfeiffer, Penélope Cruz, Willem Dafoe und Judi Dench. Die Ermittlungen sind manchmal verwirrend, weil mittendrin aus dem Nichts noch ein weiteres Pärchen eingeführt wird. Am Ende sitzen sie alle wie die Orgelpfeifen nebeneinander und hören sich Poirots Fazit an. Ob das gewollt oder unfreiwillig komisch ist, bleibt offen – es wirkt jedenfalls albern.
Leider kein guter Krimi – und ein Remake, das unnötig ist.

Mord im Orient-Express
USA 2017, Regie: Kenneth Branagh
Fox, 114 Minuten, ab 12
3/10

RTZapper

Mein wunderbarer Imbiss

Sonntag, den 19. November 2017
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FR 17.11.2017 | 20.15 Uhr | rbb

Kim Fisher reist durch Brandenburg und verkauft Brautwurscht. So will sie mit Leuten ins Gespräch kommen.
Klingt erst mal interessant und erinnert sehr an “Kesslers Expedition”. Scheinbar scheint es davon keine neuen Folgen zu geben, denn “Mein wunderbarer Imbiss”, am Freitagabend im rbb, ist vom selben Team, das sonst mit Michael Kessler umhergezogen war.
Während aber Herr Kessler ein Stück sympathisches Fernsehen mit viel Humor und mitunter tollen Begegnungen war, wirkte Kim Fisher seltsam spröde.

Warum auch immer – aber die Moderatorin reiste mit einem alten Lada Niva und einem Imbissanhänger nach Neuruppin. Auf dem Schulplatz baute sie ihr Lädchen und den Grill auf – und ging erst mal zum Fleischer, der ihr – warum auch immer – gleich 200 Würste andrehte. Die musste sie verkaufen. Auf dem Schulplatz fragte sie dann erst mal einen anderen Imbissbetreiber, was denn die Würste bei ihm so kosten. Der wird sich sicher über die Konkurrenz gefreut haben.
Nun stand Kim Fisher also da und grillte Würstchen. Ab und zu sprach sie Leute an, blöderweise muss sie irgendwann nachmittags oder am frühen Abend dort gewesen sein – es war nicht mehr viel los.
Sie reiste weiter nach Linum zur Autobahnraststätte, versuchte auch dort, zu verkaufen. Zwischendurch kletterte sie zu einem Lkw-Fahrer ins Fahrerhaus.
Weil die Würste immer noch nicht alle waren, ging es weiter nach Friesack und weiter in Brandenburgs Süden.

Das wirkte alles sehr bemüht. Obwohl Kim Fisher eigentlich locker ist, wirkte sie in “Mein wunderbarer Imbiss” oft verkrampft. Immer nach dem Motto: Erzähl was! Irgendwas! Es schien, als sei sie oft am falschen Ort zur falschen Zeit. Wenn nichts los ist, trifft man aber auch keine Leute. Oder zumindest keine, die irgendwie spannend sind. Und wo es bei Kessler oft knisterte, wollte bei Fisher keine rechte Stimmung aufkommen. Es muss ein ziemlich anstrengender Trip gewesen sein. Und wenn er es nicht war, dann kam es dennoch anstrengend rüber.

RTelenovela

Ein Hoch auf die Technik (40): Ohne Navi nach Karlshorst

Sonntag, den 19. November 2017
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(39) -> 8.5.2017

Man sollte sich nie blind auf die Technik verlassen. Denn wenn uns die Technik verlässt, dann sehen wir ziemlich alt aus.
Neulich musste ich mit dem Auto von Potsdam nach Berlin-Karlshorst fahren. Das ist eine ganz schöne Strecke, weil Karlshorst quasi von Potsdam aus am anderen Ende von Berlin liegt. Ich hatte eine sehr grobe Vorstellung davon, wie ich von A nach B komme, verließ mich aber ansonsten auf das Navi in meinem Handy.

Ich ich dann aber in Potsdam auf dem Parkplatz in meinem Auto saß und das Navi anschmeißen wollte – passierte nichts. Das Gerät spuckte keine Strecke aus, das Navi war nicht funktionstüchtig.
Eigentlich dachte ich, dass es ein Empfangsproblem ist und es in Potsdam gerade kein mobiles Netz gibt. Was unwahrscheinlich war, weil nur das Navi nicht funktionierte. Aber ich hatte Hoffnung, dass das Ding wieder funktionierte, bevor ich am Potsdamer Ortsausgang die A115 passierte.
Die Hoffnung erfüllte sich nicht.
Ich musste also spontan entscheiden: Durch Berlin oder über den Berliner Ring?
Ich entschied mich für Letzteres. A115, Berliner Ring, A113, A117, und dann über Altglienicke und die B96a nach Berlin rein.

Als ich noch kein Navi hatte, nahm ich mir vor jeder Fahrt mit unbekannter Reiseroute einen Atlas und merkte mir die Strecke ab da, wo ich von bekannten Straßen abwich. Oder machte mir Notizen.
Nun blieben mir nur die Hinweisschilder an der Straße. Das funktioniert natürlich auch nur, wenn man ein wenig Berlin-Kenntnis hat. Ich orientierte mich also zunächst in Richtung Köpenick, dann in Richtung Lichtenberg, und irgendwann war Karlshorst ausgeschildert und ich in der Treskowallee, die ich dann endlich auch kannte.
Ganz ohne Navi und ganz ohne Verfahren – nur mit Hilfe der Verkehrsschilder – erreichte ich mein Ziel. Ein bisschen stolz auf mich war ich da schon.

RTZapper

Neo Magazin Investigative

Samstag, den 18. November 2017
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DO 16.11.2017 | 22.20 Uhr | zdf neo

Irgendwo bei Fürstenwalde könnte er entstehen, der erste NS-Themenpark in Deutschland. Toll! Endlich können wir live nachfühlen wie das denn war, im Zweiten Weltkrieg. Endlich gibt es eine Art Geisterbahn, in der wir hautnah die Bombardierung Berlins miterleben können. Eine Auschwitz-Rampe soll es auch geben. Und natürlich das Berlin der 30er mit dem Reichspogromnacht-Feeling.
Dufte. Oder?

Am Donnerstagabend lief bei zdf neo eine etwas andere Ausgabe des “Neo Magazins”. Jan Böhmermann und Ralf Kabelka waren unterwegs, um zu recherchieren, wie sich die deutsche Gedenkkultur hinsichtlich des Dritten Reiches ändert. Sie ließen sich von einem Geschäftsmann erklären, was er plant. Nämlich die Lücke zwischen Gedenkstätte und Freizeitpark.
Und das, wo die AfD-Gauland gefordert hatte, insbesondere die Soldaten in den Weltkriegen nur im Guten zu ehren.
Bei dieser Doku lief einem nun ein Schauer über den Rücken.

Aber diese Doku war ein Fake. In Deutschland wird es keinen NS-Themen- und Spaßpark geben. Zumindest nicht in nächster Zeit. Jan Böhmermann hat seine Zuschauer hinters Licht geführt, und nur anhand dieser Doku ist dieser Fake extrem schwer bis gar nicht zu erkennen. Der Fake wird in der Doku nicht aufgelöst – erst durch Berichte im Internet wurde auch mir klar, dass sich das “Neo Magazin”-Team das alles nur ausgedacht hat.
Das Anliegen ist richtig. Denn die Frage muss man stellen, wie denn die Erinnerungskultur aussehen soll, wenn wir uns für den Zweiten Weltkrieg nicht mehr schämen sollen? So beschämend wie in der “Doku” gezeigt?
Böhmermann hat gezeigt, was passieren könnte, wenn alle Dämme brechen, wenn die Erinnerung an Deutschlands dunkelste Zeit unterhaltungstechnisch verwässert würde.
Dass der Fake an keiner Stelle so richtig deutlich wurde, darüber kann man diskutieren. Aber auch das gehört zur Satire: Manchmal erkennt man sie gar nicht auf den ersten Blick. Insofern hat er vermutlich wieder alles richtig gemacht.

RTelenovela

Rügen 2017 (20): 11,20 Euro

Samstag, den 18. November 2017
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(19) -> 16.11.2017

Der Film, den ich gesehen habe, hieß nicht nur “Simpel”, er war es auch. Also nicht inhaltlich. Aber es war eine normale 2D-Vorstellung. Es war Sonntag am frühen Abend. Keine Überlänge. Aber als die Frau an der Kinokasse den Eintrittspreis genannt habe, dachte ich erstens, dass ich wohl nicht richtig gehört habe, und zweitens, dass man Zehner wohl nicht reichen wird: 11,20 Euro kostete das Vergnügen.

Es ist das Kino in Bergen auf Rügen. Und gerade in der Winterzeit haben die Bergener den Vorteil, dass sie auf Rügen (so weit ich weiß) das einzige echte Kino sind. Da kann man die Preise schon mal sehr ordentlich hochschrauben.
Immerhin sind selbst in Berlin die Preise um gut 2 Euro niedriger. Und 11,20 Euro sind für einen normalen Film ohne Schnickschnack extrem viel – da kann ich jeden verstehen, der sagt, dann lieber zu Hause im Heimkino vom Streamingdienst.

ORA aktuell

Oranienburger Netto-Bäcker überfallen

Samstag, den 18. November 2017

Zwei unbekannte Männer überfielen am Freitagmorgen die Bäckerfiliale im Netto-Discounter in der Oranienburger Weißen Stadt. Sie hatten ein größeres Messer dabei und forderten von der Angestellten Geld. Sie nahmen Bargeld mit sowie eine schwarze Tasche mit den Tageseinnahmen des Vortages.
Ein Mann ist etwa 1,90 Meter groß, schlank, hatte einen Schal um und eine Kapuze. Der zweite ist etwa 1,70 Meter groß und kräftiger. beide sprachen, so die Polizei, mit ausländischem Akzent. Hinweise an die Polizei unter 03301/8510.

RTelenovela

Countdown: Zwei Lesungen

Freitag, den 17. November 2017
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Heute mal wieder Werbung in eigener Sache. Heute, am Freitag, 17. November 2017, lese ich mal wieder aus meinem vergangenes Jahr erschienenen “RT Zapper”-Buch mit den besten Kolumnen von 1996 bis 2016.
Ich bin zu Gast bei der 8. Lesung im “Museum im Depot” auf dem Remontehof in Bärenklau. Es lesen verschiedene Autoren aus der Region, und ich werde die Nummer drei an diesem Abend sein. Um 19 Uhr geht es los, der Eintritt kostet nichts.

Eine zweite Lesung gibt es am Donnerstag, 23. November 2017. Ich bin zu Gast beim Klönkaffee-Nachmittag des Heimatvereins Vehlefanz. Auch dort lese ich aus meinem Büchlein. Los geht es um 14.30 Uhr, ich lese nach 15 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in der Lindenallee. Das Ganze ist für Mitglieder im Verein, aber wer dazu kommen will – der Eintritt kostet auch dort nichts. Eigentlich beginnt es schon am frühen Nachmittag mit einem Flohmarkt. Außerdem wird es diverse Aufführungen von historischen Kampftechniken geben.

Mehr Termine gibt es hier.