Tagesarchiv für 24. Oktober 2017

RT liest

Liza Marklund: Verletzlich

Dienstag, den 24. Oktober 2017

(12) -> 19.1.2017

Finale. Die schwedische Autorin Liza Marklund hat mit ihrer 13. Geschichte über die Journalistin Annika Bengtzon ihre langjährige Serie beendet. 1998 erschien ihr erste Roman in der Reihe in Schweden, zwei Jahre danach in Deutschland. Mit “Verletzlich” schließt sich der Kreis.

Annika muss in ihrem Leben noch einige Dinge klären. Ihr geht so viel im Kopf herum, dass sie Panikattacken bekommt. Ihr jüngster Fall ist nicht gelöst, das Opfer, ein Politiker, liegt im Koma. Außerdem muss sie ein 15 Jahre altes Verbrechen im Auftrag ihrer Zeitungsredaktion vom “Abendblatt” noch mal neu aufrollen – eine Reise auch in ihre eigene Vergangenheit.
Damit nicht genug: Annikas Schwester ist verschwunden. Sie hatte keinen engen Kontakt mehr mit ihr, aber sie hat ihr zwei SMS geschrieben. Hilferufe. Annika muss rausfinden, was passiert ist – und vor allem: wo ihre Schwester ist.
Unterdessen erfährt Annika, dass die Printausgabe des “Abendblattes” demnächst eingestellt wird. Ist ihr Job in Gefahr? Was wird die Zukunft bringen?

Fast zwei Jahrzehnte konnten wir Annika Bengtzon in ihrem Journalistenalltag begleiten. Wir haben erlebt, wie sich die Presse und die Medien in dieser Zeit gewandelt haben, welche Probleme und Trends aufploppten. Aber wir haben auch Annika selbst lang begleiten dürfen. Dass nun Schluss ist, ist schade, denn es hätte allein in dieser Hinsicht bestimmt noch sehr viel zu erzählen gegeben.
In diesem letzten Roman lässt Liza Marklund ihre Hauptfigur noch mal in sich gehen. Das macht auch diesen Roman spannend – wenn auch vermutlich nur für Fans der Reihe. Ob “Verletzlich” auch als einzeln gelesener Roman funktioniert, müssen entsprechende Leser sagen.
Marklund konnte ihr hohes Niveau leider nicht ganz halten, Vorgängerfälle waren weit mehr spannender. Aber Bengtzon selbst und das “Universum” drumherum sind interessant genug, dass auch das Finale lesenswert ist.

Liza Marklund: Verletzlich
Ullstein, 348 Seiten
7/10

RT im Kino

Unter fremden Betten

Dienstag, den 24. Oktober 2017

Es ist schon viele Jahre her, dass Linda Lehmann (Veronica Ferres) ihren einzigen Schlagerhit hatte. Nun will sie ihr Comeback bei einer großen Gala. Und scheitert grandios.
Danach ist alles im Eimer. Ihr Freund und Produzent Friedrich (Heiner Lauterbach) hat eine andere und schmeißt Linda aus dem Haus. Sie hat nichts mehr. Niemand will mehr etwas mit ihr zu tun haben. Außer ihre polnische Putzfrau Justyna (Magdalena Boczarska). Die wird zwar von Linda weiter ziemlich mies behandelt, aber dennoch hilft Justyna ihr. Das Leben der beiden Frauen wird gehörig durcheinandergewirbelt. Bekommt Justyna eine Chance auf ein anderes Leben? Und schafft Linda doch noch ein Comeback?

Linda wird von der Schlagersängerin zur Putzfrau, sie arbeitet also “Unter fremden Betten”, und so heißt auch der Film von Jan Fehse. Er erzählt eine nicht sehr originelle Story. Und normalerweise kann man nicht-originelle Storys mit einer guten Umsetzung wettmachen.
Hier geht es um eine Frau, die in einer Glamourwelt lebt, für andere Menschen nicht fiel übrig hat. Dann geht es ihr mies, und sie muss sich arrangieren. Irgendwann gibt es eine Szene, in der Justyna meint, sie habe sich in Linda geirrt, und sie sei gar nicht so arrogant. Eine falsche Schlussfolgerung, denn Linda muss aus lauter Not ihre Arroganz ablegen, und selbst das fiel ihr schwer. So richtig sympathisch ist Linda nie, sie wächst einem nie wirklich ans Herz.
Der Film hat aber noch ein ganz anderes Problem: Gerade in den ersten Minuten spielen alle völlig gaga. Es scheint, als ob alle Darsteller die Anweisung hatten, so überhöht, blöd und unglaubwürdig wie möglich zu spielen. Vielleicht sollte das auch Slapstick sein – er verunglückt total. Das wird später besser, aber es ist erschütternd, wie bescheuert einige Charaktere rüberkommen – und das durch die Spielweise, nicht durch den Charakter selbst. Eine schlechte Regie mit einer vollkommen unangenehmen Darstellung einer Branche. Veronica Ferres legt alles in diese Komödie rein, und es wirkt in den ersten Minuten oft nur plump. selbst der so geniale Milan Peschel wirkt in dieser Klamotte einfach nur doof.
Das alles macht “Unter fremden Betten” leider nicht zu einem guten Film. Dass er dennoch kein Totalflop ist, liegt schlicht daran, dass er immerhin nicht langweilt und zeitweise dann doch ganz unterhaltsam-nett ist. Das aber reicht nicht.

Unter fremden Betten
D 2017, Regie: Jan Fehse
Fox, 100 Minuten, ab 6
5/10

ORA aktuell

Fußball: Oranienburger FC gewinnt Stadtderby

Dienstag, den 24. Oktober 2017
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In der Fußball-Brandenburgliga gab es am Sonntag mal wieder ein Stadtderby. Die Oranienburger FC Eintracht gewann gegen TuS Sachsenhausen mit 2:0.
1050 Zuschauer kamen ins Elgora-Stadion. Für einen Zwischenfall sorgte die Rauchbombe eines 36-Jährigen. Sie zerstörte ein Tornetz.