Tagesarchiv für 16. Oktober 2017

aRTikel

Duell: Jenna scheitert auch gegen Paul

Montag, den 16. Oktober 2017
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Bis weit nach 1 Uhr dauert die große Spielshow in der Hohen Neuendorfer Stadthalle – Spannung bis zum Schluss

MAZ Oberhavel, 16.10.2017

Hohen Neuendorf.
So lange hat es noch nie gedauert, und so spannend war es auch schon lange nicht mehr. „Deutschlands größte ehrenamtliche Gameshow“ hat am Sonnabend in der Hohen Neuendorfer Stadthalle wieder Maßstäbe gesetzt. Zum vierten Mal hieß es „Wer besiegt Paul?“, und zum vierten Mal ist darauf keine Antwort gefunden worden. Denn auch diesmal konnte sich Paul Aurin (28) durchsetzen – aber es war äußerst knapp.
Jenna Timm hatte es schon mal bei „Schlag den Raab“ versucht und konnte sich gegen den ProSieben-Entertainer nicht durchsetzen. Am Sonnabend konnte sich die 27-jährige Kriminalkommissarin aus Hartenholm in Schleswig-Holstein gegen Maximilan von Angern, Henrik Hermann und Eric Böhm durchsetzen. Danach konnte sie sich in 15 Spielrunden mit dem 27-jährigen Hohen Neuendorfer Lehrer Paul Aurin duellieren.

Das ehrenamtlich arbeitende, etwa 50 Leute starke Team im Hintergrund arbeitete permanent daran, dass alles reibungslos ablief. Sie dachten sich die Spiele aus, bauten alles auf und ab, sorgten für die technische Umsetzung und für die Übertragung der Bilder auf die große Leinwand. Wie in einer Fernsehshow – nur ohne Fernsehen.
Die Spiele waren sehr abwechslungsreich. Wissen, Schnelligkeit, Geschicklichkeit und eine gute Auffassungsgabe waren nötig, um bestehen zu können. Jenna Timm hatte zwischendurch alle Fäden in der Hand. Glühbirnen mussten eingeschraubt, Gesichter und Stimmen erkannt werden, sie spielten das alte „Mario Kart“-Computerspiel gegeneinander, sie fuhren Hover Cart und leisteten sich draußen auf dem Sportplatz ein Ballonduell in der Bogenschießen-Version. Sie mussten Buchstaben sortieren, Texte so schnell wie möglich abtippen, mit Tennisbällen auf einen Medizinball werfen und Kegelbillard spielen.

Als es nach Spiel acht 50:8 für Jenna stand, schien schon alles gelaufen. „Da dachte ich schon: Hauptsache Schadensbegrenzung, nicht zu hoch verlieren“, erzählt Paul Aurin nach dem Ende der Show. An einen Sieg wollte er da nicht mehr glauben. „Ich hatte mich damit schon abgefunden, hoffte nur, vielleicht mit 90:50 zu verlieren.“
Aber es sollte anders kommen. Paul begann eine spannende Aufholjagd – bis zu Spiel 14, da stand es plötzlich 74:88 für Paul. An dieser Stelle hatten sowohl Jenna als auch Paul die Möglichkeit, zu gewinnen. Beim Leitergolf herrschte eine große Spannung. Obwohl es schon nach 1 Uhr war, herrschte große Konzentration. Am Ende hatte Paul das größere Geschick, der Jackpot wächst nun auf 3000 Euro im nächsten Jahr.

„Es ist schade, dass ich nicht gewonnen habe“, sagte Jenna Timm später. „Aber es waren auch geile Emotionen.“ Im Internet hatte sie einiges über die Show gelesen, „aber wenn es man es hier sieht, ist das noch mal eine ganze andere Hausnummer.“ Sie lobte die hohe Professionalität des Teams, die sich mit dem „Schlag den Raab“-Team durchaus messen könne.

„Es ist eine Herzensangelegenheit für uns“, sagte Moderator Fabian Lindemann am Ende der mehr als vierstündigen Show. „Noch nie hat unser Team diese Show so hervorragend produziert, noch nie hatten wir so viel Spaß.“ 12 000 Euro kostete dieser Spaß, die der Hyperion-Verein dafür ausgab.

RTelenovela

Endlich ist der Wahlkampf zu Ende!

Montag, den 16. Oktober 2017
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Endlich ist es vorbei! Fast drei Monate Wahlkampf sind in Oranienburg zu Ende gegangen, und am Ende war er erstaunlich schmutzig.
Alexander Laesicke (parteilos) wird neuer Bürgermeister von Oranienburg. Er löst seinen Vater ab. Hans-Joachim Laesicke (SPD) leitet seit 1993 die Geschicke der Stadt und wird sie nun also Anfang 2018 an seinen Sohn abgeben.
Laesicke-Junior setzte sich letztendlich gegen sieben Gegenkandidaten durch, in die Stichwahl ging er mit Kerstin Kausche, die für CDU und FDP ins Rennen ging.

Eine nie da gewesene Schmutzkampagne fegte über Oranienburg hinweg. Kausche-Gegner gruben uralte Geschichten aus. 2011 schrieb der “Focus” über eine Immobiliengeschichte in Hohenbruch, die Kausche in ein schlechtes Licht rückt. Dazu sind Flyer verteilt worden, auf denen der alte Kram ebenfalls verbreitet worden ist. Es wurde so getan, als ob das alles neu und die Story nie aufgedeckt worden sei. Dabei hatte sich Kausche 2011 lang und breit dazu geäußert, die Lokalpresse schreib damals diverse Berichte, und die Geschichte war eigentlich vom Tisch.
Das hinderte ihre Gegner nicht daran, bei Facebook immer wieder darauf rumzureiten. Selbst Gesprächsangebote Kausches wurden dort schlicht ignoriert, um danach dreist zu behaupten, es habe nie ein Gesprächsangebot gegeben. Da wird gelogen und geleugnet, wenn plötzlich Gegenfragen kommen.
Eine bemerkenswerte Schmutzkampagne, die Oranienburg in dieser Form noch nicht erlebt hat.

Tatsächlich hat Kerstin Kausche die Wahl verloren, und am Sonntagabend zeigte sie sich als schlechte Verliererin. Ich war dienstlich im Wochenendeinsatz und war als Reporter auf der Kausche-Wahlparty in Oranienburg. In dieser halben Stunde hat Kausche mir unbewusst gezeigt, warum sie vermutlich keine gute Vertreterin der Oranienburger gewesen wäre.

1. Kausche schob die verlorene Wahl darauf, dass sie nicht gegen Laesicke-Junior, sondern gegen Laesicke-Senior verloren habe. Hans-Joachim Laesicke habe die besseren Netzwerke gehabt. Was natürlich eine Behauptung ist, die sie nicht nachweisen kann. Kompetenz habe nicht gezählt bei den Leuten, sondern nur der Name. Und ob sie Laesicke anrufen werde, um ihm zum Wahlsieg zu gratulieren, wollte sie gar nicht erst sagen. Aber ihr Blick sprach Bände. Fehler bei sich fand sie offenbar keine.

2. Als ich gerade ein Foto von der gesamten Kausche-Wahlkampfgruppe machte (ich wollte das gar nicht, sondern nur die engsten Kollegen, weil ich gar keine Verwendung für ein Foto mit 30 Leuten drauf habe, aber es wurde mir quasi aufgezwungen), traf der Kollege der anderen Zeitung ein.
Kerstin Kausche rief, dass nur ich dieses Foto machen dürfe. Woraufhin ich meinte, dass es mir nichts ausmache, wenn der Kollege auch fotografiert. Diese Exclusivität fand ich unnötig. Der Kollege machte dann aber kein Foto.
Kerstin Kausche verschwand dann ganz schnell, und ihr Mann kam auf meinen Reporterkollegen zu und erklärte ihm, dass er weder Fotos bekomme noch einen Kommentar zum Ausgang der Wahl. Ob Frau Kausche das ihm nicht persönlich sagen könne, fragte der Kollege. Konnte sie nicht. Tatsächlich ging der Kollege dann wohl wieder, und ich habe mir später sagen lassen, dass es in der anderen Zeitung vor der Wahl einen Artikel gegeben habe, der der CDU nicht gepasst habe. Ich kenne den Text nicht, deshalb kann ich dazu nichts sagen.
Klar ist es unschön, wenn es nicht genehme Artikel gibt – aber ein Boykott gegenüber bestimmten Medien durch eine Frau, die gerade noch Bürgermeisterin werden wollte? Ich finde das empörend, und es wirft ein ganz mieses Licht auf Kerstin Kausche und auf ihr Verständnis der (manchmal unangenehmen) Pressefreiheit. Sie gibt also Medien, die Dinge schreiben, die ihr nicht passen, keine Auskünfte mehr. Hätte sie das auch als Bürgermeisterin getan?

3. Als sie von der Ortsvereinschefin Blumen bekam und die ihren Dank an Kausche aussprach, hielt auch Kausche noch mal eine kleine Rede an ihre Leute von CDU und FDP. Darin sagte sie sinngemäß, dass ja wohl 55 Prozent der Oranienburger nicht genug Hirn besäßen. Damit meinte sie vermutlich die 55 Prozent, die Laesicke gewählt haben. Aaah ja.
Kerstin Kausche hält also alle für doof, die sie nicht wählen?
Ich habe das Gefühl, dass sie nicht viel von Demokratie hält. Zwar war die gegen sie gerichtete Schmutzkampagne eklig. Aber am Sonntagabend zeigte sie zumindest mir, dass sie die Wahl dann wohl doch völlig zurecht verloren hat.

KeineWochenShow

#41 – Endlich ASMR!

Montag, den 16. Oktober 2017
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Heute raschelt es am Anfang. Es gibt nämlich im Internet einen (sicherlich nicht ganz neuen) Trend namens ASMR – Autonomon Sensory Meridium Response. Da sieht man Leute, die zum Beispiel am Mikrofonschutz rascheln. Oder Mundgeräusche machen. Zischen. Oder an Gegenständen entlangstreichen. Da gibt spezielle Toneffekte, auch gern mit Raumklang, also mit Tönen, die von rechts nach links und umgekehrt wandern. Ist in der Tat irgendwie entspannend.
Ein wunderlicher, aber irgendwie auch spannendes Ding, unter dem Stichwort ASMR gibt es bei Youtube diverse Videos. Und damit beginnt heute KeineWochenShow.

Außerdem geht es um die Neuauflage von “Der Preis ist heiß”, um einen Feiertag für die Scorpions, um die Wahlen in Niedersachsen, Oranienburg und Velten und um die Obergrenze, die keine Obergrenze mehr genannt werden darf. Auch die leichte Bodenwelle auf der A20 bei Tribsees ist ein Thema, und zum Schluss geht es um die Vorbereitungen für “Wer besiegt Paul?” in Hohen Neuendorf.

Die komplette Ausgabe 41 von “KeineWochenShow” gibt es auf Youtube.

RTZapper

Ratzkes Rendezvous

Montag, den 16. Oktober 2017
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DO 12.10.2017 | 23.30 Uhr | Das Erste

Schock im Ersten! Da kam es am Donnerstagabend zu einem unglaublichen Vorfall! Dort startete eine neue Show. Und das mit einem vorher völlig unbekannten Moderator! Betreibt man da etwa Nachwuchsförderung? Und das nicht in der Spartenkanal-Nische?
Ganz unbekannt ist Sven Ratzke in der Entertainment-Branche allerdings nicht. Er ist ein gefragter Bühnen- und Musicaldarsteller – als Fernsehmoderator allerdings bislang unbekannt.

“Ratzkes Rendezvous” hieß die Show, die das Erste am späten Donnerstagabend zeigte. Sven Ratzke begrüßte im Berliner Spiegelzelt Katharina Thalbach zu einem launigen Interview. Quasi ohne Inhalt, aber es macht Spaß, den beiden zuzuhören. Die Sendung wirkte wie “Inas Nacht” ohne Ina und ohne Nacht und erinnerte ein wenig an die “Schmidt”-Show von der Hamburger Reeperbahn, wo das Publikum auch ganz dicht dran war und dadurch eine dichte Atmosphäre herrscht.
Nett, aber belanglos wirkte das. Bis Sven Ratzke plötzlich für Katharina Thalbach sang – eine stille Version von David Bowies “Hero”. Ein echter Gänsehautmoment, fast eine Sternstunde, die nicht nur bei der Besungenen für Verzückung sorgte.
Später kamen zwei weitere Gäste, und entstand eine lockere, muntere Runde.

“Ratzes Rendezvous” ist kein Format, dass man dringend gebracht hat, das man sich aber am späten Abend durchaus ansehen kann. Dass die ARD die Sendung als neue Late-Night-Show gefeiert hat, ist jedoch Unsinn. Dieses Genre braucht einen Stand-Up und bestimmte Rituale – die hat “Ratzkes Rendezvous” nicht zu bieten. Es ist eher eine Entertainmentshow, eine etwas andere Talkshow.
Und warum produziert eigentlich der Saarländische Rundfunk eine in Berlin aufgezeichnete Show? Hat der rbb keinen Bock drauf? Oder gab es im Saarland keine Bruchbude, wo man die Show hätte aufzeichnen können?