Tagesarchiv für 9. Oktober 2017

KeineWochenShow

#40 – Mein Baby gehört zu mir!

Montag, den 9. Oktober 2017
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In Ausgabe 40 von “KeineWochenShow” gibt es drei Neuerungen. Der Vorspann ist neu gestaltet und unserem neuen Kellerstudio angepasst. Außerdem gibt es den Vorspann nun auch als Abspann, ergänzt durch das Copyright. Und drittens haben wir so etwas wie ein Sendungslogo, das wir auch einblenden, wenn wir etwas einspielen. Das kommt zwar nicht so oft vor, aber in Ausgabe 40 gibt es das.
Denn MetalMewes löst seine verlorene Wahlwette ein und hat etwas gekocht – im Einspieler sehen wir, was es zu essen gab.

Das Gitarrengeklampfe zu Beginn nimmt immer gewagtere Züge an – diesmal mit einer AC/DC-Einlage. Ernst wird es, wenn wir über die Schießerei in Las Vegas sprechen – und über die Angst der Menschen, die sich daraus ergibt.
Wir reden über 30 Jahre “Dirty Dancing” und darüber, dass Männer das Ereignis im Oranienburger Kino nicht mitfeiern durften. Wir feiern 140 Jahre B.Z. und nehmen Abschied von Tom Petty. Außerdem sind wir gespannt, was aus dem ehemaligen “Paganini”-Lokal in Oranienburg wird.

Das alles in Ausgabe 40 von “KeineWochenShow” auf Youtube.

RTZapper

Nena – Nichts versäumt

Montag, den 9. Oktober 2017
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SA 07.10.2017 | 20.15 Uhr | ZDF

Ob nun “Nichts versäumt” ein guter Titel für eine Fernsehshow ist, sei mal dahingestellt. Aber das ZDF traute sich und strahlte am Sonnabend zur Primetime mal keinen Krimi und kein Quiz aus – sondern eine Musikshow.
Nena feiert ihr 40. Bühnenjubiläum. Bekannt geworden ist sie 1982 mit “Nur geträumt”, und so richtig knallte es 1983 mit den “99 Luftballons”. Wer nun aber meint, dass danach ja gar nichts mehr kam und dass es völliger Blödsinn sei, dass das ZDF ganze 150 Minuten für opfert, der irrt gewaltig.
Denn 2005 hatte Nena in Deutschland überhaupt erst ihren zweiten Nummer-1-Hit: “Liebe ist”. 2002 war sie zuvor sehr clever und coverte ihre eigenen NDW-Hits und schaffte es als eine der wenigen, daraus noch bessere Songs zu machen.

Allerdings müssen die 150 Minuten trotzdem viel zu kurz gewesen sein, denn aus den Interview-Passagen zwischen den Musiksongs wurde sehr viel rausgeschnitten. Teilweise waren es so viele Schnitte, dass die Gespräche wie Best-of-Schnipsel wirkten.
Ansonsten war es aber eine nette, entspannte Show. Stars und Freunde und Familie kamen, um Nena-Songs neu zu singen und zu spielen, und Nena selbst hatte offenbar den größten Spaß daran, dem beizuwohnen.
Letztlich hat vielleicht wirklich “Nichts versäumt”, aber es war auch schön, einen Abend mal alte und neuere sowie bekannte und unbekanntere Nena-Hits zu hören.

RTelenovela

Der Friedrichstadtpalast und die Rechten

Montag, den 9. Oktober 2017
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Ein ganz heißes Eisen, das der Intendant des Berliner Friedrichstadtpalastes da angepackt hat. Berndt Schmidt hatte verkündet: “Wir werden uns künftig noch deutlicher als bisher von 20 oder 25 Prozent unserer potenziellen Kunden im Osten abgrenzen und von Hohlköpfen mit Migrationshintergrund selbstverständlich auch. Ich will all deren Geld nicht.” Er meint AfD-Wähler, und AfD-Wähler könnten ihre Tickets an der Kasse zurückgeben.
Daraus wurde gemacht, dass er keine AfD-Wähler in seinem Haus wolle. So kann man das sehen, aber das heißt nicht, dass AfD-Wähler Hausverbot im Palast hätten. Was ja auch gar nicht möglich ist, weil man ja den Leuten nicht ansieht, was oder wen sie wählen.

Weiter sagte Schmidt: “Der Palast ist eine bedeutende Kulturinstitution im Osten. Daraus erwächst Verantwortung.” Zwar sei es nicht so, dass alle AfD-Politiker Nazis seien oder alle Wähler dieser Partei. “Aber wer AfD wählte, wusste, dass er auch Nazis in den Bundestag wählt. Wer das aus Angst oder Sorge oder Protest in Kauf nimmt, ist ein Brandstifter und Mittäter.” Es gebe dafür keine Entschuldigung. 20 der 94 AfD-Abgeordneten im Bundestag “sind das, was ich unter Nazis verstehen würde”, so Schmidt weiter.

Am Sonnabendnachmittag, vor der “The One”-Aufführung, äußerte sich Schmidt vom Regiepult im Palastsaal. Unterhaltung beinhalte das Wort “Haltung”. Ein Hausverbot gebe es nicht, aber AfD-Wähler sollten sehen, dass in der Show Ausländer mitmachen, Anhänger verschiedener Religionen, Homosexuelle – und so weiter.

Was Schmidt über die AfD und die AfD-Wähler sagt, ist nicht so falsch. Immerhin grenzt sich die rechte Partei nicht von den Neonazis in ihren Reihen ab, sie gehören zu dieser Partei, sie sind nicht nur geduldet. Dass die AfD da in eine bestimmte Ecke gestellt wird, ist da nur logisch. Und wer hört, wie die AfD-Anhänger gegen Vertreter anderer Parteien hetzen und alles niedermachen, muss sich auch über nichts wundern. Wird irgendwo was gegen die AfD gesagt, sind die AfD-Anhänger nicht nur empört. Sie hetzen, sie drohen, sie werden ausfallend. Hört man von SPD- oder Linke-Anhängern nicht so oft.
Am Freitag ging es in “Kalkofes Wählscheibe” auf Tele 5 auch gegen die AfD. Das brachte ihm wieder der Hetze der AfD-Freunde ein. Kalkofe sei erfolglos und habe es nötig heißt es da in den Facebook-Kommentaren, man droht, man hetzt. Dass Kalkofe in der Sendung auch scharfe Merkel-Kritik übt oder sich über SPD-Schulz lustig macht – das wird wohl übersehen. Oder in der dumpfen Hetzsucht sieht man’s nicht.

Berndt Schmidt bekam zig Hassmails und Morddrohungen. Am Sonnabendabend gab es eine Bombendrohung im Friedrichstadtpalast. Das zeigt, dass Schmidt nicht so falsch liegt in seiner Einschätzung. Die Kulturstätte steht für Weltoffenheit, für Toleranz – all das haben einige (viele?) AfD-Wähler nicht. Weltoffenheit und Toleranz und die AfD passen nicht zusammen – und wer die AfD nur aus Protest wählt, muss sich in der Tat klar sein, dass er damit Nazis mitwählt. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Und wer dann als Beispiel anfühlt, dass man ja in den 30ern geschrien habe “Kauft nicht bei Juden”, und dass das ja nun wieder passiere, der hat in Geschichte wohl nicht ganz aufgepasst und verdreht schlicht die Tatsachen. Denn wenn man die AfD mit irgendwas vergleicht, dann ganz sicher nicht mit den Juden. Und sind es nicht AfD-Anhänger, die gegenüber verschiedenen Künstlern schon mal androhten, dass sie sich schon mal warm anziehen müssen, falls sie mal an der Macht sind?

Eigentlich ist der Friedrichstadtpalast unpolitisch. Aber statt AfD-Wähler auszuladen, wäre es vermutlich sinnvoller, dass man die politische Ansage vor jede Show stellt – AfD-Wähler können sich das ruhig mal anhören.