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#ichbin87

Ein neuer Hashtag wabert durch Deutschland: #ichbin87.
Er bezieht sich auf das Wahlergebnis der AfD, die bei der Bundestagswahl fast 13 Prozent erreichte. Mit dem Hashtag bei Twitter und Facebook will man sich von den AfD-Wählern abgrenzen und sich damit gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Hass und rechtem Populismus aussprechen.
An sich ist diese Äußerung natürlich völlig in Ordnung, und wer sich damit beflaggen will, kann das auch gern tun.
Aber dennoch ist es wieder ein Stück Wohlfühl-Internet. Alles ist immer noch gut, und ich habe mal wieder ein gutes Werk getan, in dem ich gegen die AfD protestiere. Mit einem Hashtag.

Aber macht man es sich damit nicht zu einfach? Die knapp 13 Prozent klingen viel, aber in Wirklichkeit ist ein niedriger Wert, wenn man sich mal im Osten Deutschland umsieht. In Sachsen ist die AfD als Wahlsieger hervorgegangen. Was hashtaggen denn die Sachsen? #ichbin74 ? – Klingt natürlich nicht mehr ganz so toll, und irgendwie will sich das Wohlfühlgefühl nicht so ganz einstellen.
Die politische Lage in Ostdeutschland scheint sich von der im Westen abgekoppelt zu haben, in Brandenburg und Co. sind die Rechtspopulisten schon viel stärker. Da ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die AfD Mehrheiten erreicht und Koalitionen ohne sie kaum noch möglich sind. Aber vielleicht kommt dann ja irgendwann der Hashtag #ichbin61 – oder so.
Aber wenn man etwas gegen diese Strömung unternehmen will, reichen oberflächliche Hashtags nicht. Zumal man damit keinen AfD-Wähler bekehren kann und noch mehr zur Spaltung unseres Landes beiträgt.

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