Tagesarchiv für 23. September 2017

aRTikel

Es dreht sich alles um die Musik

Samstag, den 23. September 2017
Tags: , ,

Das Ehepaar Petra Kleinke und Jan Rase aus Groß-Ziethen ist in diversen Projekten erfolgreich – Doooya ist nun ihr gemeinsames Baby

MAZ Oberhavel, 23.9.2017

Groß-Ziethen.
Wenn man sagt: Ihr Leben ist die Musik – dann ist das im Fall von Petra Kleinke und Jan Rase keine Floskel. Das Ehepaar aus Groß-Ziethen beschäftigt sich in verschiedenen Projekten mit der Musik. Seit zwölf Jahren sind sie verheiratet, seit elf Jahren leben sie in dem Kremmener Ortsteil.

Sie (47) war eigentlich mal Tischlerin, arbeitete später als Heilpraktikerin, „war aber schon in der Schule in einem Musicalprojekt“, wie sie erzählt. Nach der Kinderpause begann sie wieder zu singen und fand einen Weg, die Musik mit Heiltherapien zu verbinden. Er (50) ist gelernter Klavierbauer, „und ich wollte schon immer was mit Musik machen.“ Der Vater wollte eigentlich, dass – aus seiner Sicht – was Anständiges aus ihm wird. Aber dann wurde Jan Rase von der Musik gepackt. Er spielte in einer Band, ging mit „Luchten“ auf Tour.
Als sie von Berlin nach Groß-Ziethen gezogen waren, da änderte sich vieles im Leben der beiden. „Irgendwie war es ein Schritt zum bewussten Leben, Selbstverwirklichung.“ Auf dem Bauernhof bot es sich an, ein Tonstudio einzurichten. Wenn man aufzählt, an welchen Projekten sie beide – gemeinsam oder jeder für sich – arbeiten, da vergehen schon einige Minuten.

Jan Rase hat schon mit zwölf Jahren angefangen, eigene Stücke auf dem Klavier zu spielen. 2002 ergab sich die Gelegenheit, für den Sat.1-Film „Ben und Maria“ an der Musik mitzuarbeiten. „Der Rohschnitt stand schon, vom Regisseur kamen dann Ideenvorlagen“, erinnert sich der Groß-Ziethener. „Damals gab es hohe Budgets, anders als heute. Das war jedenfalls super aufregend.“ Bis heute hat Jan Rase 300 Werbefilme vertont, für Miele, Audi oder Dr. Oetker. „Aber nichts, was sehr bekannt ist.“ Dabei geht es vor allem um Werbefilme, die beispielsweise auf Messen zu sehen sind.
Kürzlich machte er Schlagzeilen, weil es ein älterer Song der damals von ihm produzierten Gruppe Gnawa Impulse auf Platz eins der Nordafrika-Charts auf der Musik-Streaming-Seite Ethnocloud geschafft hatte. Finanziell hat Rase nichts davon, dass „The Yumala Song“ ein später Erfolg wurde. An Downloads würde man wenig verdienen.
Ein Ausgleich schafft für ihn das Engagement in der Band „Oya“. Dort spielt er Bansuri, eine indische Bambusflöte. „In den Klang bin ich verschossen“, sagt er und lächelt. Nach einem stressigen Projekt, suchte er etwas, um runterzukommen. Das zu spielen „hat was Meditatives“, sagt Jan Rase. Er konnte Musiker gewinnen, und so nahm er mit Oya auch CDs auf und spielte Konzerte. Allerdings sei der Markt dafür hierzulande nicht so groß. In der Hinsicht ist er mit der Gruppe Barfleas größer im Geschäft. Damit tritt er auf Weltmusikfestivals auf oder in Kulturhäusern.

Petra Kleinke macht viel Musik auch in Kindergärten oder Musikschulen. Für die Kinderschule Eden in Oranienburg schrieb sie ein Musical – „SOS Erde“. „Die Kinder haben eine Woche bei uns auf dem Hof verbracht, danach hatten sie eine fertige CD in der Hand.“ Das Projekt war so erfolgreich, dass es nun für den Preis „Vereint für gute Schule“ nominiert ist. „Ich fände es toll, wenn wir gewinnen, in dem Musical geht es um Umweltverschmutzung und um bewusstes Handeln. Es wäre ein tolles Zeichen für die Kinder, wenn so etwas belohnt würde“, sagt Petra Kleinke.

In Zukunft wollen sie und ihr Mann Jan wieder öfter gemeinsam auftreten. Unter dem Namen „Doooya“ spielen sie ihre Lieblingslieder, „aber auf untypischen Instrumenten. Das passt, weil wir das eben auf unsere Art machen“, sagt Petra Kleinke. Wann aber haben sie Zeit, dafür zu proben? „Oft abends“, sagt sie. Im kommenden Jahr haben sie mit Doooya schon jetzt 30 Auftritte im Plan. Und gibt es noch einen Traum? Jan Rase überlegt kurz: „Im VW-Bus auf Tour durch Deutschland – und einen ,Tatort’ vertonen.

RTelenovela

Überraschungsevent (14): Kabettistischer Rundumschlag

Samstag, den 23. September 2017
Tags: , , , ,

(13) -> 24.8.2017

Der Startschuss fiel im April 2016: Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte ich das Event planen, im Oktober ist sie dran.

Diesmal gab es, passend zum beginnenden Bundestagswahl-Wochenende, einen Kabarettabend. In den Wühlmäusen am Berliner Theodor-Heuss-Platz gastierte Florian Schroeder mit seinem neuen Programm “Ausnahmezustand”.
Um es kurz zu machen: Es war ein großartiger Abend – und Schroeder bewies, dass er zu den besten Kabarettisten in Deutschland gehört – wenn er nicht gar der beste ist. mehr als zweieinhalb Stunden erzählt er uns über die Lage der Nation und drumherum. Danach fühlt man sich, als hätte man das Hirn durchgepustet bekommen – so viel erhellenden und spannenden Input gab es an diesem Abend.

Schroeder erzählt etwas über Gut und Böse. Wer ist gut? Wer ist böse? Und wenn Gutmenschen scheiße sind, wollen wir dann alle lieber böse sein? Es ging um den Wahlkampf, um die Leute von den Rechten – und darum, dass wir ja alle auf der guten Seite stehen. Wir kämpfen für das Gute, auch wenn wir sektschlürfend auch mal am Ziel vorbeischießen und Bauernopfer vorschieben. Es ging darum zu ergründen, warum Politiker es gut finden, wenn ein Ausnahmezustand herrscht – nämlich um Angst zu machen. Aber wir haben gar keinen Grund, Angst zu haben, und Schroeder hat das treffend erklärt. Stattdessen lassen wir uns in Watte packen, weil wir uns und anderen keine Härten mehr zumuten wollen. Wir beschäftigen uns mit der Gleichberechtigung – aber mehr mit der Sprache und den Wörtern (oder Wörterinnen) und nicht mit den eigentlichen Fakten darum.

Es ist ein erstaunlicher Rundumschlag, den Florian Schroeder in seinem Programm schafft. Nebenbei beweist er übrigens, dass er ein guter Late-Night-Talker sein könnte. Stand-up hat er drauf, auch Gags am Tisch – und Interviews könnte er auch packen. Also, welcher Sender bietet ihm so was an und traut sich, dafür Geld auszugeben?

ORA aktuell

Sonntag: Bürgermeisterwahl in Oranienburg

Samstag, den 23. September 2017
Tags:

Hans-Joachim Laesicke (SPD) stellt sich nach 24 Jahren nicht mehr zur Wahl. Am Sonntag wählt Oranienburg einen neuen Bürgermeister. Acht Kandidaten stellen sich zur Wahl:
Kevin Blüthgen (parteilos)
Jennifer Collin (SPD)
Friedemann Humburg (parteilos)
Kerstin Kausche (CDU)
Heiner Klemp (Bündnis 90/Grüne)
Alexander Laesicke (parteilos)
Jan Radke (AfD)
Enrico Rossius (Die Linke).

Alle Oranienburger ab 16 Jahren dürfen am Sonntag zwischen 8 und 18 Uhr wählen gehen. Bei der parallel stattfindenden Bundestagswahl dürfen Bürger erst ab 18 Jahren wählen.

Bürgermeister wird, wer die absolute Mehrheit erreicht. Eine mögliche Stichwahl findet am 15. Oktober statt. Die erreichen die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen.

RTZapper

Wahl 2017 – Die Schlussrunde

Samstag, den 23. September 2017
Tags: , ,

DO 21.09.2017 | 22.00 Uhr | ZDF

Mehrfach hat sich der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz vor eine Kamera gestellt, um darauf hinzuweisen, dass er gern ein zweites TV-Duell mit Angela Merkel gehabt hätte. Zuletzt am Montagabend in der “Wahlarena” im Ersten. Nicht, dass es was gebracht hätte – aber in Wirklichkeit ist Schulz dann doch ein ziemlicher Heuchler.

Am Donnerstagabend gab es die “Schlussrunde” bei ARD und ZDF. Es ist die Sendung, die es bereits seit Jahrzehnten immer kurz vor der Bundestagswahl gibt – früher besser bekannt als die Elefantenrunde. Ältere Semester erinnern sich an harte Wortgefechte zwischen Helmut Kohl und Willy Brandt in den 80ern. Damals trafen dort nämlich auch die beiden Kanzlerkandidaten aufeinander, ein TV-Duell gab es noch nicht.

Und heute? Heute labert Martin Schulz davon, dass er gerne noch mal vor Kamera mit Angela Merkel sprechen will. Angela sagt Nein. Und auch zur Schlussrunde will sie nicht. Und was macht Martin Schulz? Hat plötzlich auch keinen Bock mehr. Beide schickten am Donnerstag Vertreter in die Sendung. Im Gegensatz zu Linke, Grüne, FDP und AfD.
Und das macht Schulz zum Heuchler. Denn wenn er wirklich noch mal ein Merkel-Duell gewollt hätte, wäre er auch zur Schlussrunde gekommen – genau dort hätte er sich auch berechtigt über das Merkel-Fernbleiben beschweren können.

Ursprünglich heiß die Sendung “Die Schlussrunde der Spitzenkandidaten”. Das mit den Spitzenkandidaten hatte man wegen CDU und SPD gleich mal weggelassen. Beim nächsten Mal sollten ARD und ZDF darauf pochen – oder einfach die Stühle der beiden Parteien leer stehen lassen. Arroganz muss bestraft werden.