RT im Kino

The Circle

Mae Holland (Emma Watson) mag ihren Job nicht besonders. Deshalb ist die Freude auch groß, als sie die Chance bekommt, in einem Mega-Unternehmen zu arbeiten: als Online-Bearbeiterin bei “The Circle”. Dabei handelt es sich um einen Konzern, dessen Ziel es ist, alles öffentlich zu machen, was das Leben so hergibt. Die Menschen sollen auf der Internetplattform, in der App, alles preisgeben. Ihr Leben, ihre Jobs, Hobbys, Freunde – alles. Und auch der Konzern macht alles, um es den Mitarbeitern einfach zu machen: Partys auf dem Campus, Übernachtungsmöglichkeiten – dafür aber müssen sich alle dem Circle komplett hingeben. Es geht um die permanente Optimierung.
Eines Tages bringt Firmengründer Eamon Bailey (Tom Hanks) Mae dazu, ihr komplettes Leben online zu führen – man kann immer live dabei sein, bei allem, was sie tut. So soll auch die Politik beeinflusst werden – dem Circle geht es im Grunde um eine Art Weltmacht. Aber Mae beginnt bald zu zweifeln.

“The Circle” ist die Verfilmung des grandiosen Romans von Dave Eggers. Allerdings ist es dem Team um James Ponsoldt nur sehr begrenzt gelungen, die Geschichte auf die Leinwand zu bringen. Klar, der Grusel ist da: die mächtige Internetfirma, in dessen Strudel Mae gerät. Und die Komplettüberwachung, die bald ihre Tücken aufzeigt. Dennoch deutet der Film nur an, was die Geschichte eigentlich erzählt. Ihm fehlt die Atemlosigkeit, die der Social-Media-Stress bei Mae auslöst. Ihm fehlt der Psychoterror, den der Circle ausübt – alles wird nur angedeutet. Damit geht ihm aber eine nicht ganz unwichtige Botschaft verloren – wie wir alle in die Fänge des Internets geraten, wie das bei uns allen immer mehr Stress auslöst. Der Film reißt alles nur an, dadurch wirkt vieles leider sehr abstrakt – wie Science-Fiction. Dabei ist “The Circle” erschreckenderweise keine Science-Fiction. Die Wucht, die die Story hat, kann der Film leider kaum entfalten. Mae wirkt so schablonenhaft.
Hinzu kommt, dass insbesondere die Nachtszenen auf dem Wasser, bei denen Mae in Seenot gerät, unglaubwürdig wirken – im Studio aufgenommen.
Vielleicht sehen Leute, die das Buch kennen, den Film anders. Leser jedoch werden eher enttäuscht sein.

The Circle
USA 2017, Regie: James Ponsoldt
Universum, 110 Minuten, ab 12
6/10

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