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Jugendzeit: Damals, als der Jugendclub in den Konsum zog

Dorothee Nebel erinnert sich an ihre Zeiten in der Bärenklauer Remonteschule

MAZ Oberhavel, 12.9.2017

Bärenklau.
Es war rund um das Jahr 2000 herum – da besuchte Dorothee Nebel zum ersten Mal den Jugendclub in Bärenklau. Er war damals schon in der Alten Remonteschule mitten im Dorfzentrum. Allerdings noch nicht saniert, und die Räume waren dort, wo heute der Ortsbeirat tagt oder der Seniorenclub Sport treibt. Durch Freunde fand sie damals den Weg in die Räume. „Wir waren jeden Tag dort“, erzählt die heute 29-Jährige. „Es sei denn, wir hatten so viele Hausaufgaben, dass wir keine Zeit hatten.“ Am Wochenende hatte der Club geschlossen, allerdings bekamen die über 18-Jährigen auch schon mal den Schlüssel für die Räume. „Dann konnten wir auch am Wochenende rein.“

Damals kamen zwei Altersgruppen in den Club – die Gruppe um Dorothee Nebel war zu dieser Zeit um die zwölf, 13 Jahre – und dann gab es noch die etwas Älteren. „Hier in der Gegend hatten wir ja auch nichts weiter“, erzählt die Bärenklauerin. Ein paar Leute kamen auch aus dem Nachbardorf Eichstädt oder aus Vehlefanz. Handys haben zu dieser Zeit noch nicht so die große Rolle gespielt. „Uns ging es vor allem darum, Zeit miteinander zu verbringen.“ An ernsthaften Zoff kann sie sich heute nicht mehr erinnern.
Dorothee Nebel berichtet: „Wir hatten in dem großen Komplex ein ganz kleines Zimmer, da standen zwei alte Sofas drin. Dort standen ein Fernseher und eine Playstation. Wir haben bis zum Umfallen Singstar gespielt.“ Im großen Raum stand ein Billardtisch, außerdem diverse Beschäftigungsspiele. „Wir hatten auch eine kleine Küchenzeile mit einem Ofen, da haben wir uns auch mal Pizza gemacht.“

Zwischenzeitlich musste der Club umziehen. Die Alte Remonteschule wurde saniert, zuvor kämpfte der Heimatverein erfolgreich darum, dass das Haus nicht abgerissen wird. Das Ausweichquartier befand sich im alten, inzwischen längst abgerissenen Konsum neben der Remonteschule. „Da gab es eine größere Umzugsaktion“, erinnert sich Dorothee Nebel. „Das Wichtigste war uns der Billardtisch – und die Playstation.“
Als der Club dann in die neuen Räume zog – dort, wo er auch heute noch beheimatet ist – war alles vom Feinsten ausgestattet. „Wir haben uns gefreut, als wir endlich wieder rein durften.“ In Sachen Wandgestaltung konnten sich die Jugendlichen damals einbringen. Dorothee Nebel war 20 oder 21, da wurden die Besuche im Club seltener und hörten irgendwann ganz auf – ein schleichender Prozess. „Immer mehr von uns hatten einen Führerschein, wir waren mobiler und flexibler. Der Bus fährt zwar, aber abends, wenn wir aktiv werden, nicht mehr.“ Aber sie hat auch heute noch enge Kontakte zu vielen Leuten, die damals mit ihr den Club besuchten. Und sie hat auch ihren Mann dort kennengelernt.

In der Alten Remonteschule ist auch heute noch der Jugendclub untergebracht. Er wird von der Gemeinde Oberkrämer betrieben. Montags, donnerstags und freitags ist er von 14 bis 18 Uhr geöffnet. „Das ist schon ein gutes Angebot“, sagt Ulrich Rack, der Vorsitzende des Bärenklauer Heimatvereins. Allerdings seien die Besucher in früheren Zeiten noch ein wenig stärker ins Dorfleben eingebunden gewesen. So gab es sogar immer auch einen eigenen Wagen beim Ernteumzug. In der heutigen Zeit sei es schwieriger, eine Zusammenarbeit aufzubauen, auch weil der Kreis der Besucher kleiner sei und häufiger wechsele.

Dorothee Nebel bilanziert ihre Zeit im Jugendclub heute so: „Es war eine richtig schöne Zeit, erlebnisreich und auch sehr lehrreich.”

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