Tagesarchiv für 8. September 2017

RTZapper

#DeineWahl – YouTuber fragen… Martin Schulz

Freitag, den 8. September 2017
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DI 05.09.2017 | 12.00 Uhr | YouTube

Toll! Was wir jetzt auch noch über Martin Schulz wissen:
Einmal in der Woche bringt er seinen Müll raus. Wenn er denn zu Hause ist.
Er hat viele sehr enge Freunde in der Community.
Er hat mal Waschpulver ins Freibad gekippt.
Und das war nur das Zweitschlimmste, was er je getan hat.
Das Allerallerschlimmste ist so schlimm, dass er das öffentlich nicht erzählen möchte.
Er hatte einen engen Freund, der fühlte sich weder als Deutscher noch als Türke, und das sei ein Problem gewesen.
Er hatte einen engen Freund, dem durch die neue Digitaltechnik geholfen werden konnte.
Er hat eine Frau, die streng darauf achtet, dass er den Umweltschulz, äh, -schutz wahrt.
Eventuell wird er einen YouTube-Kanal eröffnen. Also, vielleicht.
Mensch Schulz!

All das haben wir am Dienstagmittag auf YouTube erfahren. Um 12 Uhr sitzt der Otto-Normal-YouTube-Zuschauer zwar in der Schule, aber Martin Schulz hatte grad Zeit – schließlich ist er kein Bundestagsabgeordneter und musste nicht zur Abschlusssitzung.
Nach der Fragerunde mit Angela Merkel stellte sich auch Herausforderer Schulz den Fragen der jungen Zielgruppe – und machte das erstaunlich gut. Wie überhaupt die ganze mehr als einstündige Sendung unter dem Motto “#DeineWahl” erstaunlich interessant war.
Die gestandenen Journalisten können wieder tuttern wie sie wollen – die jugendlichen Fragesteller machten ihre Sache im Rahmen ihrer Möglichkeiten gut. Es ging um die digitale Zukunft, um Bildung, Ausländerfeindlichkeit, um Persönliches – was eben die Jugend interessieren könnte.

Nur einmal wollte auch Martin Schulz mal was wissen: Als er von der YouTuberin “ItsColeslaw” wissen wollte, was denn ihr Name zu bedeuten hatte, war das Mädel erstaunlich uncool. Anstatt es in einem Satz zu erklären, erklärte sie in zwei Sätzen, dass man das ja später klären könne. Aber irgendeinen Grund wird sie schon haben, dass sie sich nach einem Salat benennt.

RT im Kino

Begabt – Die Gleichung eines Lebens

Freitag, den 8. September 2017

Schule? Darauf hat Mary (Mckenna Grace) ja überhaupt keine Lust. Aber der Siebenjährigen lässt Frank (Chris Evans) keine Wahl. Er könne ihr nichts mehr beibringen, sagt er. Frank nicht nicht Marys Vater, sondern ihr Onkel. Marys Mutter hat sich das Leben genommen, als das Mädchen ein halbes Jahr alt war. Frank hat das Kind damals zu sich genommen.
In der Schule stellt die Lehrerin sehr schnell fest, dass Mary kein normales Kind ist. Mary ist hochbegabt, und sie braucht anderen Unterricht an einer anderen Schule. Das Kind würde sogar ein Stipendium bekommen – aber Frank lehnt ab. Er möchte, dass Mary als normales Kind aufwächst. Aber ist das wirklich das Richtige für sie? Braucht Mary nicht doch eine spezielle Förderung. Als sich Franks Mutter (Lindsay Duncan) nach langer Zeit wieder meldet, entwickelt sich um diese Frage ein Streit. Aber auch Frank ist sich nicht sicher, was das Beste für Mary ist.

“Begabt – Die Gleichung eines Lebens” ist ein berührender und spannender Film. Er erzählt von einem Familienschicksal, aber von Chancen, die das Leben bietet. Denn die Frage, die sich Frank stellt, ist, was er aus dem Leben seiner Ziehtochter machen soll. Soll er sie ausschließlich vor den Anstrengungen behüten? Soll er ihr ein mögliches Leben, das ihr eine Karriere bietet, vorenthalten? Wie Frank diese Frage beantwortet, das ist fast durchweg packend.
Das liegt aber auch an den tollen Darstellern – allen voran die kleine Mckenna Grace, die das begabte Mädchen hinreißend darstellt. Sie spielt eine begabte Mathematikerin, und Grace ist definitiv eine begabte Schauspielerin. Aber auch Chris Evans kann als zweifelnder Erwachsener überzeugen.
“Begabt” ist Erzählkino vom Feinsten!

Begabt – Die Gleichung eines Lebens
USA 2016, Regie: Marc Webb
Fox, 101 Minuten, ab 6
9/10

RTZapper

Bundestag live: Letzte Sitzung des 18. Bundestages

Freitag, den 8. September 2017
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DI 05.09.2017 | 8.55 Uhr | Parlamentsfernsehen

Es muss erst wieder eine Bundestagswahl anstehen, dass auch mal wieder eine Debatte im Berliner Reichstag irgendwie sehenswert ist. Und wer am Sonntagabend das TV-Duett TV-Duell zwischen Merkel und Schulz gesehen hat, wird sich am Dienstagvormittag eventuell die Augen gerieben haben: Da streiten sich ja welche! Und da streiten sich ja vor allem welche, die eigentlich eine Koalition bilden und sich nicht streiten sollen oder dürfen.

Doch zunächst hielt Bundestagspräsident Norbert Lammert seine Abschiedsrede. Für ihn und für uns endet eine Ära, Lammert scheidet aus dem Bundestag aus, und das ist ein wirklicher Verlust. Wie er die Sitzung geleitet hat, war vorbildlich. Mit viel Humor, aber immer korrekt und darauf drängend, die Regeln einzuhalten und den Respekt nicht zu verlieren.

Dann aber ging’s los. Angela Merkel sprach davon, dass man ja vieles erreicht habe in den vergangenen vier Jahren. Danach konterte Sahra Wagenknecht von den Linken, dass Merkel ja einen Schlaftabletten-Wahlkampf führe, und der SPD warf sie vor, keinen echten Wahlkampf zu führen, niemand habe der Partei verboten, den Kuschelkurs aufzugeben. Das ließ sich SPD-Mann Thomas Oppermann natürlich nicht zweimal sagen und ätzte gegen den Noch-(?)-Koalitionspartner und insbesondere gegen Merkel, die ja persönlich vieles verhindert habe, was die Sozen gern durchgesetzt hätten.

Rede – Gegenrede. Was das TV-Duell am Sonntag nicht vermochte, das brachte am Dienstag diese Debatte hervor. Quasi ein Duell nach dem anderen.
In einem waren sich aber alle einig: Die AfD – die ziemlich sicher im Herbst in den Bundestag einzieht – wird vieles verändern. Und deshalb appellierten viele Redner an die Demokratie und an die guten Sitten.
Dennoch: Im Bundestag darf gern öfter härter gestritten werden – das macht Demokratie spannend!