Tagesarchiv für 17. August 2017

RTelenovela

Laberei sorgt für Politikverdrossenheit

Donnerstag, den 17. August 2017
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Irgendwann platzte Elfi Schwanke der Kragen: Die Leute seien politikmüde, und das müsse niemanden wundern, wenn man Sie reden höre, sagte die Kremmener Wirtin am Montag beim Gespräch zur Mobilität zur Landtagsabgeordneten Anita Tack (Linke). Und sie hatte recht.

Zuvor hatten diverse Kremmener Bürger erzählt, welche schlechten Erfahrungen sie mit dem Prignitzexpress machen. Welche Sorgen sie rund um den Busverkehr haben. Was es für Probleme mit einem Radweg in Orion gibt.
Die Landtagsabgeordnete Anita Tack (Linke) hörte sich das an und begann dann zu reden. Und zu reden. Irgendwas. Sie antwortete auf keine der Fragen, sie redete irgendwas Allgemeines.
Erst später, nach gefühlten 20 Minuten ging sie ein wenig auf die zuvor gehörten Aussagen ein.
Später wurde noch lamentiert, wie wenig die Linke doch eingreifen und handeln könne. Und dass ja die anderen Parteien sehr schlimm seien.

Es ist gut, wenn Politiker kommen und sich die Sorgen der Menschen anhören. Es bringt aber wenig, wenn nach diesen Erzählungen minutenlang was anderes, sehr Allgemeines erzählt wird. Dinge, die Anita Tack vermutlich überall in diesen Runden erzählt. Politiker machen das gern: Sie hören sich an, was Leute sagen, um danach allgemein sehr viel zu reden, aber kaum auf das vorher Gesprochene einzugehen.

Das ist ärgerlich, und, ja, das macht politikverdrossen. Zumal die Linke in Brandenburg keine Posemuckel-Partei ist. Sie sitzt in der Regierung, und dann in Kremmen so zu tun, als habe man nichts zu melden und nur alle anderen hätten alles verbockt, damit können die Menschen nur wenig anfangen.

RTZapper

VIVA Fahrstuhlmusik

Donnerstag, den 17. August 2017
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MO 14.08.2017 | 2.00 Uhr (Di.) | VIVA

Ein junger Mann, seine Stimme und seine Gitarre. Mehr nicht. Aber mehr braucht er auch nicht. Und VIVA eigentlich auch nicht.
“Fahrstuhlmusik” heißt eines der sehr wenigen echten Formate beim Halbtages-Musiksender.
In einem Fahrstuhl findet ein zehnminütiges Konzert statt. In der Nacht zum Dienstag war es Jakub Ondra aus Tschechien, der sich in das kleine Räumchen stellte und drei Lieder vorstellte. Er war einst Straßenmusiker, bis er von einem Label entdeckt wurde und nun zu einem Popstar wird. Das Spontane, Unaufwendige wird er also kennen.

Denn bei VIVA gibt man auch für dieses Format kaum Geld aus. Der Fahrstuhl befindet sich in der Viacom-Zentrale, man geht also nicht mal irgendwo raus, dorthin, wo vielleicht auch Leute zufällig rumstehen.
So ist diese “Fahrstuhlmusik” durch Ondras Songs zwar sehr gut anzuhören – dennoch ist es ziemlich trist anzusehen, wenn der Fahrstuhl ewig im dritten Stock rumhängt und nicht ein Mensch im Flur zu sehen ist.
Bei VIVA könnten sie sich wenigstens die Mühe machen, mit ihrer Minishow sich mal unters Volk zu mischen…