Tagesarchiv für 11. August 2017

aRTikel

Ungewisse Zukunft fürs Altstadtstübchen

Freitag, den 11. August 2017
Tags: , ,

Brigitte Krause und Elfi Schwanke suchen für die Gäststätte schon längere Zeit einen neuen Mieter

MAZ Oberhavel, 11.8.2017

Kremmen.
Die Schwestern Brigitte Krause und Elfi Schwanke haben sich in Kremmen einen Namen gemacht. Sehr viele kennen das Altstadtstübchen unweit des Marktplatzes. Und sehr viele sind besorgt: Wie lange wird es die Gaststätte noch geben?

Erst seit 2003 gibt es das Altstadtstadtstübchen. Davor befanden sich an der Stelle Wohnungen und ein Textilgeschäft. Aber in diesen 14 Jahren ist das Wirtshaus zu einem echten Treffpunkt geworden. Das liegt daran, dass die Schwestern schon seit vielen Jahren ein echtes Team sind. 37 sind es, um genau zu sein.

Elfi Schwanke arbeitete in den 80ern schon in der Kremmener Seegaststätte als Köchin, später auch in anderen Wirtshäusern. Bis heute sind ihr Frikassee, ihr Würzfleisch oder ihre Schnitzel sehr beliebt. Ursprünglich war das alles gar nicht so geplant. Eigentlich sollte es an dieser Stelle nur ein kleines Café geben, aber dann entwickelte sich alles doch zu einer richtigen Gaststätte hin. Aber inzwischen ist Elfi Schwanke 66 und Brigitte Krause, die am Tresen steht, ist 65. Sie wollen gern in ihren Ruhestand gehen.

Eigentlich hatten sie ihren Plan im vergangenen Jahr schon mal wahr gemacht. Sie hatten an einen jungen Mann vermietet, der das Altstadtstübchen weiterführen wollte. Aber das hat nicht funktioniert, das war relativ schnell klar. Die Gäste seien auch nicht zufrieden gewesen. Schon im Februar übernahmen die Schwestern den Betrieb wieder. „Da brauchte ich keine Bedenkzeit“, sagt Brigitte Krause.

Aber auch das soll keine Dauerlösung sein, sie suchen weiterhin nach einem Mieter. „Aber wir wollen jemanden finden, wo wir sagen, dass wir ein gutes Gefühl dabei haben.“ Der- oder diejenige, die übernimmt, müsse von seinem Beruf überzeugt sein. Er oder sie muss gut kochen können, im Idealfall meldet sich ein Ehepaar. Es gab auch schon Bewerber, die haben die Schwestern aber bislang nicht überzeugen können.
Deutsche Hausmannskost gibt es im Altstadtstübchen immer donnerstags bis sonntags. Das solle im Idealfall auch so bleiben, sei aber kein Muss, wie die Wirtin dann doch einschränkt. Früher war sechs Tage pro Woche geöffnet, aber das schaffen die beiden nicht mehr. Auch die Auslieferung von Büfetts wollen die beiden erst mal sein lassen.

Das Altstadtstübchen habe ein treues Stammpublikum, erzählt Brigitte Krause. Immer wieder kämen Kremmener, um Geburtstagsfeiern im Lokal vorzubestellen – verbunden mit der Bitte, doch so lange noch weiterzumachen. Aber: „Wir haben uns eine Grenze gesetzt. Bis Ende Oktober machen wir noch. Irgendwann muss Schluss sein. Und wenn sich dahin kein Mieter für die Gaststätte findet? „Dann wird das hier irgendwann als Wohnung zurückgebaut. Ich will ja nicht hinterm Tresen umfallen“, sagt Brigitte Krause und lächelt. Es könne auch ein anderes Gewerbe sein, dass dort angesiedelt werden könnte. Dennoch dachten die Schwestern, dass es leichter sei, einen Mieter zu finden.

ORA aktuell

Sachsenhausen-Komitee: Mark Tilewitsch ist tot

Freitag, den 11. August 2017

Mark Tilewitsch, der Vize-Präsident des Internationalen Sachsenhausen-Komitees, ist am Montag im Alter von 95 Jahren in Moskau gestorben.

1941 war er in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten, 1943 kam er ins KZ Sachsenhausen nach Oranienburg. Er überlebte Lager und Todesmarsch.
Später arbeitete er in Moskau als Journalist.

Günter Morsch, der Direktor der Gedenkstättenstiftung, würdigte Tilewitsch als würdigen Zeitzeugen. Es sei ihm zu verdanken, dass 1995 und 2005 viele russische KZ-Überlebende in die Gedenkstätten kommen konnten.

Erst zwei Tage zuvor war Roger Bordage, der Präsident des Internationalen Sachsenhausen-Komitees, im Alter von 92 Jahren gestorben.

RTZapper

Das Sommerhaus der Stars – Kampf der Promipaare

Freitag, den 11. August 2017
Tags:

MI 09.08.2017 | 20.15 Uhr | RTL

Da hoppeln irgendwelche Leute, die angeblich Stars sind, als übergroße Tiere verkleidet, durch ein Feld und, ähm, spielen um irgendwas. Bei RTL scheint man so was spannend zu finden, dabei haben solche Spielchen mit Spannung eher nichts zu tun.

“Das Sommerhaus der Stars” ist wieder eröffnet, die Trash-Festspiele von RTL. Aber die Luft ist schon in folge 1 so ziemlich raus gewesen. Das liegt nicht nur an den entweder uninteressanten, ähm, Stars oder höchst unsympathischen Personen, sondern an eben jenen Spielchen, die in der Sendung viel zu viel Raum einnehmen. Also wenn schon Trash, dann kein doofes Gehoppel, stattdessen will ich sehen, wie sich die Z-Promis zoffen. Und, immerhin, das tun sie. Für nichts anderes hat man ja scheinbar Helena Fürst dort eingekauft.

Bei Helena Fürst fragt man sich sowieso, ob das Niveau schon ausverkauft war, als die Fürst bei der Vergabe dran war. Diese Frau geht mit anderen Menschen um wie Vieh, Empathie scheint sie nicht zu kennen, was um so mehr verwundert, dass sie ja mal Anwältin im Fernsehen war. Oder so. Im Haus tut sie, als sei sie Königin Höllena, und das Vpolk habe sie zu huldigen. Einschließlich ihres Freundes. Diese Partnerschaft im Sommerhaus zu beobachten, ist ebenfalls spannend, weil sie nicht wirklich den Eindruck machen, als seien sie Partner. Jedenfalls nicht aus Liebe.
Helena Fürst hatte vorher vollmundig verkündet, dass in der Show einige mal ihr wahres Gesicht zeigen würden und man sich noch umsehen würde. Oder irgendwie so. Dabei ist es vor allem wieder mal sie selbst, über die man nur den Kopf schütteln kann.

Die Einzige, die übrigens erkannt hat, was für ein Blödsinn diese RTL-Show ist, war Sonja Semmelrogge, die Frau von Martin. Sie machte Witze, sie scherte sich nicht, was die anderen machten oder zeterten, sie machte ihr Ding und amüsierte sich köstlich. Fanden die anderen natürlich EMPÖREND und haben Semmelrogges gleich mal rausgewählt.
Das wird wirklich sehr, sehr spannend, wer das Promipaar des Jahres wird.

RTelenovela

Die Punks sind weg, und Kremmen steht noch!

Freitag, den 11. August 2017
Tags: , , ,

Kremmen hat das Punkfestival “Resist to Exist” überlebt. Aber nur sehr knapp, wenn man einige Leute so reden hört.
Gut 2700 waren im Laufe des Wochenendes auf dem Gelände am Oranienburger Weg. Sie haben laute Musik gehört, gefeiert, gegrölt und getrunken.

Wenn in die Kleinstadt so viele Fremde kommen, dann ist das natürlich etwas Besonderes. Dann ist das aufregend, und vielleicht ist es auch ein wenig beängstigend. Aber dieses zweite Jahr, in dem das Festival in Kremmen stattfindet, zeigt, dass es funktioniert.
Laut Polizei gab es nur wenige Zwischenfälle. Diebstähle auf dem Gelände. Ein Einsatz am Supermarkt, weil es am Pfandautomaten etwas eng wurde. Laut Ordnungsamt gab es nur wenige Beschwerden wegen Lärms. Und als es an einem Tag tatsächlich zu laut war, reichte ein Anruf beim Veranstalter, und das Problem war gelöst.

Natürlich sind es keine Allerweltstypen, die zu so einem Festival kommen. Und natürlich ist es ärgerlich, wenn einige austicken. Wenn einzige in fremde Gärten pinkeln oder Einkaufswagen mitgehen lassen (die zurückgebracht wurden).
Aber bei jedem Stadtfest gibt es auch solche Leute und auch Polizeieinsätze. Es gibt überall Idioten, die aus der Reihe tanzen.
Aber angesichts der Besucherzahl blieb es letztlich in Kremmen erfreulich ruhig.

In den nächsten Jahren wird es weiterhin dort stattfinden, und davon kann auch die Wirtschaft profitieren. Und nicht nur die Einkaufsmärkte. Gerade am Sonntag war die Kneipe, das Altstadtstübchen, voll mit Festivalbesuchern. Sie brachten Geld dorthin, und die Stimmung war sehr gut. Und vielleicht profitieren ja in den nächsten Jahren noch mehr Unternehmer, wenn sie denn wollen und wenn die Stadtverwaltung das Ganze ein bisschen mitkoordiniert.
In jedem Fall bietet das Event einige Chancen für Kremmen.