Tagesarchiv für 3. August 2017

RTelenovela

Sylt? Rügen!

Donnerstag, den 3. August 2017
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Vor einigen Jahren hatte Coca-Cola mal eine nette Idee. Da gab es dann auf den Etiketten zig verschiedene Namen. Motto: “Trink ‘ne eiskalte Coke mit …”
Damals standen die Leute dann tatsächlich im Supermarkt und stöberten in den Getränkekästen herum, ob denn ihr Name dabei ist.

Nun gibt es eine neue Aktion: “Trink ne eiskalte Coca-Cola auf …” heißt es da, und der Spruch um um den Namen einer Insel ergänzt. Da geht es dann nach Hawaii oder Waikiki, nach Ibiza oder Bali. Oder nach Sylt.
Sylt ist leider die einzige deutsche Insel, die auf den Etiketten vertreten ist. das ist ein bisschen schade, weil man sich natürlich hierzulande viel besser mit heimischen Inseln identifizieren könnte als mit Waikiki und Co.

Und warum eigentlich Sylt? Was ist mit Deutschlands größter und vor allem schönster Insel Rügen? Wo bleibt mein Rügen?
Stattdessen halt Sylt. Wo angeblich die Schönen und Reichen hinfahren. Wer’s braucht…

ORA aktuell

Geschlossen: “A bis Z” in Oranienburg

Donnerstag, den 3. August 2017
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“Aus betrieblichen Gründen” ist der Laden “A bis Z” in der Bernauer Straße in Oranienburg geschlossen. Das Geschäft gab es an wechselnden Standorten seit der Wende. Es bot vor allem Elektronikwaren an, galt aber in den letzten Jahren eher als Billigladen. Er konnte sich scheinbar gegen die Internetkonkurrenz nicht halten.
Bis Mitte der 90er befand sich an dieser Stelle die Stadtbibliothek.

RT liest

T.C. Boyle: Hart auf Hart

Donnerstag, den 3. August 2017

Schock in Costa Rica: Bei einem Landausflug von Kreuzfahrern kommt es zu einem Zwischenfall. Die Reisegruppe wird überfallen. Sten Stensen aber greift durch. Der ehemalige Schuldirektor und Vietnam-Veteran, packt sich einen der Männer und erwürgt ihn. Für die anderen ist er ein Held, und er kommt damit sogar durch. Die Polizei scheint ein Auge zuzudrücken, sie scheint froh zu sein, dass sie den Typen, die nicht zum ersten Mal Leute überfallen hat, vom Hals haben.
Unterdessen lebt Stens Sohn Adam im Wald. Er sammelt Waffen gegen Feinde, die er überall wittert. Er lernt Sara kennen, die auch jegliche Bevormundung durch den Staat ablehnt. Es wird eine explosive Liebe, und irgendwann tickt Adam völlig aus.

In “Hart auf Hart” beschreibt T.C. Boyle über eine Gesellschaft, die irgendwie abdriftet. Leute, die Regeln nicht akzeptieren wollen. Die immer Waffen bei sich tragen und auch bereit sind, sie einzusetzen. Menschen, die nur sich sehen und nicht die Gesellschaft, in der sie leben.
Das ist einerseits ganz interessant, aber letztlich dann doch weniger fesselnd als gedacht. Das liegt einerseits daran, dass die Komposition der Geschichte nicht richtig funktioniert. Insbesondere die Anfangsstory in Costa Rica steht seltsam alleine da. Dabei ist es die spannendste im Buch, aber sie endet dann einfach, und dann geht es mit Adam und Sara weiter, und Sten taucht nur noch am Rande auf – wenn er natürlich auch als Vater immer mit Adam zu tun hat.
Aber der Spannungsabfall nach dem ersten Drittel tut dem Buch leider nicht so gut. Auch wenn es gut geschrieben ist.
Auch wirkt diese Gesellschaftskritik auch recht eingeengt, weil sie sich natürlich nur diese wenigen Menschen vornimmt. Zwar stehen sie ganz sicher auch für einen Teil der Gesellschaft, die sich wandelt. Ein wenig einseitig ist’s aber dennoch.

T.C. Boyle: Hart auf Hart
dtv, 399 Seiten
6/10

RTZapper

Im Netz der Lügen – Der Kampf gegen Fake-News

Donnerstag, den 3. August 2017
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MO 31.07.2017 | 23.45 Uhr | Das Erste

Der Kommunikationswissenschaftler Professor Wolfgang Schweiger hatte eine tolle Idee. Er ließ eine Falschmeldung ins Internet setzen, um zu sehen, wie sie sich verbreitet. Denn wie sich solche Fake-News verbreiten, weiß man ja nun wirklich nicht. Und dass so was funktioniert, hat man ja noch nirgendwo mitbekommen.

“Im Netz der Lügen – Der Kampf gegen Fake-News” hieß eine Doku, die am Montagabend im Ersten lief. Um über Fake-News berichten zu können, wurde also eine Fake-News verbreitet. Nämlich dass Asylbewerber in einem Ort namens Bad Eulen kostenlose Prostituierte bekommen. Ein netter Sex-Service, den natürlich insbesondere viele Asylkritiker aufgriffen. Ausländer und Ficki-ficki zieht in diesen Kreisen ja immer, und wenn es der Empörung gut tut und dem Ich-habe-es-ja-schon-immer-gewusst-Denken, dann zieht diese Meldung schon mal Kreise.
Aber wie gesagt: Sie war falsch. Selbst der Ort war ausgedacht. Aber natürlich fielen viele darauf rein und teilten das Ganze fleißig.
das hat allerdings auch nur den Kommunikationswissenschaftler in der Doku überrascht. Im Grunde sollte eher das überraschen, dass es ihn überrascht.
Dabei habe er doch extra eine Seite namens “Volksbeobachter” geschaffen, und da könne doch nun wirklich jeder – also wirklich jeder – ganz fix darauf kommen, dass es sich um eine Anspielung auf den “Völkischen Beobachter” handele.
Na ja, Kann man drauf kommen. Muss man aber nun wirklich nicht.

Für den Mülleimer war diese Doku dennoch nicht. Immerhin werden solche Filme ja nicht (nur) für Leute produziert, die sich im Medien- und Social-Media-Bereich auskennen. Wer sich da nicht auskennt, wird ganz sicher doch noch etwas gelernt haben.

Davon mal abgesehen: Über Fake-News kann man nicht oft genug berichten. Denn im permanenten Rauschen des Internets werden Aufklärungsdienste, die Falschmeldungen aufdecken – oder auch strittige Meldungen bestätigen – immer wichtiger. Die Angriffe kommen von überall her – von Rechts von Links und ganz sicher auch aus der Mitte. Alle versuchen sie, irgendwie Unruhe zu produzieren. Durch Skandale Wut und Hass zu schüren. Misstrauen, Ängste.