Monatsarchiv für August 2017

RT im Kino

Planet der Affen – Survival

Samstag, den 19. August 2017

(2) -> 20.8.2014

Krieg. Affen gegen Menschen. Beide Gruppen wollen die Herrschaft über ihre Gebiete.
Es sind ein paar Jahre vergangen, seitdem eine an Affen getestete Medizin gegen Alzheimer die Tiere so klug gemacht hatte, dass sie ausbrachen und eigene Dörfer gründeten. Die Menschen rotteten sich mit einem Virus unterdessen fast selbst aus. Nur wenige überlebten, und die kämpfen nun gegen die Affen.
Caesar und die anderen Affen werden von einer Menschenarmee attackiert, und sie erleiden schwere Verluste. Es kommt zwischen Caesar (Andy Serkis) und dem Colonel (Woody Harrelson) zum Showdown.

Mit “Survival” endet die aktuelle Trilogie von “Planet der Affen”. Beide vorherige Teile konnten überzeugen und waren spannendes und gut gemachtes Kino.
Technisch überzeugt auch Teil 3. Die animierten Affen wirken allermeistens sehr recht, nur manchmal scheint es ein wenig zu ruckeln.
Wenn es um die Handlung geht, ist “Survival” jedoch erschreckend langatmig. Die Geschichte zieht sich wie ein Kaugummi, was dadurch verschlimmert wird, dass die Affen ja nur Laute von sich geben, und in diesem Film geht es vorrangig um die Affen. Sie beraten, hin und wieder kämpfen sie, es kommt einfach keine Spannung auf.
Hinzu kommt Woody Harrelson, der wirkt, als spiele er in einer Satire mit. Er schaut, als ob er gleich einen Joke macht, die eher schlechte Synchronisation des Schauspielers tut sein Übriges.
Ein extrem enttäuschender Abschluss dieser Reihe, die so grandios begonnen hat.

Planet der Affen – Survival
USA 2017, Regie: Matt Reeves
Fox, 140 Minuten, ab 12
2/10

RTelenovela

Tattoo-Schau

Samstag, den 19. August 2017
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Wenn sich Leute ein Tattoo stechen lassen, dann sollte man davon ausgehen, dass sie auch möchten, dass man es erkennt und lesen kann. Meistens jedenfalls.
Ein Abend in einem vietnamesischen Restaurant in Berlin-Kreuzberg. Eine der jungen Kellnerinnen hat ein Tattoo hinten auf dem Oberschenkel, ganz knapp unter dem Rand der sehr kurzen Hose.

Zwei der Damen an unserem Tisch hat ganz besonders interessiert, was denn der Schriftzug kurz unterm Vergnügungszentrum zu bedeuten hat. Einmal blieb die Tattoo-Frau in der Nähe stehen. “Hope” stand da in Schnörkelschrift. plus zwei weitere Worte, die aber nicht erkennbar waren.
Die beiden Damen wollten sich damit nicht zufrieden geben. Als die Kellnerin am Nebentisch stand, drehen sie sich unauffällig (nein, nicht unauffällig) um. Aber erfolglos. Nur das Wort “Hope” konnten wir, äh, sie erkennen.

Dritter Versuch ein paar Minuten später. Das menschliche Tattoo-Rätsel stand an der Kasse unweit von uns, und die beiden neugierigen Damen lagen nun auf dem Tisch, um den Schriftzug lesen zu können. Gar nicht peinlich. Überhaupt nicht. Wie im Slapstick-Film erhoben sich die beiden ruckartig, als sich die Frau umdrehte.

Letzter Versuch als die Rechnung gebracht wurde: “Dürfen wir dich mal was fragen?”, eine von uns traute sich, und sie musste die Frage gar nicht zu Ende stellen. Es sei eine Jugendsünde, dieses Tattoo, sagte die Kellnerin. Sie verriet uns nicht, was da steht, das sei ihr heute peinlich.
Vielleicht sollte sie einfach eine drei Zentimeter längere Hose anziehen. Und sie wäre dann immer noch kurz…

RTZapper

#DeineWahl – YouTuber fragen

Samstag, den 19. August 2017
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MI 16.08.2017 | 13.30 Uhr | YouTube

Es war die Stunde der gestandenen Journalisten, die endlich mal wieder darauf hinweisen konnten, dass sie ja schließlich Journalisten seien, und das, weil sie das gelernt haben.
Sie haben das deshalb am Mittwoch so naserümpfend betont, weil auf YouTube eben keine Journalisten Angela Merkel interviewen durften, sondern YouTube-Stars, die teilweise überhaupt das erste Mal eine andere Person interviewten.

Nun saß die Bundeskanzlerin eben nicht einer Tina Hassel gegenüber, sondern einem Typen namens Alexi Bexi.
Darüber könnte man Witze machen, aber eigentlich gibt es dafür eher wenig Gründe – wenn man nicht des Lästerns wegen lästern will.
“#DeineWahl – YouTuber fragen” hieß das Format, das am Mittwochnachmittag live auf YouTube gezeigt worden ist. Die Kanzlerin stellte sich den Fragen von vier YouTubern. Neben Alexi Bexi waren das MrWissen2Go, ItsColeslaw und Ischtar Isik.
Sie wollten von Merkel wissen, wie sie mit Trump zurecht kommt. Es ging um den Dieselskandal, um soziale Gerechtigkeit, um die miesen Gehälter in den Pflegeberufen und vieles mehr. Außerdem verriet Merkel, dass das :-) ihr Lieblingssmiley ist.

Man hat gemerkt, dass diese Sendung auch für Angela Merkel etwas Besonderes war, manchmal schien es, als dass sie sich ganz leicht über die Unbedarftheit ihrer Interviewer amüsiert hat.
Dass sie aber überhaupt dort sitzt, ist clever: Denn auf YouTube erreicht sie unter Umständen ganz andere Leute als in den Fernseh-Talkrunden. Und vor allem: Über die YouTuber, die sich teilweise sonst mit ganz anderen Dingen befassen, hat sie die Chance, überhaupt mal politische Botschaften rüberzubringen. Das ist richtig und wichtig, wenn es darum geht, junge Leute für die Wahl zu interessieren.

Deshalb ist es auch überaus arrogant und kurzsichtig, wenn sich die “gelernten Journalisten” darüber aufregen, dass da YouTuber sitzen und fragen stellen dürfen. Mal ganz abgesehen davon, dass die Fragen der gestandenen Experten nicht soo viel anders gewesen wären. Anstatt sich zu freuen, dass es dort ein Format von jungen Leuten für junge Leute gibt, dass es auch auf Schmucktipp-Kanälen mal Politik gibt, wird gelästert.
Beim nächsten Merkel-Talk dürfen dann wieder die richtigen Journalisten ran. Vielleicht erreichen sie mehr Leute (wobei “#DeineWahl” noch am selben Abend eine Million Klicks hatte), aber die ganz jungen erreichen mit mit Zeitungen und TV-Talks kaum noch.

RTelenovela

50 Prozent billiger!

Freitag, den 18. August 2017
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Das ist doch mal eine tolle PR-Strategie. In Oranienburg gibt es ein noch relativ neues Lokal, das auf der Karte eine Besonderheit hat: Auf alle Speisen gibt es 50 Prozent Rabatt. Am Nachbartisch fragte jemand gleich mal nach, wie lange denn diese Aktion gilt. Der Kellner antwortete: So lange die Karte nicht neu gedruckt wird.
Heißt: Die Aktion dauert länger, immerhin sind die Rabatt-Hinweise keine Aufkleber, sondern die ganze Speisekarte besteht aus Angaben dessen, was es gibt, einem durchgestrichenen Preis und dem nun gültigen.

Da fragt man sich aber ganz ernsthaft, wie die Kneipe über die Runden kommen will. Viele Hauptspeisen kosten nun gerade mal 6,90 Euro, da zieht sich durch einen Großteil der Karte. An dem Spottpreis kann der Kneiper eigentlich nichts verdienen.
Nun könnte man meinen: Dafür sind die Getränke sauteuer. Sind sie aber nicht.

Andererseits gibt es Speisen, die ohne den 50-Prozent-Rabatt Mondpreise haben: Einen gebackenen Camembert gab es vor der “Aktion” für knapp 10 Euro. Gemischte Salate gibt es nicht unter 10 Euro. Das ist Wucher, und das wirkt die Rabattaktion dann doch irgendwie albern.

Geschmeckt hat es übrigens recht gut. Aber dennoch: Wer weiß, wie lange sich so eine Gaststätte unter diesen Umständen halten kann.

RTZapper

Brisant: Prinz und Prinzessin haben Einschulung

Freitag, den 18. August 2017
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DI 15.08.2017 | 17.15 Uhr | Das Erste

Josephine und Vincent hatten am Dienstag ihren ersten Schultag. darauf haben sie sich bestimmt schon gefreut, die meisten Kinder freuen sich auf die Schule.
Aber bei Josephine und Vincent war alles irgendwie anders. Als die beiden Kinder mit Papa und Mama das Haus verließen, standen dort unzählige Kamerateams und filmten. Ewig musste die kleine Familie vor dem Tor rumstehen und sich begaffen lassen. Die Kinder mussten sich fragen lassen, ob sie sich freuen. Und die Eltern mussten da stehen und lächeln. Immer nur lächeln.

Man kann es sich denken: Josephine und Vincent sind keine normalen Kinder. Die beiden sind Prinzessin und Prinz. Ihre Eltern sind Kronprinz Frederik und Kronprinzessin Mary. Sie alle sind Mitglieder des dänischen Königshauses, und das Schloss steht in Amalienborg.
Und wenn Royals ihr Haus verlassen, dann sind sie was Besonderes. Dann muss man unbedingt dabei sein, wenn die Kids das erste Mal in die Schule müssen, äh, dürfen.

Das Erstaunliche ist: Es muss Leute geben, die das interessiert. Am Dienstagnachmittag berichtete das ARD-Magazin “Brisant” über diese wirklich brisante Thema. Die Reporterin kommentierte jede schüchterne Bewegung der Kinder, und man möchte den Fernsehfuzzis zurufen: Lasst doch die armen Kinder in Ruhe!
Aber mit dieser Bürde der nicht enden wollenden Neugier müssen die Kinder wohl leider das ganze Leben klarkommen.

RTelenovela

Laberei sorgt für Politikverdrossenheit

Donnerstag, den 17. August 2017
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Irgendwann platzte Elfi Schwanke der Kragen: Die Leute seien politikmüde, und das müsse niemanden wundern, wenn man Sie reden höre, sagte die Kremmener Wirtin am Montag beim Gespräch zur Mobilität zur Landtagsabgeordneten Anita Tack (Linke). Und sie hatte recht.

Zuvor hatten diverse Kremmener Bürger erzählt, welche schlechten Erfahrungen sie mit dem Prignitzexpress machen. Welche Sorgen sie rund um den Busverkehr haben. Was es für Probleme mit einem Radweg in Orion gibt.
Die Landtagsabgeordnete Anita Tack (Linke) hörte sich das an und begann dann zu reden. Und zu reden. Irgendwas. Sie antwortete auf keine der Fragen, sie redete irgendwas Allgemeines.
Erst später, nach gefühlten 20 Minuten ging sie ein wenig auf die zuvor gehörten Aussagen ein.
Später wurde noch lamentiert, wie wenig die Linke doch eingreifen und handeln könne. Und dass ja die anderen Parteien sehr schlimm seien.

Es ist gut, wenn Politiker kommen und sich die Sorgen der Menschen anhören. Es bringt aber wenig, wenn nach diesen Erzählungen minutenlang was anderes, sehr Allgemeines erzählt wird. Dinge, die Anita Tack vermutlich überall in diesen Runden erzählt. Politiker machen das gern: Sie hören sich an, was Leute sagen, um danach allgemein sehr viel zu reden, aber kaum auf das vorher Gesprochene einzugehen.

Das ist ärgerlich, und, ja, das macht politikverdrossen. Zumal die Linke in Brandenburg keine Posemuckel-Partei ist. Sie sitzt in der Regierung, und dann in Kremmen so zu tun, als habe man nichts zu melden und nur alle anderen hätten alles verbockt, damit können die Menschen nur wenig anfangen.

RTZapper

VIVA Fahrstuhlmusik

Donnerstag, den 17. August 2017
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MO 14.08.2017 | 2.00 Uhr (Di.) | VIVA

Ein junger Mann, seine Stimme und seine Gitarre. Mehr nicht. Aber mehr braucht er auch nicht. Und VIVA eigentlich auch nicht.
“Fahrstuhlmusik” heißt eines der sehr wenigen echten Formate beim Halbtages-Musiksender.
In einem Fahrstuhl findet ein zehnminütiges Konzert statt. In der Nacht zum Dienstag war es Jakub Ondra aus Tschechien, der sich in das kleine Räumchen stellte und drei Lieder vorstellte. Er war einst Straßenmusiker, bis er von einem Label entdeckt wurde und nun zu einem Popstar wird. Das Spontane, Unaufwendige wird er also kennen.

Denn bei VIVA gibt man auch für dieses Format kaum Geld aus. Der Fahrstuhl befindet sich in der Viacom-Zentrale, man geht also nicht mal irgendwo raus, dorthin, wo vielleicht auch Leute zufällig rumstehen.
So ist diese “Fahrstuhlmusik” durch Ondras Songs zwar sehr gut anzuhören – dennoch ist es ziemlich trist anzusehen, wenn der Fahrstuhl ewig im dritten Stock rumhängt und nicht ein Mensch im Flur zu sehen ist.
Bei VIVA könnten sie sich wenigstens die Mühe machen, mit ihrer Minishow sich mal unters Volk zu mischen…