Monatsarchiv für August 2017

RTelenovela

Heul!

Donnerstag, den 31. August 2017
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Wer den Abend auf einer Terrasse in Schmachtenhagen verbringt, erlebt eine Idylle. Ja, okay, und Mücken, aber die lassen wir mal beiseite, an die haben wir uns ja fast schon gewöhnt.
Aber da war noch was anderes: eine Art Sirene. Immer und immer wieder. Aber so lange heult natürlich keine Sirene. Sie stellte sich dann als ein Hund heraus, der ein paar Grundstücke weiter für die herzzerreißenden Töne sorgte. Das Geheule war erbarmungswürdig, und es wurde erzählt, dass er das wohl öfter macht.
Sehr ausdauernd klagte der Hund der ganzen Wohngegend sein Leid.

An einer läufigen Hündin irgendwo in der Nähe kann es nicht liegen. Vielleicht wird das arme Tier ja ewig allein gelassen – aber normalerweise heulen die Hunde dann auch nicht permanent. Und angeblich sei ja auch jemand zu Hause, munkelte man. Wie das so ist in der Nachbarschaft. Man redet. Und vielleicht kümmert man sich ja auch mal.

RT liest

Marie-Sabine Roger: Heute beginnt der Rest des Lebens

Donnerstag, den 31. August 2017

Mortimer wird heute 36. Er lässt diesen Tag ruhig angehen. Er hat nicht sehr viel vor. Immerhin hat er sich ein wenig hübsch gemacht. Denn um 11 Uhr wird er sterben.
Er weiß das. Denn alle seine männlichen Vorfahren – er kann das bis ins Jahr 1623 zurückverfolgen – sind an ihrem 36. Geburtstag um 11 Uhr gestorben.
Mortimer hat sich vorbereitet, sein ganzes (kurzes) Leben darauf ausgerichtet. Er hat keine Frau, keine Kinder, und seine Wohnung hat er auch schon gekündigt.
Es ist bald 11 Uhr, und ausgerechnet jetzt bekommt er Besuch. Dann ist es elf – und: Nichts. Mortimer lebt. Mortimer stirbt nicht.
Was ist da bloß los? Was ist schief gelaufen? Und wie soll es nun weitergehen?

“Heute beginnt der Rest des Lebens”: Die französische Autorin Marie-Sabine Roger hat eine kleine Geschichte darüber geschrieben, was passiert, wenn alles anders verläuft als geplant.
Auf eine nette, leicht süffisante Weise beschreibt sie aus Sicht von Mortimer, wie er die Dinge sieht und erlebt. Sehr schade ist, dass die Autorin ihren Helden viel zu sehr zurückblicken lässt. Lang und breit wird dargestellt, wie er bestimmt Leute kennengelernt hat und was sonst noch so lief – oder nicht. Erst ganz am Ende geht es um das Wesentliche – um das: Und nun? Und das hätte die Autorin noch viel intensiver erzählen können.

Marie-Sabine Roger: Heute beginnt der Rest des Lebens
dtv, 287 Seiten
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ORA aktuell

Abstimmung zum ersten Oranienburger Bürgerhaushalt

Donnerstag, den 31. August 2017

Erstmals können die Oranienburger abstimmen, welche Projekte im Rahmen des Bürgerhaushaltes umgesetzt werden sollen. Das Volumen umfasst 50.000 Euro.
Bis Ende Juni 2017 konnten Vorschläge eingebracht werden. Diese wurden überprüft, nun steht die Liste fest.
Bürger ab 14 Jahren können noch bis zum 23. September abstimmen – die Listen liegen im Bürgeramt des Rathauses. Jeder darf drei Stimmen abgeben – für ein Projekt oder auf mehrere Projekte verteilt.

Auf der Liste stehen unter anderem neue Straßenbäume, eine Mitfahrerbank, eine Bücherbox oder die Unterstützung der Musikwerkstatt. Auf Oranienburg.de gibt es alle Infos.

aRTikel

Ehrlicher Finder: Gesucht wird Herr Krüger

Mittwoch, den 30. August 2017
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Unbekannter brachte Geldbörse zurück

MAZ Oberhavel, 30.8.2017

Vehlefanz.
Erika Kaatsch sucht nach dem Finder ihrer Geldbörse. Sie weiß nur, dass es sich um einen „Herrn Krüger“ handelt. Die Ortsvorsteherin von Vehlefanz möchte sich gern bei ihm bedanken.

Aber von vorn: Am 4. September 2016 wurde ihr am Supermarkt in Vehlefanz ihr Portemonnaie gestohlen. „Es wurde mir beim Abstellen des Einkaufswagens entwendet“, erzählt sie. „Da stand eine Dame neben mir, und ich habe sie gefragt, warum sie so guckt. Sie hat so getan, als ob sie auf meinen Wagen wartet.“ Sie wolle „nur gucken“, habe sie in einem ausländischen Dialekt gesagt.
Als sie den Verlust bemerkt hatte, ließ Erika Kaatsch sofort alle Karten sperren. Gemeinsam mit ihren Mitbewohnern der „Alten Schule“ suchte sie die Gegend ab, schließlich schaltete sie die Kripo ein – aber die Geldbörse blieb verschwunden. „Nachdem sich wochenlang nichts getan hatte, habe ich meine ganzen Unterlagen neu beantragt. Das war eine ganze Menge. Die Krankenkassenkarte, die EC-Karte, Ausweis, Führerschein. Das waren große Rennereien, und das hat auch Geld gekostet.“

Fast zehn Monate später, Ende Juni, dann die Überraschung. Das Portemonnaie liegt vor ihrer Wohnungstür. Zwar fehlt das Geld – etwa 30 Euro – aber die Papiere sind drin. Der Finder hatte, weil er Erika Kaatsch an ihrer Wohnung nicht antraf, ihren Sohn angerufen, um Bescheid zu sagen. Dessen Nummer stand auf einem Zettel in der Geldbörse. „Es war ein Herr Krüger“, sagt die Rentnerin. Mehr weiß sie nicht über den Mann. Er hatte das Portemonnaie auf einem Rastplatz an der Autobahn gefunden, gar nicht so weit weg von Oberkrämer. Erika Kaatsch hat schon einige Krügers in der Gegend angerufen, der Richtige war nicht dabei. „Es gibt ja sicher noch mehr, die nicht im Telefonbuch stehen.“ Sie hofft, dass er sich bei ihr meldet. „Ehrlichkeit muss man belohnen“, findet die Vehlefanzerin.

Erika Kaatsch ist erreichbar unter 0172/7707110.

RTZapper

Vanessa Mai: Nie wieder

Mittwoch, den 30. August 2017
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DI 29.08.2017 | 2.18 Uhr (Mi.) | VIVA

Hat irgendwer bei VIVA aus Versehen die falsche Schublade geöffnet? In der Nacht zum Mittwoch lief innerhalb der “Night Sounds” der Song “Nie wieder ” von Vanessa Mai.
Eigentlich dachte ich, dass man Vanessa Mai in Deutschland in die Schlager-Schublade gelegt hat, und dass man beim coolen VIVA diese Schublade nicht anrührt. Dabei verläuft die Grenze zwischen Schlager und Pop hierzulande extrem fließend, und bei manchen Song kann einem ganz sicher niemand erklären, warum der als Schlager gilt und der andere als Pop und tauglich für’s Hitradio.

Nun also Vanessa Mai auf VIVA. Nun wirkt die Sängerin in dem Videoclip allerdings nicht wirklich wie eine biedere Schlagertante. Jung, frech, wild – so könnte man sie in diesem Clip beschreiben. Vielleicht handelt es sich um einen Imgaewechsel, und bei VIVA ist man gewillt, den mitzumachen.
Wäre ja nicht das Schlechteste, denn der Ekel vor so mancher deutschsprachiger Musik ist schon ziemlich peinlich.

ORA aktuell

Porta baut Möbelhaus in Oranienburg

Mittwoch, den 30. August 2017
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Das Möbelunternehmen Porta will ein neues Einrichtungshaus im Oranienburger Oranienpark bauen – direkt neben den “Möbel Boss”-Markt, der auch schon zu Porta gehört. Das berichtet der Oranienburger Generalanzeiger. Geplant seien demnach 18.000 Quadratmeter Verkaufs- und 8000 Quadratmeter Lagerfläche.
Am 12. September berät dazu der Bauausschuss. Das Gelände an der Friedensstraße lasse das Möbelhaus im Rahmen des Einzelhandelskonzept aber zu.

RTelenovela

Auf der Suche nach den Hooligans

Mittwoch, den 30. August 2017
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Die AfD faselt ja gern mal von der Lügenpresse. Aber ist die AfD vielleicht eine Lügenpartei? Biegen die sich eventuell auch was zurecht?
Am Sonntag soll es laut AfD einen Vorfall vor dem Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion gegeben haben. Die AfD sagt, man sei von linksextremen Hooligans attackiert worden. Der Bus sei von einem Auto blockiert und eine Scheibe sei eingeschlagen worden. AfD-Folienaufdruck sei abgerissen worden. Schaden: 2000 Euro. Der AfD-Kreisvorsitzende sagte, es habe so ausgesehen, als habe man den Bus komplett demolieren wollen. Er sprach von Zerstörung und Randale.
Aber hat er vielleicht gelogen?

Wie die Potsdamer Neuesten Nachrichten schreiben, war das alles ganz anders, zeugen haben sich gemeldet, und als Beleg dafür gibt es auch ein Video – ausgerechnet eines von der AfD.
Das Video zeigt tatsächlich Leute, die ein wenig pöbeln. Aber die AfD-Leute im Bus pöbeln ordentlich zurück. Es fallen auch da Schimpfworte. Leute haben “Haut ab!” gerufen.
Aber Hooligans? Wo waren die Hooligans? Die Linksextremen? Wo waren die Gewalttäter? Nirgendwo. Einige wenige Leute pöbelten ein bisschen, aber dabei standen sie eher rum. Eine junge Mutter kam angelaufen und äußerte ihren Unmut. War sie der Hooligan?

Was also war da los?
Hat die AfD da etwas aufgebauscht, was so gar nicht passiert war? Maßlos übertrieben? Gelogen gar? Instrumentalisiert die AfD einen Minivorfall (ach was, da war kein Vorfall) für eine Skandalgeschichte? Will man Stimmung machen?
Die AfD glaubt der angeblichen Lügenpresse nicht. Oder besser: Sie redet den Leuten das Märchen ein. Aber auch die AfD scheint Märchen zu erzählen.