Monatsarchiv für Juli 2017

RTZapper

Soundcheck – Das musikalische Quartett

Samstag, den 29. Juli 2017
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FR 28.07.2017 | 21.05 Uhr | radioeins

Immer mal wieder was Neues, und das liebe ich an radioeins vom rbb. Jeden Abend wird derzeit vom 14. Stock des rbb-Fernsehhochhauses in Berlin gesendet, von der Dachlounge. Das sorgt immer für eine schöne Live-Atmosphäre. Aber manchmal kann das auch ein Nachteil sein.

Immer freitagabends gibt es den “Soundcheck”. da reden vier Musikkritiker über die neuen Alben der Woche. Aber das Stimmengewirr im Hintergrund war teilweise so laut, dass man sich echt konzentrieren musste, den eigentlichen Gesprächen zu lauschen.
Da unterhielten sich im Hintergrund die Leute lautstark, das Gemurmel war groß, wie in einer Kneipe eben.
Aber kommen die Leute nicht auch, um zuzuhören? Oder interessiert sich niemand für das, was da eigentlich live produziert wird? Live-Atmo ist ja gut und schön, all zu laut sollte die Atmo aber nicht sein…

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RTelenovela

Von oben herab bedient

Samstag, den 29. Juli 2017
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Am Leipziger Platz in Berlin an einem Sonntagabend draußen was Essen zu wollen, ist nicht ganz so einfach. Als Fußvolk hat man sich da gefälligst dem Servicepersonal anzupassen.

Lokal 1, direkt neben dem Spionagemuseum. Wir setzen uns an einen Tisch direkt an der Straße. Nein, das heißt, wir wollten uns setzen. Aber da kam schon die Kellnerin und teilte uns mit genervtem Gesicht mit, dass wir an diesem Tisch, in dieser Tischreihe nicht (oder nicht mehr?) bedient würden. Warum, teilte sie uns nicht mit.
Fand ich irgendwie doof, und ich neige dann dazu, so einen Laden ganz zu verlassen.
Gesagt, getan, und tschüss.

Lokal 2, auf der anderen Straßenseite. Ein etwas besser Schuppen, so zumindest sah die Speisekarte aus. Diverse Fleischsorten für um die 35 Euro, und da sind die beilagen noch gar nicht bei. Eine Cola-Pfütze für schlappe 4 Euro.
Ich entschied mich für einen Cäsarsalat, für lumpige 14 Euro. Meine reizende Begleiterin beließ es aus Gründen bei einem stillen Wasser.
Fand der Kellner vermutlich irgendwie doof. Einen Salat und sonst quasi nix, nein, so was Billiges ist der feine Herr Kellner nicht gewöhnt. Er teilte uns das nicht mit, aber er zeigte es uns. Er knallte er mir den riesigen Teller mit dem Besteck quasi direkt vor die Brust. Wortlos. Mit Todesverachtung brachte er die Getränke – das Wasser und die Cola. Wortlos kam auch der Salat, den er ebenfalls extrem unfreundlich vor mir hinknallte.
Am Nachbartisch machte er die Leute an, weil sie zu zweit an einem Vierertisch Platz genommen hatte. Was denn wäre, wenn plötzlich vier Leute kämen. Dann würden sie natürlich wechseln, sagten die Leute am Tisch. Allerdings setzte gerade kein Run auf den Qualitätsschuppen an, die Leute gingen dann aber trotzdem, und zwar weg. Fanden sie vermutlich doof, wie sie von oben herab behandelt worden sind.
Wir blieben dann auch nicht lange, und das Trinkgeld wäre sicher sehr viel höher ausgefallen, wenn die Bedienung nicht so scheißarrogant gewesen wäre. Sorry, du, dass wir uns in deinem Edelrestaurant niedergelassen haben. Kommt nicht wieder vor.

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RTZapper

Volksvertreter: AfD

Freitag, den 28. Juli 2017
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DO 27.07.2017 | 22.15 Uhr | zdf_neo

Dass sich in die Dokutainment-Reihe “Volksvertreter” auf zdf_neo nur Politiker aus der zweiten bis vierten Reihe trauen, muss nicht verwundern. Immerhin geht es darum, dass drei Leute aus dem Volk einen Politiker treffen, von dem sie sagen, dass sie ihn nicht wählen würden, weil sie seine Haltung und sein Programm ablehnen.
Drei gegen einen – da hat es ein Politiker natürlich schwer, und dem will sie natürlich niemand so gern aussetzen.
Ob so ein Tribunal für den Zuschauer aber wirklich interessant ist, sei auch mal dahin gestellt.

Am Donnerstag war der AfD-Mann Markus Frohnmaier zu Gast. Er stellte sich einer Lehrerin, einer deutsch-muslimischen Polizeikommissarin und einem muslimischen Studenten mit deutschem Pass.
Nun kann es natürlich spannend sein, zu sehen, wie sich ein Politiker schlägt, wenn er drei Leute vor sich sitzen hat, die ihn ablehnen. Wenn denn eine spannende Diskussion entsteht.
Die, ähm, Gespräche am Küchentisch in dieser Folge waren allerdings irgendwie unangenehm.

Dass der AfD-Mann inhaltlich irgendwas Gehaltvolles (und Wählbares) zu erzählen hatte, kann man nicht gerade sagen. Allerdings waren seine “Gegner” nicht minder unangenehm.
Klar, wenn man Anti ist, dann kommt auch mal Schärfe in eine Diskussion. Wenn man seinen Gesprächspartner aber permanent wütend niederredet, dann schöpft der Zuschauer daraus null Erkenntnisse. Ständig war da eine grundsätzliche Wut, ein Ekel und auch, ja, eine Überheblichkeit. Zum Beispiel dann, wenn sich die beiden Frauen über den AfD-Mann unterhalten, als wenn er nicht neben ihnen sitzen würde. Phasenweise ließen sie ihn kaum antworten, und wenn doch, dann nicht ausreden. Stattdessen riefen sie ihm ganz aufgeregt und wütend Fragen über Fragen zu.

Womit keiner klar kam: Der AfD-Mann blieb die ganze Zeit erstaunlich ruhig. Wie gesagt, inhaltlich war das mau, aber er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Immer und immer wieder sprach er langsam, was er zu sagen hatte. Das wirkte zwar oft wie ihm vorher sicherlich eingetrichterte PR-Floskeln, aber verfehlte bestimmt die Wirkung bei vielen Zuschauern nicht. Denn wie heißt es so schön: Wer schreit, hat Unrecht. Das stimmt in diesem Fall zwar nicht, aber diese Ausgabe der “Volksvertreter” ist dennoch grandios gescheitert. Denn der AfD-Mann wirkte wie ein armes Würstchen, als der, auf den alle eindreschen. Und das ist nicht das, was man mit so einem Format erreichen wollen sollte.

In der kommenden Woche geht es um die FDP. Im Trailer dafür hat man auch schon gesehen, dass es da auch recht hitzig zugehen wird. Eines kann man zdf_neo immerhin bescheinigen: Es ist eine sehr andere Form der Polittalkshow.

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RTelenovela

Überraschungsevent (12): Spionage!

Freitag, den 28. Juli 2017
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(11) -> 19.6.2017

Der Startschuss fiel im April 2016: Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte ich das Event planen, im August ist sie dran.

Das Deutsche Spionagemuseum am Leipziger Platz in Berlin-Mitte gehört zu den jüngsten Museen in der Hauptstadt. Der Standort passt – es befindet sich an der Stelle, die bis 1989 unpassierbar war, weil sie im Mauerstreifen lag. Und die Mauer zwischen Ost- und West-Berlin war zwischen 1961 und 1989 ein Brennpunkt der Spionage.

Im Museum geht es deshalb natürlich darum, wie sich Ost und West gegenseitig ausspionierten – und natürlich auch in andere Richtungen. Man sieht, womit Spione arbeiteten. Seien es Regenschirme, in denen Kamera oder Mikrofone waren, oder Schuhe mit Mikrofonen und mit Funkkontakt nach draußen, damit man das gehörte gleich abfangen kann.
Man kann viel darüber lesen und sehen, wie das im geteilten Deutschland funktioniert hat.

Es geht aber auch um die Geschichte der Spionage seit frühesten Zeiten. Denn überwacht wurde schon immer. Immer schon versuchten Geheimdienste rauszufinden, was eventuell irgendwo von irgendwem geplant ist, um irgendwem zu schaden.

Damit der Erlebnis- und Aha-Effekt nicht ausbliebt, gibt es viele Sachen zum Ausprobieren. Man kann versuchen, in einem Laser-Labyrinth klarzukommen. Man kann sein Passwort überprüfen lassen, wie sicher es ist. Mehr dazu im RTest #60 auf Youtube. Danach habe ich meine Passwörter gleich mal geändert.
Apropos Passwort: Natürlich spielt im Museum auch die heutige Spionage eine Rolle. Denn mit dem Internet und der heutigen Technik ist vermutlich vieles einfacher für die Geheimdienste – auch weil wir ja alles ins Internet stellen, was wir so machen. Deshalb gibt’s auch Tipps für soziale Netzwerke.

Geöffnet ist das Deutsche Spionagemuseum immer von 10 bis 20 Uhr, der Eintritt kostet 12 Euro, Führungen kosten 8 Euro.

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aRTikel

Der Festival-Countdown läuft

Donnerstag, den 27. Juli 2017
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“Resist to Exist” ab 4. August: Noch steht Wasser auf den Wiesen in Kremmen

MAZ Oberhavel, 27.7.2017

Kremmen.
Dort, wo am 4. August das große Punkfestival „Resist to Exist“ stattfinden soll, steht momentan überall noch das Wasser auf dem Feld. Es gehört dem Landwirt Christoph Brunner aus Kremmen. Gestern Mittag schaute er sich das Gelände am Oranienburger Weg an. Er zeigt in die Ferne: „Da hinten steht noch mehr Wasser.“ Und wieder regnet es an diesem Mittag in Strömen.
„Wenn das Festival dieses Wochenende stattfinden würde, wäre das schwer. Jetzt ist die Wiese schlammig, auch für die Technik wäre das ja nicht gut“, sagt Christoph Brunner. Hört es jetzt irgendwann endlich auf zu regnen, dann dauere es vier bis fünf Tage, bis alles einigermaßen abgetrocknet sei.

Es ist das zweite Mal, dass der Kremmener seine Fläche für das Festival zur Verfügung stellt. Die Premiere fand vergangenes Jahr im August statt. Eine erste Anfrage erreichte ihn im April 2016. „Ich habe mich dann aber erst mit denen länger unterhalten, was sie da eigentlich vorhaben“, erzählt Christoph Brunner, der auch Stadtverordneter ist. „Die Veranstalter haben einen recht seriösen Eindruck gemacht, und sie haben so eine Veranstaltung ja auch nicht das erste Mal durchgeführt.“ Er sagte zu.

Als der Termin und der Ort für „Resist to Exist“ dann bekannt wurden, herrschte in Kremmen längst nicht nur Begeisterung. „Ich wurde gefragt: Warum tun Sie uns das an?“, erinnert sich Christoph Brunner. Viele seien besorgt gewesen – das aber, wie sich herausstellte, ganz umsonst. „Keiner hat gedacht, dass das alles so problemlos über die Bühne geht.“ Es sind kilometerlange Bauzäune aufgestellt worden, um das Gelände einzugrenzen, hinterher ist durch die Veranstalter alles aufgeräumt worden. Lärmbeschwerden hat es wohl kaum gegeben. Irritationen gab es, weil viele Einkaufswagen aus den Märkten mitgenommen worden seien – aber auch die wurden am Ende zurückgebracht. Es war plötzlich bunt und voll in der Stadt, die großen Einkaufsmärkte machten gute Umsätze, vor allem mit Getränken.
In diesem Jahr soll es zudem mehr Dixiklos geben, auch soll der Wald besser abgesperrt werden, damit ihn nicht mehr ganz so viele Festivalteilnehmer als Toilette benutzen.

Am kommenden Wochenende beginnt am Oranienburger Weg die heiße Phase. Dann kommen die Veranstalter nach Kremmen und beginnen mit dem Aufbau des Festivals. Christoph Brunner wird hier und da Hilfestellungen leisten, wo es nötig ist. „Ich guck’ dann mal so nach dem Rechten“, sagt er und schmunzelt. Am Donnerstag, 3. August, ist ein Lärmtest geplant, wo die Anwohner den Veranstaltern mitteilen können, falls es zu laut ist. Das Festival selbst beginnt am 4. August – übrigens organisiert von einem Verein, der aus den Einnahmen keinen Profit schlagen will.

Ungefähr eine Woche lang werde das große Aufräumen danach dauern, schätzt Christoph Brunner. 2018 könnte es dann weitergehen. „Die wollen das gern langfristig hier planen“, sagt der Landwirt. „Die waren alle ganz angetan.“

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ORA aktuell

Oranienburger Tennis-Ass bei den German Open

Mittwoch, den 26. Juli 2017
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Premiere für den Tennisspieler Rudolf Molleker aus Oranienburg. Der 16-Jährige spielte erstmals im Hauptfeld eines ATP-Turniers. Er besiegte dafür in der Qualifikation den Argentinier Leonardo Mayer mit 7:6, 3:6 und 6:3.
Neben Tommy haas, Philipp Kohlschreiber und anderen war er der achte deutsche Spieler im Hauptfeld der German Open in Hamburg.

Gegen den Russen Khachanov verlor er dann allerdings mit 4:6 und 3:6 in knapp 70 Minuten.
Molleker ist derzeit die 926 der Tennis-Weltrangliste.

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RTZapper

Uncovered: Rausch

Mittwoch, den 26. Juli 2017
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MO 24.07.2017 | 21.10 Uhr | ProSieben

Bei ProSieben ist am Montag eine riesige Panne passiert. Nach zwei Folgen “The Big Bang Theory” und vor sechs Folgen “The Big Bang Theory” zeigte der Sender – vermutlich aus Versehen – relevantes Programm.
Dass diese Sendung dann katastrophale Quoten erzielte, muss dann nicht verwundern. Entweder, weil die Leute erschrocken waren, dass da plötzlich eine Doku lief. Oder, weil die Leute dachten, ProSieben bräuchten sie dafür eh nicht einschalten.

Wer nicht eingeschaltet hat, hat aber was verpasst. In der Reihe “Uncoved” besucht der Reporter Thilo Mischke Orte, an die sich andere vermutlich gar nicht mehr so rantrauen.
Am Montagabend ging es um den Rausch. Mischke war auf den Philippinen unterwegs und testete, wie leicht man zum Drogendealer werden kann. Er besuchte Dealer, Brennpunkte und Menschen, die wegen der Drogen am Abgrund lebten.

Die Doku war nicht nur inhaltlich beeindruckend. “Uncovered” lebt von der unkonventionellen Machart. Wir sind dabei, wenn das Team um Mischke unterwegs ist, plant, umplant und sich berät. Oder wenn Situationen plötzlich Entscheidungen erfordern. Auch wenn sich Mischke selbst in einen Rausch begibt und offen zeigt, wie er davor Angst hat.
Eine sehr gute Mischung aus Abenteuer, Information und Personality.

Wegen der schlechten Quoten, könnte es allerdings passieren, dass ProSieben stattdessen nächste Woche vier Folgen von “The Big Bang Theory” zeigt.

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