Tagesarchiv für 28. Juli 2017

RTZapper

Volksvertreter: AfD

Freitag, den 28. Juli 2017
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DO 27.07.2017 | 22.15 Uhr | zdf_neo

Dass sich in die Dokutainment-Reihe “Volksvertreter” auf zdf_neo nur Politiker aus der zweiten bis vierten Reihe trauen, muss nicht verwundern. Immerhin geht es darum, dass drei Leute aus dem Volk einen Politiker treffen, von dem sie sagen, dass sie ihn nicht wählen würden, weil sie seine Haltung und sein Programm ablehnen.
Drei gegen einen – da hat es ein Politiker natürlich schwer, und dem will sie natürlich niemand so gern aussetzen.
Ob so ein Tribunal für den Zuschauer aber wirklich interessant ist, sei auch mal dahin gestellt.

Am Donnerstag war der AfD-Mann Markus Frohnmaier zu Gast. Er stellte sich einer Lehrerin, einer deutsch-muslimischen Polizeikommissarin und einem muslimischen Studenten mit deutschem Pass.
Nun kann es natürlich spannend sein, zu sehen, wie sich ein Politiker schlägt, wenn er drei Leute vor sich sitzen hat, die ihn ablehnen. Wenn denn eine spannende Diskussion entsteht.
Die, ähm, Gespräche am Küchentisch in dieser Folge waren allerdings irgendwie unangenehm.

Dass der AfD-Mann inhaltlich irgendwas Gehaltvolles (und Wählbares) zu erzählen hatte, kann man nicht gerade sagen. Allerdings waren seine “Gegner” nicht minder unangenehm.
Klar, wenn man Anti ist, dann kommt auch mal Schärfe in eine Diskussion. Wenn man seinen Gesprächspartner aber permanent wütend niederredet, dann schöpft der Zuschauer daraus null Erkenntnisse. Ständig war da eine grundsätzliche Wut, ein Ekel und auch, ja, eine Überheblichkeit. Zum Beispiel dann, wenn sich die beiden Frauen über den AfD-Mann unterhalten, als wenn er nicht neben ihnen sitzen würde. Phasenweise ließen sie ihn kaum antworten, und wenn doch, dann nicht ausreden. Stattdessen riefen sie ihm ganz aufgeregt und wütend Fragen über Fragen zu.

Womit keiner klar kam: Der AfD-Mann blieb die ganze Zeit erstaunlich ruhig. Wie gesagt, inhaltlich war das mau, aber er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Immer und immer wieder sprach er langsam, was er zu sagen hatte. Das wirkte zwar oft wie ihm vorher sicherlich eingetrichterte PR-Floskeln, aber verfehlte bestimmt die Wirkung bei vielen Zuschauern nicht. Denn wie heißt es so schön: Wer schreit, hat Unrecht. Das stimmt in diesem Fall zwar nicht, aber diese Ausgabe der “Volksvertreter” ist dennoch grandios gescheitert. Denn der AfD-Mann wirkte wie ein armes Würstchen, als der, auf den alle eindreschen. Und das ist nicht das, was man mit so einem Format erreichen wollen sollte.

In der kommenden Woche geht es um die FDP. Im Trailer dafür hat man auch schon gesehen, dass es da auch recht hitzig zugehen wird. Eines kann man zdf_neo immerhin bescheinigen: Es ist eine sehr andere Form der Polittalkshow.

RTelenovela

Überraschungsevent (12): Spionage!

Freitag, den 28. Juli 2017
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(11) -> 19.6.2017

Der Startschuss fiel im April 2016: Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte ich das Event planen, im August ist sie dran.

Das Deutsche Spionagemuseum am Leipziger Platz in Berlin-Mitte gehört zu den jüngsten Museen in der Hauptstadt. Der Standort passt – es befindet sich an der Stelle, die bis 1989 unpassierbar war, weil sie im Mauerstreifen lag. Und die Mauer zwischen Ost- und West-Berlin war zwischen 1961 und 1989 ein Brennpunkt der Spionage.

Im Museum geht es deshalb natürlich darum, wie sich Ost und West gegenseitig ausspionierten – und natürlich auch in andere Richtungen. Man sieht, womit Spione arbeiteten. Seien es Regenschirme, in denen Kamera oder Mikrofone waren, oder Schuhe mit Mikrofonen und mit Funkkontakt nach draußen, damit man das gehörte gleich abfangen kann.
Man kann viel darüber lesen und sehen, wie das im geteilten Deutschland funktioniert hat.

Es geht aber auch um die Geschichte der Spionage seit frühesten Zeiten. Denn überwacht wurde schon immer. Immer schon versuchten Geheimdienste rauszufinden, was eventuell irgendwo von irgendwem geplant ist, um irgendwem zu schaden.

Damit der Erlebnis- und Aha-Effekt nicht ausbliebt, gibt es viele Sachen zum Ausprobieren. Man kann versuchen, in einem Laser-Labyrinth klarzukommen. Man kann sein Passwort überprüfen lassen, wie sicher es ist. Mehr dazu im RTest #60 auf Youtube. Danach habe ich meine Passwörter gleich mal geändert.
Apropos Passwort: Natürlich spielt im Museum auch die heutige Spionage eine Rolle. Denn mit dem Internet und der heutigen Technik ist vermutlich vieles einfacher für die Geheimdienste – auch weil wir ja alles ins Internet stellen, was wir so machen. Deshalb gibt’s auch Tipps für soziale Netzwerke.

Geöffnet ist das Deutsche Spionagemuseum immer von 10 bis 20 Uhr, der Eintritt kostet 12 Euro, Führungen kosten 8 Euro.