Tagesarchiv für 25. Juli 2017

aRTikel

Lindenkrug: Ende September ist Schluss

Dienstag, den 25. Juli 2017
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Verpächterin Britta Mehlis äußert sich zum Aus für die Gaststätte in Schwante

MAZ Oranienburg, 25.7.2017

Schwante.
Mit einer privaten Feier am 30. September wird die Ära des Lindenkrugs in Schwante enden. Danach wird die Gaststätte am Lindenweg geschlossen. Wie bereits berichtet, ist der Pachtvertrag von Betreiber Ingo Pietz nicht verlängert worden.

Nun hat sich nach vergeblichen Kontaktversuchen im Mai seitens der MAZ die Verpächterin Britta Mehlis gemeldet. „Ja, der Pachtvertrag läuft am 30. September aus“, sagte sie. „Wir verlängern nicht mehr.“ Das Angebot, dass die Feier am letzten Tag noch ausgerichtet werden könne und erst danach geräumt werden müsse, habe Ingo Pietz angenommen, sagte sie außerdem.
Britta Mehlis bedauert das Aus der Gaststätte. Nach ihren Aussagen werde mit den Räumen vorerst nichts passieren, sie suche derzeit keinen neuen Pächter, eine Gaststätte werde es an dieser Stelle nicht mehr geben. Verschiedene Anwohner haben jedoch schon beobachtet, dass Vermesser vor Ort waren. Dabei handele es sich um ein anderes Flurstück, das damit nichts zu tun habe, sagte Britta Mehlis gestern.
Es habe, so die Verpächterin, bis vor zwei Jahren gerichtliche Auseinandersetzungen mit dem Betreiber gegeben, es ging um die Pacht und um Nebenkosten. Schon 2015 habe die Richterin sie gefragt, ob der Pachtvertrag 2017 verlängert werden würde, und Britta Mehlis habe das verneint.

Ingo Pietz bestätigte gestern diese Verhandlungen, sagte aber, dass seitens der Verpächterin es noch nach Ostern Signale gegeben habe, doch zu verlängern. Allerdings, so Britta Mehlis, sei schnell klar gewesen, dass es dazu nicht kommen würde, weil sie sich auf die Bedingungen dazu nicht einigen konnten.

Der Wirt Ingo Pietz sucht nun nach einem Ausweichquartier, will aber unbedingt in der Region bleiben. Das Problem sei, dass es Gaststätten in ländlichen Gebieten so oder so schwer hätten – auch der Lindenkrug war nur noch am Wochenende geöffnet. Unter der Woche war es ein reines Cateringunternehmen.

Für zusätzlichen Ärger sorgt nun auch der Brief einer Schwantenerin, der vergangene Woche im Briefkasten der Verpächterin Britta Mehlis landete, ebenso im Mailpostfach der MAZ. Darin wird behauptet, dass sich die Verpächterin einem Gespräch verweigerte, in das auch Vertreter der Gemeinde Oberkrämer involviert sein sollten.
Das Gespräch fand jedoch statt – auf Initiative von Britta Mehlis. Das bestätigte gestern auch der stellvertretende Bürgermeister Peter Matschke. Allerdings nahm er moderierend als Privatperson teil, weil sich die Gemeinde aus solchen privatrechtlichen Angelegenheiten raushalte, betonte Matschke. Deswegen wolle er sich dazu inhaltlich auch nicht äußern.

Weiter heißt es in dem Brief, es seien schon 500 Unterschriften für den Erhalt der Gaststätte gesammelt worden. Ingo Pietz befragt, bestätigte er das, er betonte aber, dass er mit der Aktion nichts zu tun habe. Die Senioren aus Schwante würden die Schließung ebenfalls bedauern, so heißt es in dem Brief weiter. Britta Mehlis dazu: „Das tut uns selber Leid, und dass die Rentner es bedauern, ist auch klar. Aber wir haben ja ein Gemeindehaus, in dem sie sich auch treffen können.“

Ingo Pietz hatte im MAZ-Beitrag im Mai kritisiert, dass ihm der Vertrag ohne Begründung gekündigt worden sei und er auch bis heute keine erhalten habe. Britta Mehlis sagte dazu der MAZ, dass sie das zwar bedauere, sie aber diese Entscheidung, den Vertrag auslaufen zu lassen, getroffen habe. „Es tut uns Leid um den Lindenkrug“, sagte sie, die das Geschäft bis 2001 selbst betrieben hatte. „Es war eine schöne Gaststätte, und wir hatten dort viele tolle Feiern.“

Dass rund um das Aus der Gaststätte so viele Leute mitreden, sei klar, aber Britta Mehlis weist daraufhin, dass es sich immer noch um eine Privatangelegenheit handele.
Das Aus für den Lindenkrug ist somit ein unumstößlicher Fakt.

RTZapper

Singen Sie Deutsch! Die 100 besten deutschsprachigen Lieder

Dienstag, den 25. Juli 2017
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SO 23.07.2017 | 9.05 Uhr | radioeins

Liebe Anja Caspary,

vielen Dank für den neuen Musikcountdown bei radioeins. Am Sonntag liefen dort fast zehn Stunden lang die 100 besten deutschsprachigen Lieder, ausgewählt von einer Jury.
Solche Countdowns sind immer spannend. Das haben wir zu Ostern bei den 1000 meistgespielten radioeins-Songs schon gemerkt. Da habe ich von vielen Leuten gehört, die öfter mal reingehört haben und gespannt waren, wer denn die Nummer 1 ist.
Da sind wir schon beim wichtigsten Punkt einer solchen Mammut-Hitparade: die Spannung.

Am Sonntag Nachmittag gegen 17 Uhr passierte etwas Seltsames. Sie verrieten plötzlich die Nummer 1. Zwei Stunden bevor sie gespielt werden sollte. Es war Rio Reisers “Junimond”. Sie sagten, weil es ja jetzt sowieso schon so viele raten, könnten Sie es ja auch gleich verraten.
Nein. Können Sie nicht!
Nur weil einige Leute es schon richtig raten, kann man doch trotzdem die Spannung aufrecht erhalten. Wer sagt denn, dass die Leute da recht haben? Deshalb muss man doch nicht einknicken und die Spannung rauslassen!
Ich dachte erst an einen schlechten Scherz oder mich verhört zu haben. Aber es war wirklich die Nummer 1. Aber irgendwie hatte ich nach 17 Uhr keine so richtige Lust mehr. Schade.
Nächstes Mal bitte einfach sein lassen.

Beste Grüße!

RTelenovela

Die Glocken von Nabucco

Dienstag, den 25. Juli 2017
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Ich bin kein Opernfan. Das habe ich am Freitagabend auf dem Schulplatz in Neuruppin festgestellt. Dort ist die Verdi-Oper “Nabucco” aufgeführt worden. Die war sicherlich auch ganz schön, aber das muss ja nicht jeder so sehen.
Ich persönlich mag ja gute Melodien, die irgendwie ins Ohr gehen. Die gibt es ja bei “Nabucco” eher selten. Da stehen stattdessen Damen auf der Bühne und kreischen sich die Seele aus dem Leib, mit einer so hohen Stimme, dass die Schwalben vom Himmel zu fallen drohen. Gesungen wird übrigens auf Italienisch, dass man bloß nichts von der Handlung mitkriegt. Die gibt es dann in einem Begleitheft, das man gegen Aufpreis kaufen kann – wo wir ja sonst so wenig Eintritt für die Sause bezahlt haben. Zum Glück gibt es Wikipedia und das mobile Internet.

Die Kulturfans waren übrigens erbost darüber, dass alle 15 Minuten die Neuruppiner Glocke läutete. Ich fand’s lustig zu beobachten, wie sich Leute darüber beömmeln konnten. Dabei war das doch endlich mal ein Wohlklang.
Dass der Schulplatz für so ein Event völlig ungeeignet ist, dafür gibt es einen ganz anderen Grund: Da der Platz rundherum von Passanten begehbar war, drang ständig Stimmengewirr von draußen rein. Das war mitunter lauter als das Geplärre da vorne, auf der Bühne.

Routiniert wurde das Programm runtergesungen, völlig höhepunktsfrei endete das Stück ganz plötzlich. Applaus, Verbeugung, und als Zugabe den Gefangenenchor, den wir zum zweiten Mal hören durften. Immerhin, der ist ganz schön.
Kulturbanause? Ja.