Tagesarchiv für 18. Juli 2017

RT im Kino

Dream Boat

Dienstag, den 18. Juli 2017
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Eine Kreuzfahrt entlang des Mittelmeers. Auf dem Schiff sind aber nur Männer. 3000 Kerle, die feiern wollen. Die andere Männer kennenlernen möchten. Die von der großen Liebe träumen. Von Sex. Und von der Freiheit, mal so zu sein, wie sie es gern sein möchten. Denn sie sind ja unter sich.

Die Doku “Dream Boat” von Tristan Ferland Milewski begleitet dieses besondere Kreuzfahrt. „So ein Kreuzfahrtschiff ist ja ein Mikrokosmos. Knapp 3000 Männer aus unterschiedlichen Nationen waren dabei“, sagt der Filmemacher. Schon zwei Jahre zuvor begannen dafür die Recherchen.
Einige der Mitreisenden kommen in diesem Film zu Wort, der Zuschauer kann sie begleiten. Wir erfahren, wo sie herkommen, was sie antreibt, wie sie die Reise erleben.
Viele kommen aus Verhältnissen, in denen sie nicht offen schwul leben können. Wo sie isoliert sind. Umso mehr leben sie sich auf dem Schiff aus, wollen was erleben, wollen Spaß.
Wir sehen, dass das gelingen kann. Aber auch schwer sein kann. Denn die Welt auf dem Schiff hat viel mit Show zu tun. Mit Verkleidungen. Mit Körpern, für dessen Schönheit man viel tun muss. Und wo Schönheit aber auch viel zählt. Einige der Mitreisenden müssen feststellen, dass sie auf dem vollen Schiff dennoch sehr einsam sind. Das sind berührende Momente, und das ist fast schon traurig, weil da ganze Fassaden einfallen.
„So eine Reise ist der Ort, wo viele das ausleben können, was ihnen sonst nicht möglich ist“, erzählt Tristan Ferland Milewski. „Klar, es ist eine kleine treibende schwule Insel, ein kleines Dorf mit allen Vor- und Nachteilen.“ Körperkultur spiele eine Rolle, Männlichkeit, Jugendideale. „Es gibt da Leute, die Spaß haben wollen, also Sex. Aber auch die, die Liebe suchen.“

Spannend. Denn die Doku lässt Einblicke in eine Welt zu, die den meisten Leuten vermutlich verschlossen sind. Und bei der sicherlich nicht wenige (auch schwule) Leute sagen werden, dass sie so etwas auch nicht zwingend erleben müssen.
Die Auswahl der Leute, die von ihrer Reise berichten, die wir als Zuschauer näher begleiten, ist gelungen. Da sind die Partypeople, die Traurigen und die, die regelrecht aufblühen.
Ansonsten sorgen tolle Kameraeinstellungen und die Bilder von den wilden Partys für gute Momente. Witzig sind die Szenen, wenn aus den Schiffsfahrstühlen lauter seltsam verkleidete Menschen kommen – fast schon Slapstick.
Die Musik kommt von “My Name ist Claude”, und sie hat in der Doku eine ganz tragende Rolle. Manchmal wirkt sie ein wenig zu sehr wie ein Musikteppich, und auffallend ist, dass es im Grunde genommen keine Originaltöne vom Partyschiff gibt. Alle Tanzszenen sind mit Musik bestückt, man hört leider nicht, wie sich das im Original anhört, wie laut es auf so einem Schiff zugeht. Das ist dann wohl der Punkt, den man sich dann doch nur versuchen kann, vorzustellen.

Dream Boat
D 2016, Regie: Tristan Ferland Milewski
Real Fiction, 95 Minuten, ab 16
7/10

Hits: 47

RTZapper

Kölner Sommer Treff

Dienstag, den 18. Juli 2017
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SO 16.07.2017 | 10.30 Uhr | WDR

Woche für Woche talkt Bettina Böttinger freitagabends im WDR. Jetzt hat sie sich in die Sommerpause verabschiedet. Statt der Sendung “Kölner Treff” läuft nun der “Kölner Sommer Treff”.
Susan Link und Micky Beisenherz führen viermal durch diese Sendung, und irgendwie war ich der Meinung, dass sie sich in irgendeiner Art und Weise von der Böttinger-Talkshow unterscheiden wird.

Das tut sie auch. Weil nicht Böttinger moderiert, sondern Link und Beisenherz. Das war es dann aber auch. Und das ist dann doch ein bisschen enttäuschend.
Micky Beisenherz ist Deutschlands wohl bester Comedyautor, er schreibt wunderbare Kolumnen voller Witz und Weisheiten. Deshalb dachte ich auch, dass der “Kölner Sommer Treff” irgendwie anders wird.
Stattdessen: die übliche Abfolge an Interviews. Gast für Gast, Beisenherz und Link wechselten sich ab in der Fragestellung. Und das ohne besondere Ideen, ohne spezielle Einfälle. Leider also nichts Besonderes.
Was diesen Treff zum Sommertreff macht, bleibt unklar. Einfach nur die Moderation austauschen, ist ein bisschen mau.

Hits: 24

RTelenovela

Rügen 2017 (11): Erst bedient, dann bespielt

Dienstag, den 18. Juli 2017
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(10) -> 17.7.2017

Ein echtes Kleinod ist das Kabarett “Lachmöwe” in Baabe. In den Frühlings- und Sommermonaten wird dort fast jeden Tag ein Programm geboten. Das scheint sich zu lohnen, aber die Leute dort müssen auch ordentlich dafür arbeiten.

Wer zur “Lachmöwe” in den Keller kommt, wird von einer freundlichen Dame empfangen, bei der man die Tickets kaufen kann und die den Gast platziert. Man geht in den Raum, in dem die Aufführung stattfindet, setzt sich an den Platz und studiert erst mal die Karte. Es gibt ein paar Snacks und so einiges zu trinken.
Der Kellner kommt auch gleich und nimmt die Bestellung auf, wenig später kommen dann auch schon die Getränke.

Und irgendwann beginnt das Kabarett. Die Überraschung: Die Leute, die uns gerade noch bedient haben, stehen nun auf der Bühne. “Das Kaff der guten Hoffnung” hieß das sehr sehenswerte und an vielen Stellen recht launige Programm. Es geht um ein kleines Dorf in Thüringen, das nach und nach ausblutet. Pointiert wird die Lage aufs Korn genommen.

In der Pause werden aus den drei Kabarettisten wieder die Bedienung, die neue Getränke an den Platz bringt.
Der Vorteil für die Spieler: Sie bekommen gleich mal mit, wie das Stück ankommt. Es kam gut an. Und vermutlich funktioniert das Ganze deshalb finanziell auch einigermaßen, denn die Eintrittspreise sind relativ niedrig.

Hits: 30