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Überflieger: Bei Konzerten sorgt er für den guten Ton

Philipp Kubiak (29) aus Lehnitz ist Live-Techniker bei der Band Kafvka und den Lochis

MAZ Oberhavel, 1.7.2017

Lehnitz.
Im Leben kommt es ja immer anders, als man denkt. Das ist auch bei Philipp Kubiak so gewesen. Der 29-Jährige aus Lehnitz sorgt bei Konzerten für den guten Ton, er sitzt an den Reglern, überwacht den Sound und begleitet dabei hauptsächlich zwei Bands: die Gruppe Kafvka – ein Herzensprojekt, wie er sagt – und die Lochis. Das können kleine und große Hallen sein, die er beschallt, aber auch Festivals – je nachdem, wo „seine“ Musiker auftreten.

Das Fachabitur machte er am Oranienburger Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum, er beschäftigte sich mit Ernährungs- und Lebensmitteltechnologie. Gelernt hat er ursprünglich den Beruf des Kochs. Aber parallel setzte sich in seinem Leben schon die Musik durch. Um das Jahr 2010 herum gründete er mit Freunden die Band Jazzica Nabis, mit ihr schaffte er es beim Schooljam-Wettbewerb bis ins Finale. „Wir wollten Musik machen, die sich verkaufen lässt“, sagt Philipp, der von Freunden entweder Phil oder Dr. Polle genannt wird. „Das war auf jeden Fall ein super Nebenjob, und wir hatten großen Spaß.“
Aber der Durchbruch – der kam nicht, und irgendwann gingen die Interessen der Jungs auseinander. Für Phil aber war die Zeit auch der Auslöser für alles, was dann kommen sollte. „Ich war in der Band der erste, der sich ein Mischpult geholt hat“, erinnert er sich. „Ich fand das immer gut und wollte weiter was mit Musik machen.“

Er meldete sich am Berliner SAE-Institute für audiovisuelle Medien an. Sein Ziel: Live-Techniker werden. „Ich wollte die Technik und das Handwerk lernen“, erzählt der Lehnitzer, der inzwischen in Berlin-Gesundbrunnen lebt. Sein Abschlussprojekt war ein Bandrecording – mit Jazzica Nabis nahm er Songs auf – und kam auf eine Note von 90 Prozent. Die Theorie ließ er sein: „Die ist nicht mein Ding.“

Nebenher begann er, bei einer Firma zu arbeiten, die bei Konzerten half, Kabel zu verlegen, Lkw auszuladen, Material zu schleppen. „Da habe ich mich natürlich auch immer gleich an die Toncrew gehalten.“ So kam er mehr und mehr ins Business. Er mischte für Freunde kleine Konzerte in Berliner Clubs ab und lernte immer mehr Leute kennen. Und die Band Kafvka. Er erlebte sie bei einem Auftritt auf dem Alexanderplatz und fragte die Jungs, ob sie einen Techniker brauchen. Sie brauchten.
Mit Kafvka geht Phil nun immer wieder auf Tour. „Ich bin das fünfte Bandmitglied geworden, sozusagen“, sagt er. Kafvka ist nun auch bei einer großen Bookingfirma, so dass die Musiker immer größere Kreise ziehen. Und egal, wo Kafvka auftritt – Phil macht den Ton. Auch wenn sie beim Taubertal-Open-Air oder anderen Festivals sind.
Nachts im Tourbus schlafen, morgens die Lkw entladen, alles aufbauen. Am Nachmittag Soundcheck, irgendwann am Abend beginnt der Einlass. Dann läuft das Konzert. Danach Abbau, und alles beginnt von vorn.

Inzwischen reist Philipp Kubiak auch mit den Lochis. Bekannt geworden sind sie durch Videos auf Youtube, dort machen sie auch Musik und sind damit nun – gerade bei den Jugendlichen – berühmt.

Phil hat nachgezählt. 202 Veranstaltungen hatte er im vergangenen Jahr, davon allein 50 Festivals. „Da sitzt man auch mal Backstage mit Limp Bizkit an einem Tisch oder spielt mit Mark Forster auf einer Bühne.“ Freunde wissen schon, dass er in diesen Zeiten, das kann auch ein Monat am Stück sein, schlecht erreichbar ist. „Ich poste auf Facebook und Instagram, das reicht dann auch.“ Wenn er doch mal Freizeit hat, fährt er mit seinem Longboard durch Berlin oder turnt auf der Slackline. „Ich will mich sportlich bewegen, aber alles, was ruhig ist.“

Am 10. Juli wird er mit den Lochis zur Expo nach Kasachstan reisen, den nächsten Auftritt mit Kafvka hat er am 22. Juli im Plan zu stehen. Sein Traum: „Eine große Band mit Orchester.“ Die tonliche Kontrolle haben über gute Musik. Er ist sich ziemlich sicher, dass es dieses Projekt für ihn irgendwann geben wird.

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