Tagesarchiv für 26. Juni 2017

RT im Kino

Berlin Syndrome

Montag, den 26. Juni 2017
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Es ist Liebe auf den ersten Blick. Könnte man meinen. An einer Ampel in Berlin spricht Andi (Max Riemelt) die australische Fotografin Clare (Teresa Palmer) an. Sie kommen ins Gespräch, und sie sind sich sympathisch. Aber am Ende wirkt es, als ob Andi sie wieder los werden will – nicht den ersten Schritt machen will. Aber schon am nächsten Tag treffen sie sich in einer Bücherei. Und es knallt. Er nimmt sie mit in seine Wohnung.
Aber schon nach der ersten Nacht – Andi ist in der Schule, er ist Lehrer – ist etwas seltsam. Er hat vergessen, Schlüssel für sie dazulassen. Sie ist eingesperrt in der Wohnung, die sich in einem Haus befindet, das ansonsten total leer ist.
Aber war es wirklich ein Versehen? Denn auch am nächsten Tag ist Clare eingesperrt. Und am übernächsten. Wer ist dieser Andi wirklich, und was hat er vor?

“Berlin Symdrome” beginnt nett und harmlos. Mann lernt Frau kennen, am Anfang sind sie beide schüchtern, dann funkt’s. Aber relativ zügig wird klar, dass dieser Film alles andere als harmlos ist.
Als Zuschauer ist es extrem spannend und fesselnd zu beobachten, wie aus dem netten jungen Lehrer ein Psychopath wird. Wir erleben eine Frau in Angst, die mit allen Mitteln versucht, aus ihrer Lage rauszukommen.
Beide Hauptdarsteller sind großartig. Max Riemelt spielt einen Mann, der nach außen hin die Fassade aufrecht erhält, der aber mehr und mehr furchteinflößende Macken offenbart – ein toller Spagat. Teresa Palmer ist es gelungen, die große Angst der Frau zu zeigen, die immer wieder Anläufe unternimmt, ihren Peiniger zu überlisten.
Zudem überzeugt “Berlin Syndrome” mit einem spannenden Setting und mit guten Musikeffekten. Ansehnlich, bis zum Ende spannend – sehr sehenswert!

Berlin Syndrome
Australien / D 2016, Regie: Cate Shortland
MFA+, 112 Minuten, ab 16
9/10

Hits: 84

KeineWochenShow

#25 – Nur nach Hause geh’n wir nicht!

Montag, den 26. Juni 2017
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Kleines Jubiläum: Die 25. Ausgabe von “KeineWochenShow” ist online.
Natürlich gedenken wir dem Musiker Gunter Gabriel “Hey, hey, hey Boss! Ich brauch’ mehr Geld!”), außerdem reden wir darüber, welchen Zusammenhang es zwischen Gabriel und Frank Zander gibt, der neulich in Kremmen zu Gast war. Wir huldigen diesmal auch Sido, der zum Held der Hohen Neuendorfer Feuerwehr geworden ist.

Wie sieht es bei euch eigentlich mit Kultserien aus? Ich habe mir vor einiger Zeit die DVD-Zeit mit der Kinderserie “Die Bären sind los” gekauft. Damals hab ich sie geliebt, heute ist’s nicht mehr so mein Ding. Thjommi allerdings sieht das ganz anders, wie er in der Sendung erzählt.

Darüber hinaus gibt es Bier, das aus Tschechien kommt und mit den Simpsons zu tun hat – und das irgendwie einen sehr überraschenden Geschmack hat. Und noch “Der Herbst in der Hose” bei uns Männern wird besprochen.
All das und mehr in “KeineWochenShow” #25 auf Youtube.

Hits: 92

RTZapper

RTL Samstag Nacht – Best of

Montag, den 26. Juni 2017
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SA 24.06.2017 | 22.40 Uhr | RTLplus

Diese Show gehörte ab Herbst 1993 zum Pflichtprogramm: Immer am späten Sonnabendabend begann “RTL Samstag Nacht”. Wir lachten wie “Kentucky schreit ficken”, über die “Samstag Nacht News”, öfter mal mit Boning und Dittrichs “Zwei Stühle – eine Meinung” und über diverse andere Sketchreihen. Im Frühjahr 1998 lief die letzte Folge, weil die Luft raus war und die Quoten immer wieder unten. Gerade mal fünf Jahr hielt die Comedyshow. Wenig, wenn man bedenkt, dass das Original “Saturday Night Live” immer noch läuft.
Jetzt, fast 25 Jahre später, ist die Sendung in unseren Erinnerungen immer noch Kult, und mit Kultsendungen ist es ja oft so, dass sie eben in den Erinnerungen so grandios waren, dass es einer Verklärung gleicht.

Jetzt aber zeigt RTLplus immer am Sonnabend Best-of-Zusammenschnitte. Komplette Shows von damals können wohl aus rechtlichen Gründen nicht mehr gezeigt werden.
Sich das anzusehen, ist eine Reise in die Fernsehvergangenheit. Und da gibt es Momente, in denen man sich fragt: Das fanden wir mal lustig?
Wenn Tanja Schumann und Mirco Nontschew zusammen spielten, dann wirkt das aus heutiger Sicht wie eher schlechtes Laientheater. Die Sketche wirken wie aufgesagt und sich es vermutlich auch gewesen. Wenn sich damals junge Wigald Boning in eine Schönheitsfarm geht und über Gurkenmasken schwadroniert, ist das nur mäßig lustig. Wenn Schwule grundsätzlich als Tucken dargestellt werden, ging das vielleicht in den 90ern, ist aber dämlich – und nicht erst heute.

Vielleicht muss man einen Kult auch einfach mal ruhen lassen und nicht wiederholen – und wenn doch, eben nicht ansehen. “RTL Samstag Nacht” war in den 90ern lustig und auf der Höhe der Zeit. Sieht man sich’s 2017 an, wird man ernüchtert sein. Insofern: Lasst es sein.

Hits: 94