Tagesarchiv für 14. Juni 2017

RT im Kino

In Zeiten des abnehmenden Lichts

Mittwoch, den 14. Juni 2017

Es ist ein wichtiger Tag für den Genossen Wilhelm Powileit (Bruno Ganz). Er feiert heute seinen 90. Geburtstag, und natürlich haben sich wichtige Gäste angesagt. Von der Partei, die jungen Pioniere wollen was singen, und natürlich kommt auch die Familie.
Es werden Blumen verteilt – obwohl Powileit Blumen hasst und sie gern zurückgeben möchte -, es wird geplaudert. Nur einer fehlt: Enkel Sascha. Er ist aus der DDR abgehauen – in den Westen. Und will natürlich irgendwie so gar nicht in diese ach so schöne Feier passen.

Der Film spielt im Herbst 1989 irgendwo in Ost-Berlin in der DDR. Eine Zeit, in der der Staat schon am Abnippeln war – was man bei der Powileit-Feier aber nicht wirklich merkt.
Überhaupt ist mir völlig entgangen, dass der Film zu diesem Zeitpunkt spielt. Man merkt es ihm nicht an. Die Republikflucht des Enkels ist nicht zwingend etwas, was man mit dem Jahr 1989 verbinden muss. Tatsächlich rätselt man als Zuschauer immer wieder mal, wann denn diese Geschichte spielen könnte. “In Zeiten des abnehmenden Lichts”, also der Titel, lässt das DDR-Ende aber schwach erahnen.
Bruno Ganz und seine Schauspiel-Kollegen machen ihre Sache toll. Ganz ist der Grantige, Sture, der aber auch verschmitzt sein kann.
Das Problem an diesem Film ist, dass eigentlich wenig wirklich Weltbewegendes passiert. Das sind die leisen Vorbereitungen für die Feier und die Feier selbst. Die zwischenmenschlichen Problemchen sind zwar nicht uninteressant, aber alles in allem plätschert dieser Film relativ gemächlich vor sich hin. Wirklich langweilig ist das nicht – sehr aufregend aber leider auch nicht.
Das ist besonders deshalb schade, weil mit dem Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase und Regisseur Matti Geschonneck zwei große Männer des Films am Werk waren.

In Zeiten des abnehmenden Lichts
D 2016, Regie: Matti Geschonneck
X-Verleih, 101 Minuten, ab 0
5/10

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RTelenovela

Flieg, Rhodter Adler!

Mittwoch, den 14. Juni 2017
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Ein Ausflug in die Pfalz lohnt immer. Neulich fuhren wir nach Rhodt unter Rietburg, südlich von Neustadt an der Weinstraße. Dort fand das Blütenfest statt. Blüten waren zwar auf dem ersten Blick nicht so wirklich zu sehen, aber immerhin gab es Wein.
Der ganze Ort scheint dort zu Pfingsten auf den Beinen zu sein, und dem Andrang auf dem Parkplatz vor dem Ort nach, müssen auch viele Auswärtige zum Feiern nach Rhodt kommen. Der Ort hat so schmale Straßen, dass man eigentlich nur vor dem Ortseingang parken kann.

Der lustigen Schreibweise von Rhodt scheint man sich bewusst zu sein, denn mitten im Ort steht eine Hinweistafel, die auf eine Gaststätte hinweist: “Rhodter Adler”. Da möchte man gleich singen “Flieg, Rhodter Adler!”

Auf einer schmalen Straße in der sehr schönen Altstadt gibt es beim Blütenfest viele Stände. Man kann Saumagen im Brötchen kaufen (nun ja, das muss man mögen) oder auch Mandelbratwurst (sehr, sehr lecker und kaum fettig).
Die Stimmung ist entspannt und freundlich, an einigen Stellen, wo es auch Musik gibt, durchaus ausgelassen. Aber es ist auch der Ort, der diese Gelassenheit ausstrahlt. So war der Gang über das Fest Teil eines wirklich entspannten Tages.

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