Tagesarchiv für 8. Juni 2017

RT im Kino

Baywatch

Donnerstag, den 8. Juni 2017

Anfang der 90er begann der Kult im Vorabendprogramm der ARD: “Baywatch – Die Rettungsschwimmer von Malibu”. David Hasselhoff, mit freiem Oberkörper, rennt über den Strand und rettet Leute vorm Ertrinken. Dazu Erika Eleniak, Billy Warlock, Parker Stevenson und später Pamela Anderson. Namen, die Baywatch-Fans sicher noch kennen.
Nun – fast 30 Jahre danach – kommt das Revival mit einem Film. David Hasselhoffs Rolle des Mitch Buchannon wurde mit Dwayne Johnson besetzt, der so gar nicht dem Hasselhoff-Typ entspricht.

Mitch also ist der Chef der Rettungsschwimmer an einem Strand in Miami Beach. Gerade stehen mal wieder die Castings für neue Stellen an. Einer, der sich bewirbt, ist der Ex-Schwimmstar Matt Brody (furchtbar muskelbepackt: Zac Efron). Von Autorität hält er nichts, aber es gibt dann doch Gründe, warum er in das Baywatch-Team aufgenommen werden soll.
Unterdessen werden am Strand immer wieder kleine Plastiktütchen mit Drogen angeschwemmt, und es ist der Beginn eines Kriminalfalles, den Mitch und sein Team lösen wollen.

Das Retten von Menschen ist zwar Teil des “Baywatch”-Filmes von Seth Gordon, aber an sich scheint das den Machern zu langweilig gewesen sein. Also musste ein Kriminalfall her. Immerhin: Dass Matt immer wieder darauf pocht, dass doch Rettungsschwimmer ihren Job machen sollen und sich nicht in Polizeiarbeit einzumischen haben, ist fast schon selbstironisch.
Diese Selbstironie kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass Teile des Films recht billig wirken. Explosionen und Feuer sind nicht sehr gute Tricktechnik. In einigen Szenen hat Zac Efron von Schnitt zu Schnitt Frisurenwechsel (merkt das keiner??). Und dass leicht dickliche Männer auch ein bisschen doof sind, das ist nun wirklich ein doofes Klischee.
Dennoch hat “Baywatch” nette, lustige und ansatzweise spannende Momente. David Hasselhoff hat einen Kurzauftritt – Mitch trifft Mitch, hä? – und auch Pamela Anderson bekommt ihre Bewegungszeitlupe.
Das ganz große Kultrevival ist das 2017er-Baywatch aber nicht.

Baywatch
USA 2016, Regie: Seth Gordon
Paramount, 117 Minuten, ab 12
6/10

Hits: 60

RTelenovela

Keine Hansazone

Donnerstag, den 8. Juni 2017
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Neulich prangte auf unserer Haustür ein großer Aufkleber mit dem Schriftzug “Hansazone”.
Dagegen möchte ich mich verwahren, denn ich glaube nicht, dass sich bei uns eine Hansazone befindet – also Fanhaushalte der Fußballer von Hansa Rostock.
Aber vielleicht wollten mich die angeblichen Hansafans ja auch nur ein bisschen ärgern, denn die “Hansazone” hat sich in den vergangenen Jahren bei mir zu einem Hasswort entwickelt. Denn die Anhänger des Rostocker Vereins, der sich mit Ach und Krach in der 3. Liga hielt, meinen, das halbe Land mit ihrem Schriftzug zukleistern zu müssen.

Im Norden kann ich es ja noch halbwegs verstehen, auch wenn ich nicht denke, dass ganz Rügen eine Hansazone ist. Aber auch dort begegnet mir das Wort ständig: Schilder werden damit zugekleistert. Laternen auf der Seebrücke in Binz. Straßenbrücken bekommen einen Hansazone-Spray-Schriftzug. Ist nicht wirklich eine Freude.
Aber auch weiter im Süden – auf dem Ortsschild von Velten wird uns seit einiger Zeit mitgeteilt, dass die Stadt – angeblich – eine Hansazone ist. Ebenso auf einem Wegweiser bei Borgsdorf, bei dem ich mich immer wieder frage, wie die Aufkleberkleber da eigentlich rangekommen sind.

Den Schriftzug von der Haustür hat zum Glück irgendjemand wieder entfernt. Da muss die Hansazone wohl mal verlegt worden sein.

Hits: 65

RTZapper

You are wanted

Donnerstag, den 8. Juni 2017
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seit März 2017 | Amazon Prime

Lukas Franke – ein Bombenbauer? Bei der Polizei geht man davon aus, dass er es sein könnte. Nicht umsonst taucht sie bei Lukas auf, um eine Gefährdungsansprache auszusprechen.
Dabei ist der Familienvater da scheinbar reingeschlittert. Er wird gehackt. Jemand hat sich in sein Computer-Netzwerk geschlichen. Dieser Jemand schreibt Lukas’ Lebensgeschichte um, schickt ihm Pakete, erpresst ihn – und bringt seine Familie in Gefahr.
Lukas ist verzweifelt – und handelt. Er versucht es jedenfalls.

“You are wanted” ist die erste deutsche Eigenproduktion von Amazon Prime. Und irgendwie scheint es, als ob auf den Medienseiten im Internet und in den Zeitungen jede Streamingserie hymnisch gefeiert wird – als ob Serien dort an sich immer besser wären als Serien im herkömmlichen Fernsehen.
In diesem Fall besteht der Hype insbesondere aus Matthias Schweighöfer. Er spielt die Hauptrolle, führte Regie und ist Mitproduzent.
Seit Mitte März kann die Serie bei Amazon Prime abgerufen werden.

Und tatsächlich: Die Serie ist grundsätzlich mindestens interessant. Wirklich gut ist sie aber leider nicht. Gar nicht mal wegen des ständigen Product Placements. Es sind einfach gewaltige Logiklöcher, die da klaffen. Da herrscht Chaos in dem Hotel (dessen Name und Umfeld natürlich sehr oft zu sehen sind), weil es keinen Strom gibt und sich Kongressteilnehmer aufregen, und der Hotelmanager Lukas tüdelt nach hause, um seinen Geburtstag zu feiern. Dass dieser Lukas anfangs nicht mal dran denkt, zur Polizei zu gehen, wenn er gehackt wird. Dass er stattdessen zu irgendwelchen windigen Computerfreaks rennt, von denen man als Zuschauer nicht weiß, wer die sind, woher er die kennt und überhaupt. Dass er nach Frankfurt fliegt, das aber irgendwie nach Hamburger Hafen aussieht.
Von so einigen gestelzten, gehauchten und akustisch schwer verständlichen Dialogen mal abgesehen. Karoline Herfurth als Empfängerin der erpressten Ware spielt teilweise erschreckend schlecht – kennt man von ihr nicht.

“You are wanted” sieht aus wie ein Hochglanzprodukt, es ist auch durchaus edel komponiert, wenn auch die Videooptik manchmal billig aussieht. Inhaltlich steht die Serie aber manchmal auf ziemlich schwachen Beinen.
Immerhin: Man möchte trotzdem wissen, wie es weiter geht. Geflasht wird man aber nicht.

Hits: 101