Tagesarchiv für 1. Juni 2017

aRTikel

Endstation London-Heathrow

Donnerstag, den 1. Juni 2017
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Panne bei British Airways: Virginia Janke (21) aus Oranienburg strandete auf dem Weg von Las Vegas anderthalb Tage lang auf dem englischen Flughafen

MAZ Oberhavel, 1.6.2017

Oranienburg.
Anderthalb Tage Stillstand! Eigentlich sollten die Flüge von Las Vegas nach Berlin der Schlusspunkt für einen aufregenden Hochzeitstrip sein. Aber der Zwischenstopp auf dem Londoner Flughafen Heathrow dauerte für Virginia Janke und ihre Freunde ein wenig länger als geplant.

„Unser Flug aus Las Vegas hatte schon Verspätung, und wir haben unseren Anschluss in London verpasst“, erzählt die 21-jährige Oranienburgerin. Als sie und ihre Leute dann am Sonnabendmittag am Gate standen, gab es den Schock: British Airways stornierte alle Flüge. Ein großes Computerproblem hatte dafür gesorgt, dass nichts mehr ging.
Was genau los war, erfuhren Virginia Janke und ihre kleine Reisegruppe aber nicht. Nur: dass es nicht mehr weiter ging. „Eigentlich wollten wir auf einen Flug nach Hamburg umbuchen, wir hatten sogar schon eingecheckt, aber plötzlich stand unser Flug nicht mehr auf der Anzeigetafel.“ Im Internet fanden sie die Informationen, die sie brauchten. „Uns selber vor Ort hat man erst mal gar nicht informiert.“

Die pure Verzweiflung machte sich breit: Immerhin musste die 21-Jährige, die in der ersten Frauenmannschaft des Oranienburger Handballclubs spielt, am Montag wieder zur Polizeischule, wo bald auch wichtige Prüfungen anstehen. „Man hat uns ein Hotel angeboten, aber das wollten wir nicht“, erzählt sie. „Wir wollten so schnell wie möglich umbuchen.“
Tausende Menschen verbrachten die Nacht zum Sonntag im Gate. „Alle waren ziemlich genervt und haben sich angezickt.“ Virginia selbst konnte nicht wirklich schlafen. Auf den blanken Böden, auf den Bänken – überall lagen Leute. „Gegen Mitternacht hat man uns dann Isomatten, Decken und Getränke gebracht.“ Sie stellte sich in eine der Schlangen und legte sich dort hin.

Sonntagfrüh um 4.30 Uhr stand dann endlich fest, dass die Oranienburger Reisegruppe einen Flug nach Berlin-Tegel bekommen hat. „Aber auch erst abends.“ Und selbst der hat sich verspätet, ging statt um 19 Uhr erst um 20.40 Uhr auf die Reise.
Das Ende der eigentlich schönen Reise war so verpatzt. Und die Koffer konnten auch nicht mit nach Tegel fliegen. „Wir haben eine Verlustmeldung gemacht, und die Sachen sollen uns zugeschickt werden“, sagt Virginia Janke.

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Hindafing

Donnerstag, den 1. Juni 2017
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DI 30.05.2017 | 20.15 Uhr | BR-Fernsehen

Der ARD wird ja immer wieder – und das natürlich zurecht – vorgeworfen, Serien zu produzieren, die sich vorrangig an älteres Publikum richten. Natürlich gibt es Ausnahmen, und auch moderne Geschichten schaffen es ins Programm.

Im Fall der sechsteiligen Serie „Hindafing“ hat zum Beispiel der Bayerische Rundfunk (ja, wirklich!) ein wirkliches Serien-Highlight geschaffen. Dass es dienstagabends im Dritten Programm ausgerechnet gegen die quotenstarken Serien im Ersten versendet worden ist, ist dagegen schon wieder traurig und unverständlich. „Hindafing“ hätte einen sehr viel prominenteren Ausstrahlungsplatz verdient.

Die Geschichte ist packend. Hindafing ist ein Ort in Bayern. Abseits aller romantischen Bayern-Klischees dümpelt die Gemeinde dahin. Bürgermeister Alfons Zischl (Maximilian Brückner) hat aber einen Plan. Mit dem Bio-Metzger Sepp Goldhammer (Andreas Giebel) will er ein Shopping-Center bauen – das „Donau-Village“. Zischls Frau hätte dort auch einen kleinen Bioladen, was aber natürlich reiner Zufall wäre. Doch es kommt anders: Das Land Bayern bestimmt, dass der Ort 50 Flüchtlinge aufnehmen muss. Die Shopping-Center-Pläne sind damit hinfällig. Im Ort treffen schon Welten aufeinander, und der Bürgermeister mischt im Intrigenstadl ordentlich mit – wird aber auch dessen Opfer.

„Hindafing“ wischt so ziemlich jedes Klischee beiseite. Die Serie ist spannend und modern ins Bild gesetzt – optisch und inhaltlich durchaus auf internationalem Niveau. Maximilian Brückner – bekannt aus dem Saarland-„Tatort“ – spielt den Verwaltungschef, der zwischen den Stühlen sitzt und dem alles irgendwie entgleitet.

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RT liest

Morton Rhue: Dschihad Online

Donnerstag, den 1. Juni 2017
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Seine Eltern haben sehr viel zu tun, sagt Khalil. Sie haben eine Bäckerei, sagt Khalil.
Was Khalil nicht sagt: Dass seine Eltern die USA längst verlassen haben. Dass er mit seinem Bruder Amir in einem runtergekommen Loch lebt.
All das sagt er nicht. Nicht, als ihn die stellvertretende Schuldirektorin Mrs. Appleby auf seine vielen Fehlstunden anspricht. Und schon gar nicht, als er sich in die hübsche Angie verliebt.
Khalils Bruder sieht sich unterdessen immer mehr Internetvideos von islamistischen Hasspredigern an – und zieht Khalil in einen gefährlichen Strudel.

Morton Rhue ist bekannt für seine gesellschaftskritischen Jugendromane – bekannt ist allen voran natürlich “Die Welle”.
Diesmal nimmt er sich wieder eines wichtigen Themas an, und einem aktuellen dazu. “Ich will junge Menschen auffordern, kritisch zu hinterfragen, was die Menge schreit”, sagt der Autor selbst.
Der Roman zeigt, dass Khalils Bruder sich Videos anschaut, sich auf das bezieht, was er da sieht – und keine Gegenmeinungen hört, keine Nachrichten schaut. Khalil selbst lässt sich da mit reinziehen, aus ähnlichen Gründen.
Rhue erzählt davon, wie Jugendliche in den Extremismus abgleiten können. Wegen ihrer schlechten Situation, ihren miesen Aussichten, keiner Perspektive. Und immer mehr Hass kommt dazu.
“Dschihad Online” ist leider ein ziemlich reißerischer, plakativer Titel. Die Geschichte selbst ist zwar auch nicht wirklich tiefgründig, aber sie zeigt zumindest ansatzweise, was in Jugendlichen vor sich geht, die sich vom IS anlocken lassen. Für mehr können ja auch Jugendliche sich entsprechend anlesen, wenn sie wollen.

Morton Rhue: Dschihad Online
Ravensburger, 252 Seiten
6/10

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RTZapper

Sportschau live: Fußball-Relegation 2017 – 2./3.Liga-Rückspiel

Donnerstag, den 1. Juni 2017
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DI 30.05.2017 | 17.45 Uhr | Das Erste

Ich kann mit der Sportfan-Kultur wenig anfangen – und nicht nur die im Fußball. Auch wenn ich beim örtlichen Handballverein bin, kann ich wenig damit anfangen, wenn sich beim Punktspiel die Fans beider Mannschaften anblöken, sich beleidigen und ausrasten, wenn was nicht so läuft, wie sie es möchten.

Oder wie am Dienstag in München. Das Erste übertrug live das Fußball-Relegations-Rückspiel. Es ging darum, wer in der kommenden Saison in der 2. oder 3. Liga spielt. 1860 München kämpfte gegen den Abstieg, Jahn Regensburg um den Aufstieg. Die Münchner verloren, und die Fans fanden das, nun ja, scheiße.
Zehn Minuten vor Spielende begann die Randale. Leute, die sich Fans nennen, schmissen Eisenstangen auf das Spielfeld. Oder auch Sitzschalen. Oder was auch immer. Es ist auch völlig wurscht, was sie geschmissen haben – wer so was tut, ist ein Asi, ein Straftäter. Wer Verletzungen der Spieler, Schiedsrichter oder Betreuer riskiert und auch nicht damit aufhört, wenn Polizisten auflaufen, der muss sein Fan-Dasein vielleicht mal überdenken.

Ja, sicher, es ist vieles schiefgelaufen bei den Löwen in München, das kann und muss man kritisieren. Aber nicht, in dem man andere in Gefahr bringt, in dem man sich wie Affen aufführt, die Spieler anschreit und die gute Kinderstube komplett vergisst, falls sie jemals vorhanden war.
Manche nennen das Fankultur. Aber in Wirklichkeit sind es Menschen, die sich in etwas reinsteigern und es gewaltig (und gewalttätig) übertreiben.

Das Spiel musste 15 Minuten unterbrochen werden, knallhart ließ der Schiedsrichter das Spiel dann auch 15 Minuten überziehen und somit begann auch die Tagesschau auch sehr viel später als geplant.
Dass jetzt darüber diskutiert wird, die Relegation abzuschaffen, ist befremdlich. Denn die Krawalle liegen nicht am Spielmodus. Sondern die Krawalle liegen an denen, die die Krawalle anzetteln.

PS: Jahn Regensburg – alles Gute für die 2. Bundesliga!

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ORA aktuell

PlekWek: Oranienburger Band trennt sich

Donnerstag, den 1. Juni 2017
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Die in Oranienburg bekannte Band PlekWek löst sich auf. Das berichtet der Oranienburger Generalanzeiger. Eigentlich war in diesem Jahr eine Jubiläumstour zum zehnten Bandgeburtstag geplant. Daraus wird nichts, stattdessen gibt es am 5. August ein Abschiedskonzert im Weidengarten.
Die Luft sei raus, sagte Bandmitglied Daniel Wiesjahn. Zudem habe es in letzter Zeit immer wieder Wechsel in der Gruppe gegeben.

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RTelenovela

Prag (3): Tourischwemme und Kneipenabzocker

Donnerstag, den 1. Juni 2017
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(2) -> 31.5.2017

Prag hat eine wahnsinnig schöne Innenstadt. Ich dachte die ganze Zeit, dass wir uns in der Altstadt befinden. Aber später habe ich gelernt, dass die Grenze zwischen der Alt- und der Neustadt irgendwo mittendrin verläuft – und dass auch die Neustadt schon hunderte Jahre alt ist. Aber durch die schmalen Gassen zu spazieren, zu schauen, was es so in den Läden gibt, was da so für alte Häuser stehen – das ist spannend. Und kann entspannend sein.

Am langen Himmelfahrtswochenende herrschte in Prag jedoch eine Touristenschwemme. Himmel und Menschen, wie es so schön heißt.
Das touristische Highlight – aber wirklich! – ist natürlich die Karlsbrücke. Auch sie ist schon Jahrhunderte alt und führt über die Moldau. Immer wieder kann man dort Musikern zuschauen und -hören. Man kann Tinnef und Schmuck kaufen oder Porträtzeichnungen von sich anfertigen lassen. Oder einfach auf der Brücke verweilen und auf das Wasser schauen – oder eben die vielen Menschen beobachten. Es sind wirklich viele. Sehr viele. Sehr, sehr viele.
Fast schon beängstigend ist es, von der Brücke in die nächste Gasse zu schauen, die in der Innenstadt reinführt – und durch die sich die Leute schieben.
Da braucht man Geduld, und irgendwie muss man auch abschalten, um sich davon nicht stressen zu lassen.

Diese vielen Touristen lassen sich auch gut abzocken – nicht nur beim Geldwechseln.
In einem der vielen Restaurants in der Innenstadt ließen wir uns nieder und bestellten uns etwas. Auf dem Tisch stand eine Art Ständer, auf dem ganz genau zehn Brezeln hingen. Was keiner weiß: Umsonst sind die nicht. Nimmt man sich was davon, muss man zahlen.
Und ganz nebenbei stellt der Kellner noch ein Schälchen mit zwei Minibrötchen und Butter auf den Tisch. Wir wussten schon, dass man die teuer bezahlen muss und rührten das Zeug nicht an. Wir wussten nicht: Bezahlen mussten wir die nicht gewollte Speise trotzdem, und nicht zu knapp: gute 8 Euro (!!) kostet das. Eine wirklich unverschämte Abzocke, und ich frage mich, wieso Geschäftsleute ihre Kunden nur so hassen können. Wenn sie ihr Geld nicht anders reinbekommen, dann sollten sie es bleiben lassen.
Es gibt übrigens auch Lokale, wo man für diese Brotbeilage nicht zahlen muss. Sind zum Glück nicht alles Abzocker.

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