Tagesarchiv für 10. Mai 2017

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Eurovision Song Contest 2017 – 1. Halbfinale

Mittwoch, den 10. Mai 2017
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DI 09.05.2017 | 21.00 Uhr | one

In diesem Jahr schaue ich meinen 30. Eurovision Song Contest. Peter Urban kommentiert in diesem Jahr seinen 20. Eurovision Song Contest. Ich habe immer noch Bock drauf. Aber immer weniger auf Peter Urban.
Am Dienstagabend lief bei one das 1. Halbfinale des ESC 2017 aus Kiew, und ich frage mich, warum es Kult sein soll, wenn Peter Urban bei der Kandidatenvorstellung routiniert irgendwelche Texte abliest und nach den Songs ab und zu vermutlich vorher geschriebene, nicht sehr gute Gags zum besten gibt (und im Finale am Sonnabend recycelt und einfach noch mal vorliest).
Selbst im digitalen, total modernen Zeitalter ist es der ARD nicht möglich, eine Tonoption ohne Kommentar anzubieten.

Die Zuschauer des Finales am Sonnabend werden von Montenegro verschont bleiben. Der immer etwas juckig in die Kamera blinzelnde Sänger mit drangebammelten Zopf und sehr durchsichtigem Oberteil, schaffte es nicht in die Top 10 des 1. Halbfinales am Dienstag.
Dafür schaffte es der wunderschöne Song aus Belgien, und das, obwohl die Sängerin wirkte, als fange sie gleich an zu heulen, weil es so schlimm ist, auf der Bühne zu stehen. Großes Lied, miese Performance. Vielleicht ist sie ja am Sonnabend besser drauf.
Auch Portugal hat es geschafft, was Balsam auf die Seele der Portugiesen ist – hätten sie es wieder nicht ins Finale geschafft, wären sie eventuell 2018 nicht mehr dabei gewesen. Finnland dagegen hatte kein Glück mit einer hymnenhaften Ballade – ist raus! Aserbaidschan dagegen muss einfach nur antreten und scheint immer weiter zu kommen, egal wie mies das Lied ist.

Am Donnerstag folgt das 2. Halbfinale – dann hat übrigens auch unsere… na, wie heißt sie noch… Levina ihren ersten Auftritt beim ESC. Vielleicht wird sie am Sonnabend ja Vorletzte.

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Maren Kaschner / Anselm Neft: 111 Orte auf Rügen, die man gesehen haben muss

Mittwoch, den 10. Mai 2017

Es ist seit einigen Jahren ein Buchtrend: Man nimmt ein Thema und macht daraus eine Sammlung: 100 Gründe, warum dies und das so oder so. Über Fußballvereine, über Länder, über Hobbys.
Im Emons-Verlag erschien schon vor einigen Jahren “111 Orte in Berlin, die man gesehen haben muss”. Und das hatte irgendwie seinen Reiz, weil man tatsächlich einiges Neues entdeckt hat – und wir uns vornahmen, einige Orte davon zu besuchen. Haben wir aber nie geschafft. Wie das immer so ist.
Inzwischen gibt es aus diesem Verlag lauter solcher Bücher: Von Bern, über Budapest, Zürich, Hamburg, Mallorca – überall gibt es diese 111 Orte. Und auf Rügen.

Maren Kaschner und Anselm Neft haben auch auf Deutschlands größter Insel 111 dieser Orte zusammengetragen (einige befinden sich allerdings in Stralsund). Diese Orte sind nach den Rügen-Regionen sortiert. Was bedeutet: Es gibt am Anfang sieben Orte in Bergen, danach kommen neun in der Granitz – und so weiter. Einerseits ist die Sortierung sinnvoll. Andererseits wäre es, gerade wenn man das Buch von vorne nach hinten durchblättert, schon abwechslungsreicher, wenn man wild durcheinander kreuz und quer über die Insel reist.

Es gibt wirklich spannende Orte, die in diesem Buch vorgestellt werden. Dazu gehören zum Beispiel die Liebesinsel in Pansevitz, die alten Wegweiser in Zirkow, das Technik-Modell-Museum in Samtens, das Radlercafé in Baabe oder die X-Buhne in Dranske.
Manche aber sind ein bisschen wunderlich, auch weil manchmal gar nicht klar ist, warum man an diesen Ort fahren soll. Die Kleiderkammer in Bergen mag ein Ort sein, den man im Blick haben muss, gerade als Rüganer, aber warum man denn gesehen haben muss, ist unklar. Oder die Autowerkstatt in Ramitz, die zwar nett beschrieben ist, aber nicht klar wird, warum man da hin muss und ob man als bloßer Gaffer willkommen ist. Oder einen Parkplatz in Schaprode. Andere Orte – wie verfallene Häuser oder nicht vorhandene Berge, sorgen für latente Ratlosigkeit.
Und leider hat sich im Mönchgut-Bereich ein immer wiederkehrender Fehler in der Wegbeschreibung eingeschlichen. Immer wieder soll man irgendwo nach links fahren – dabei müsste man in Wirklichkeit von Sellin aus rechts nach Baabe und von dort auch auch rechts weiter in Richtung Middelhagen/Lobbe.
Dennoch: Gute Anregungen, selbst für Rügen-Kenner und Liebhaber, bietet diese Sammlung aber wirklich zuhauf.

Maren Kaschner / Anselm Neft: 111 Orte auf Rügen, die man gesehen haben muss
emons, 235 Seiten
7/10