Tagesarchiv für 2. Mai 2017

RTZapper

Zoo witzig

Dienstag, den 2. Mai 2017
Tags: ,

MO 01.05.2017 | 19.05 Uhr | RTL

Das Konzept ist extrem simpel – aber funktioniert immer wieder. Man zeigt einfach irgendwelche Ausschnitte, in denen Tiere zu sehen sind und denkt sich dazu eine kleine Story oder passende Dialoge aus.
Das funktioniert beispielsweise seit 1988 am Ende jeder “Logo”-Kindernachrichtensendung im ZDF und inzwischen beim KiKA. Schon in en 70ern gab es die Doku “Die lustige Welt der Tiere”, wo Tier- und Naturdoku-Aufnahmen eine Story bekamen.

Das Schlimmste an der RTL-Version dieses Konzeptes, die am Maifeiertagabend erstmals zu sehen war, ist der Titel: “Zoo witzig”. Ich dachte eigentlich, dass solche Schenkelkopfer-Wortspiele längst out sind. Nicht bei RTL.
Aber selbst wenn man diese Sendung nicht mögen will und schon die Kritikmesser gewetzt hat: Irgendwie ist’s dann doch lustig und niedlich. Tiere und vor allem Tierbabys ziehen immer. Auch wenn RTL diese Sendung vermutlich einen nur ein paar Scheine gekostet haben kann.

RT im Kino

The Founder

Dienstag, den 2. Mai 2017
Tags: ,

Mhm, dieser Hamburger von McDonald’s. Sieht der aber lecker aus. Da möchte man doch gern reinbeißen. Und immer wieder kaufen. So unfassbar lecker.
Man könnte meinen, dass “The Founder” reine PR für McDonald’s ist. So wirkt er jedenfalls am Anfang. Aber das soll sich ändern.

Schon in den 30ern haben die Brüder McDonald (Nick Offerman, John Carroll Lynch) einen Imbissladen eröffnet. Der Erfolg war zunächst überschaubar. Als sie dann aber auf Hamburger, Cheeseburger, Pommes, Shakes und Getränke umstellten und ihr Küchensystem angepasst haben, kamen auch die Kunden in Scharen. Sie sind erfolgreiche Geschäftsleute.
Ganz anders Ray Kroc (Michael Keaton). Er will Milchshake-Mixer verticken, aber keiner will sie haben. Außer die McDonald-Brüder. Sie wollen gleich acht von den Dingern. Kroc wird hellhörig und fährt hin. Als er den Laden sieht und den Burger kostet, ahnt er: Das ist das ganz große Ding.
Er will aus der Marke McDonald’s ein Franchise machen, und nach anfänglichem Widerstand der Brüder, willigen die in den Vertrag ein. Kroc sorgt dafür, dass überall in den USA McDonald’s-Läden entstehen.
Aber Kroc verdient zu wenig daran. Er beginnt, die Marke zu optimieren, und schließlich will er die Marke ganz.

Nein, “The Founder” ist keine Werbung für McDonald’s. Der Film zeigt stattdessen, was McDonald’s mal war, ganz früher, ganz am Anfang. Da waren es zwei Brüder, die einfach nur gute Burger machen. Und die sahen wirklich lecker aus – kein Vergleich mit den heutigen platten Fleischscheiben, die nach nichts schmecken. Stattdessen kam da jemand und nutzte die Gutmütigkeit der Brüder aus und machte sein eigenes Ding. Rein gewinnorientiert, ohne Rücksicht auf Verluste. Zu sehen ist auch, wie schon gleich am Anfang die Frage ist, wie man an der Essensherstellung so dreht, dass sie billiger wird. Etwas, was man ebenfalls bis heute bei McDonald’s sieht. Wer “The Founder” kennt, wird die Fast-Food-Kette noch mal mit anderen Augen sehen.
Schon allein, wer diese Story nicht kennt, der wird “The Founder” interessant finden. Denn er führt die (unwissenden) Zuschauer zunächst auf eine falsche Fährte – oder eher: zeigt zunächst das Optimum.
Michael Keaton ist in diesem Film eindeutig der Unsympath. Er kann nichts, er hat nichts, bekommt aber Dollarzeichen in den Augen, als er den Laden der Brüder entdeckt – und saugt ihn aus. Auch privat ist Kroc ein Bastard. Keaton spielt diese Rolle gut.
Handwerklich ist der Film wenig besonders – da zählt der Inhalt. Was ja in der heutigen Zeit auch angenehm ist.

The Founder
USA 2016, Regie: John Lee Hancock
24 Bilder, 115 Minuten, ab 0
7/10

RT liest

Katja Lange-Müller: Drehtür

Dienstag, den 2. Mai 2017

Mal kurz tief durchatmen.

Asta ist in Rente. Sie ist jetzt 65, sie war viele Jahre im Dienst internationaler Hilfsorganisationen tätig – in Nicaragua. Dann haben ihr Kollegen ein One-Way-Ticket nach München geschenkt.
Eigentlich kommt Asta aus Berlin, aber bis Berlin hat das gesammelte Geld nicht gereicht, sagten jedenfalls die Kollegen, die sie loswerden wollten.
Nun steht sie in München auf dem Flughafen, quasi vor der Drehtür. Sie beobachtet die Leute und Begebenheiten und erinnert sich. Oder spinnt sich irgendwelche Geschichten aus.

Asta steht offenbar Ewigkeiten ratlos vor der Drehtür des Flughafens rum. Einerseits ein interessanter Gedanke, einen ganzen Roman aus einer Situation heraus zu beschreiben. Andererseits wirkt es ein wenig seltsam, weil es eigentlich nicht wirklich Gründe gibt, was sie denn da will. Oder warum sie nicht gleich weiterfliegt oder was überhaupt da ihr Anliegen ist.
Das Buch beginnt interessant, mit Wortspielen, dann verläuft sich aber alles in wahllos erzählten kleinen Geschichten. Das Buch von Katja Lange-Müller ist eine Anreihung von Anekdoten, die aber gemeinsam betrachtet irgendwie nicht interessant sind.
Die Beschreibung auf dem Cover lässt vermuten, dass man ihre Lebensgeschichte erfährt. So ganz ist es das aber nicht, und es ist in der Gesamtheit leider nie packend.
Mehr und mehr überfliegt man die Zeilen, mehr und mehr verschwimmt alles, und am Ende… nun ja.

Katja Lange-Müller: Drehtür
Kiepenheuer & Witsch, 216 Seiten
2/10

ORA aktuell

Oranienburger Pfarrer Humburg angegriffen

Dienstag, den 2. Mai 2017

Ein 27-Jähriger ist am Sonntagmorgen vor der Oranienburger Nicolaikirche auf Pfarrer Friedemann Humburg losgegangen. Zuvor habe er vor der Kirche “Ihr Schweine!” gerufen, so Humburg. Der Pfarrer habe den Mann angesprochen, aber er wirkte sehr aggressiv und drohte, mit einer vollen Flasche zu werfen. Darauf habe sich Humburg in einen Nebenraum der Kirche begeben und die Polizei gerufen.

Die konnte ihn wenig später stellen und stellte bei dem Mann 1,65 Promille Alkohol fest. Der Mann war der Polizei nicht unbekannt, heißt es.

RTelenovela

Capri Sonne ist jetzt Capri Sun

Dienstag, den 2. Mai 2017
Tags:

Seit 1969 gibt es die Capri Sonne. Der süße, wässrige Orangensaft gehörte nach der Wende zu den Westprodukten, die durch die Werbung zum Kult, zum Must-Have wurde.
Zwar fand ich schon immer, dass es blöd und umständlich ist, den Strohhalm in den wabbligen Beutel zu pieksen, aber irgendwie schmeckt das Zeug – auch wenn es mehr Zucker und Wasser als Frucht ist.
Capri Sonne gibt es in mehr als 100 Ländern. Allerdings heißt Capri Sonne nur in Deutschland Capri Sonne. Bis jetzt.

Capri Sonne klingt vermutlich zu piefig. Aber vermutlich ist es schlicht produktionstechnisch zu aufwendig nur für Deutschland eine eigene Marke zu produzieren. Deshalb wird nun auch hierzulande der Name Capri Sun eingeführt.
Das ist befremdlich. Nicht nur, weil das Produkt ja in Deutschland erstmals auf den Markt kam – aber eine eingeführte Marke zu verenglischen, kommt irgendwie nicht gut.

Mehr dazu im RTest #35 auf Youtube.