Tagesarchiv für 25. April 2017

RTZapper

Little big Stars mit Thomas Gottschalk

Dienstag, den 25. April 2017
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SO 23.04.2017 | 20.15 Uhr | Sat.1

In den 90ern gab es den “Kinderquatsch mit Michael”. Immer am Sonnabendnachmittag unterhielt sich Michael Schanze 30 Minuten lang mit Kindern, die dann mit ihm gemeinsam was sangen.
So ähnlich funktioniert die neue Show “Little big Stars mit Thomas Gottschalk” mit Thomas Gottschalk auf Sat.1. Allerdings nicht am Sonnabendnachmittag und 30 Minuten lang, sondern am Sonntagabend 135 Minuten lang (mit Werbung). Das ist einer von zwei eklatanten Schwachpunkten der Sendung.

Die Idee ist eigentlich ganz niedlich. Zu Thomas Gottschalk kommen Kinder, sie plaudern mit ihm, dann zeigen sie ihm, was für ein Talent sie haben. Gottschalk macht das gut, er kann mit Kindern. Er flachst mit ihnen, er tut naiv, er entlockt ihnen neckische Dinge. Es hätte eine wirklich schöne Show sein können.
Wenn nicht…

…der Schnitt wäre. Manchmal frage ich mich, ob Fernsehmacher das Gespür dafür verloren haben, wie Sendungen wirken. Wenn mitten in Dialoge Lacher reingeschnitten werden, dann fällt das, verdammt noch noch auf! Als Zuschauer ist man ja nicht vollkommen verblödet und merkt, wenn da Schnitte sind, die da nicht hingehören. Ständig musste was belacht werden, die Produzenten kommen offenbar mit vorübergehender Stille nicht mehr klar. Dem Zuschauer muss gefälligst mitgeteilt werden: Hahaha, das ist lustig!

…die Sendungslänge gewesen wäre. 135 Minuten sind viel, viel, viel zu lang für so eine Show. denn letztlich hat sie keinen Spannungsbogen. Die Kinder werden (zum Glück) nicht bewertet. Genau deshalb wäre “Little big Stars” aber ein schönes, einstündiges Format im Vorabendprogramm um 19 Uhr. Auch wenn die Kinder mitunter tolle Sachen machen – so lange das Interesse zu halten, fällt schwer.
Schanzes Kinderquatsch war ja nicht umsonst auch nur 30 Minuten lang.

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RTelenovela

Da weht ein Hauch von Diskriminierung

Dienstag, den 25. April 2017
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Als am Montagvormittag die Autorin Usch Luhn in der Bibliothek in Bötzow ihr Buch „Die Pfotenbande“ vorstellte, da saßen nur Mädchen vor ihr. Ein Zufall? Nein, flüsterte die Bibliothekarin Claudia Adler. Das sei vorher so entschieden worden. Denn in dem Buch gehe es um Tiere – in diesem Fall um Hunde. Das sei eher ein Mädchenthema.

Die naheliegende Frage: Was machen denn die Jungs in dieser Zeit? Schlichte Antwort: Sie haben Mathe.
Kann man so machen. Man kann sich aber auch darüber wundern.

In Vehlefanz durften zwei Stunden vorher bei der gleichen Lesung die Jungs mit dabei sein. Völlig zu recht: Denn warum sollten sich Jungs in der 4. Klasse nicht für Geschichten interessieren, in denen Hunde und Freundschaft eine Rolle spielen?
Und warum werden sie für das Jungs-Sein damit bestraft, stattdessen Mathematik zu pauken, während die Mädels einen netten Vormittag haben? Wenigstens eine „Gegenlesung“ hätte es dann geben können. So wehte durch Bötzow ein ganz leichter Hauch von Diskriminierung.

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