Tagesarchiv für 9. April 2017

KeineWochenShow

#14 – Die Sendung, die es nie hätte geben dürfen

Sonntag, den 9. April 2017
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Ausgabe 14 von “KeineWochenShow” ist eine Besondere. Denn genau genommen ist es die 15. Ausgabe, die wir aufgezeichnet haben. Es ist “Die Sendung, die es nie hätte geben dürfen”.
Und das kam so:
Es war eine sehr schöne Ausgabe 14, die wir da über die Bühne gebracht haben. Gerade wollte ich das Schlussbild in die Kamera halten, als ich feststelle: Die Kamera hat gar nichts aufgenommen.

Ich war etwas säuerlich, um es mal milder auszudrücken. 30 Minuten umsonst gelabert.
Was also tun? Die einzige Antwort konnte lauten: noch mal aufzeichnen.
Nun gibt es aber ein Problem: Wir machen alles spontan, wir erzählen uns vorher nicht, was wir uns erzählen wollen. Wir sagen uns keine Themen, sprechen nichts ab. Diesmal mit einer Ausnahme: Dass wir “Stadt Land Fluss” spielen werden, stand diesmal schon vorher fest. Der Rest nicht.

Wir standen nun vor der Aufgabe, so zu tun, als würden wir uns wieder spontan die Bälle zuwerfen. Das führt in Ausgabe 14.2 dazu, dass wir ständig davon sprechen, dass wir doch spontan mal über Thema XY sprechen könnten. Dass wir uns spontan mal ein Schallplatten-Album anschauen.
Auch wusste ich ja diesmal schon, wie MetalMewes das Bush-Album fand, was ich natürlich zu spontanen Anmerkungen nutzte. Und: Wir mussten ein Ersatzbier auftreiben, denn das andere hatten wir ja in Ausgabe 14.1 schon getrunken.

Auf Youtube könnt ihr euch ansehen, was wir aus dieser Situation gemacht haben. es könnte sein, dass nur wir selbst das lustig finden.

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RTelenovela

Brandenburger Tor: Wo bleibt das Licht?

Sonntag, den 9. April 2017
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Bombenanschlag auf die U-Bahn in St.Petersburg. Anschlag in Stockholm. Schlimme Sachen und Trauer um die Opfer. Nur in Berlin hat man gerade andere Dinge zu tun: Man diskutiert darüber, ob man nach jedem Terroranschlag das Brandenburger Tor mit der entsprechenden Länderflagge anstrahlen soll.

Es hat vor einigen Jahren als schöne und rührende Geste begonnen. Als zum Beispiel die Terroranschläge in Paris geschahen, da wurde das Berliner Wahrzeichen mit der französischen Flagge angestrahlt. Oder mit der belgischen nach den Ereignissen in Brüssel.
Doch das ganze ist zu einem angestrengten Ritual verkommen.
Genauso wie viele Leute lange Zeit dachten, man muss nach jedem Anschlag das Facebook-Profil ändern und mit einer entsprechenden Länderflagge versehen, meinen sie, man müsse dann auch das Tor anstrahlen. Und finden es empörend, wenn es nicht getan wird. Als ob es keine anderen Sorgen gäbe.
Nein, muss man nicht machen. Man kann auch ohne das alles trauern oder gedenken oder mitfühlen.

Wir leben leider in einer sehr unruhigen Zeit. Jeden Tag passieren irgendwo schlimme Dinge. Als der Giftgas-Anschlag in Syrien passierte, hat seltsamerweise kaum jemand danach gerufen, man möge doch bitte das Brandenburger Tor anstrahlen. Ist wohl zu weit weg. Oder zu unwichtig? Oder eben Syrien? Dafür war das Geschrei aber groß, als die russische Flagge nicht angestrahlt worden ist. Und natürlich wurde gleich eine Verschwörung gesehen und natürlich gegen angeblich unfähige Politiker in Berlin gehetzt, die ach so unmenschlich seien. Weil sie ein Licht nicht anknipsen.

Es heißt, es gebe neue Regeln für das Brandenburger Tor. Die Flaggensache wird nur noch gemacht, wenn eine Berliner Partnerstadt betroffen ist. Die Regelung ist immerhin eine Regelung, aber auch schwierig umzusetzen – weil bislang auch nicht immer Partnerstädte betroffen waren und trotzdem beleuchtet worden ist.

Auch wenn es hart klingt: Nicht nach jeder Terrortat muss das Tor angestrahlt werden. Wenn es danach ginge, müsste es jeden Tag in verschiedenen Flaggenfarben leuchten. Es müsste blinken, und es käme aus dem Blinken gar nicht mehr raus.
Ja, man sollte bei gewissen Ereignissen dieses Zeichen der Trauer nutzen. Aber man sollte sich überlegen, bei welchen Anlässen man das tut. Was 2015 in Paris geschah, war außergewöhnlich grauenvoll, es waren besonders schockierende Ereignisse. Da war es richtig.

Auch die Geschehnisse in London und St. Petersburg waren schlimm, aber es waren – ja, das klingt ignorant – nicht die ganz großen erschütternden Katastrophen.
Dass nach dem Anschlag in Berlin einige Leute nur darauf warteten, dass das Brandenburger Tor in den schwarz-rot-goldenen Farben angestrahlt wird, empfand ich beispielsweise eher als albern. Selbst als fast Betroffener, der sehr dicht an den Geschehnissen dran war. Um sich selbst öffentlich trauern wirkte irgendwie seltsam.

Wir sollten das Farbenspiel am Brandenburger Tor nicht zu einem Ritual machen, zu einem Programmpunkt, der abzuhaken ist, den wir zwingend erwarten, wenn irgendwo was passiert. Wir wollten uns dieses Zeichen des Mitgefühls aufheben für die ganz besonderen Momente.

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RTZapper

Nuhr im Ersten

Sonntag, den 9. April 2017
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DO 06.04.2017 | 22.45 Uhr | Das Erste

Was ist eigentlich, wenn “Nuhr im Ersten” im Dritten läuft? Oder bei 3sat? Dann haut der ganze schöne Sendungstitel, der ja auch irgendwie “Nur im Ersten” heißen soll, gar nicht mehr hin?!
Aber das nur nebenbei.
Am Donnerstagabend lief mal wieder eine neue Folge der Satire- und Comedysendung. Wobei ich irgendwie das Gefühl habe, dass aus Versehen eine Wiederholung lief. Oder kann es sein, dass Dieter Nuhr immer wieder die fast selben Leute zu Gast hat?
Wieder war Ingo Appelt zu Gast, und auch Torsten Sträter war beim letzten Mal mit dabei.

Torsten Sträter scheint dabei übrigens ein ganz neuer Typ von Comedian zu sein. Er kommt, setzt sich auf die Bühne und liest seinen Text vom Tablet ab. Ist das eine Nein-ich-muss-meine-Texte-nicht-lernen-Masche? Das ganze wirkt ein bisschen wie die früher vom Blatt abgelesene Tagesschau. Oder wähnt sich Sträter beim Poetry Slam, wo die Texte ja auch immer abgelesen werden. Wirkt jedenfalls immer ein wenig egal, und das ist schade.

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