Tagesarchiv für 7. April 2017

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Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei: FKK-Alarm für Semir

Freitag, den 7. April 2017
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DO 06.04.2017 | 20.15 Uhr | RTL

Ich habe irgendwo gelesen, dass “Alarm für Cobra 11” Kult sein soll. Immerhin ist am Donnerstagabend bei RTL die 30. (!) Staffel mit allerdings nur sieben neuen Folgen angelaufen. Sie spielte auf Rügen – was auch in der Ostsee-Zeitung ein Thema war. Also ein Grund, mal einzuschalten. Um festzustellen, was für ein dämlicher Müll da doch ist.

Die Folge “FKK-Alarm für Semir” war eine Abfolge peinlicher Klischees. Da gibt es Semir, einen deutsch-türkischen Polizisten. Er ist völlig überdreht, ein Macho, und er spricht wie in einem Slapstickfilm. Er ist mit seiner sympathischen Frau (Was die wohl an dem findet?) unterwegs nach Rügen. Das erste Mal im Osten (Na, Bravo!) und sich drüber lustig machend, dass Ossis nach fast 30 Jahren Wende und Freiheit im Osten Urlaub machen würden (Wer schreibt so was in ein Drehbuch? Oder anders: Wer redet heute noch so einen Schwachsinn?). Um es noch schlimmer zu machen, landeten sie auf einem FKK-Zeltplatz in Thiessow. Findet Semir natürlich voll doof (Ja, die Drehbuchautoren mussten das FKK-Ossi-Klischee bedienen).
Dieser Semir ist hochgradig anstrengend und unsympathisch – keineswegs eine Serienfigur, die man irgendwie gut finden könnte. Noch dazu mies gespielt.

Bevor Semir mit seinem riesigen Wohnmobil aber auf Rügen ankam, gab es gleich – weil: Es ist ja die Autobahnpolizei – eine Verfolgungsjagd. Sie endete auf dem alten Rügendamm. Da es für den Schnitt und das Bild aber besser war, raste Semir nicht Richtung Insel, sondern von der Insel runter. Merkt ja eh keiner. Und sieht – wie gesagt – besser aus.
Später gab es noch eine Verfolgungsjagd mit dem Trabi, und per Rampe flog die Rennpappe – au weia! – über den Rasenden Roland hinweg – und kam natürlich fahrtüchtig wieder auf der Straße an.
Ja, natüüürlich.
Dem Rasenden Roland hat man bei RTL übrigens ein anderes Pfeifgeräusch gegeben, er klang im Film nun wie eine der Züge, die in der amerikanischen Prärie unterwegs waren. Was natürlich besonders bekloppt ist, da der historische Rügen-Zug ja im wahren Leben sehr prägnante Geräusche macht, die jeder Rügen-Tourist kennt.

Aber wurscht. Die ganze Story um irgendwelche bösen Leute, die irgendwas an irgendeiner Gasleitung gemacht haben, war eh für die Tonne.
Sicherlich, “Alarm für Cobra 11” soll nichts anderes als Unterhaltung sein. Aber wenn es doch wenigstens gute Unterhaltung wäre. So ist es nur eine Anreihung von Plattitüden, Klischees und Beklopptheiten.

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RTelenovela

Rügen 2017 (3): Außerplanmäßig zu viel gewandert

Freitag, den 7. April 2017
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(2) -> 6.4.2017

Ich bin etwa 10 bis 12 Kilometer gewandert. Aber eigentlich war das so nicht geplant. Vielmehr handelt es sich um eine Geschichte voller erschütternder Missverständnisse.

Der Plan war: Ich laufe vom Kurplatz in Binz nach Prora. Um zu sehen, wie denn in Prora die Strandpromenade weitergebaut worden ist. Und um zu sehen, was sich am ehemaligen KdF-Bad alles schon getan hat. Dann wollte ich eigentlich mit der Bäderbahn zurückfahren, und ich hatte extra in Binz auf einen Fahrplan geschaut, um zu sehen, wann das Ding von Prora nach Binz fährt.
Der Plan ging schief.

Zunächst war ich noch gut drauf. Ich lief in Binz die Strandpromenade entlang – bei merkwürdig nebligem Wetter. Keine Wolke am Himmel – aber Nebel.
Bislang endete die Promenade am Ortsende, nun wurde sie für viel Geld weitergebaut – und so sieht der Weg in Prora auch aus. Edles Pflaster, sehr viel besser als das kleinteilige Pflaster in Binz. Der Weg endet dort, wo der “Koloss von Prora” beginnt. Dazu ist ja hier schon alles erzählt worden.
Nachdem ich dort alles gesehen habe, lief ich zum Parkplatz, auf dem die Bäderbahn losfahren sollte.

Doch der Blick auf den Fahrplan war ernüchternd. Demnach war die letzte Bahn des Tages vor einer guten Viertelstunde weg. Anders als ich das vorher in Binz gelesen hatte.
Und nun?
Ich hatte auf dem Weg zu den Prora-Blöcken schon einen Blick auf den Busfahrplan geworfen, aus reinem Interesse. Aber so wusste ich, dass bald ein Bus von Prora nach Binz fahren würde. Eigentlich innerhalb kurzer Zeit sogar zwei.
Also lief ich zur Bushaltestelle in Höhe der großen Kreuzung in Prora, an der man in Richtung Sassnitz oder Bergen abbiegt.

Da der Schock: Auf einem Zettel an der Haltestelle stand, dass es dort keinen Busverkehr gebe. Wegen der Baustelle am Kreisel hinter Binz. Tatsächlich sah ich vorhin aus der Ferne einen Bus vorher abbiegen, ohne die Haltestelle zu bedienen.
Also laufen? Die ganzen 6 Kilometer zurück?
Ich lief los, die Straße in Prora entlang.
Als plötzlich die Bäderbahn an mir vorbei fuhr. In Richtung Binz.
Ich konnte es kaum glauben, denn der Fahrplan, den ich gelesen hatte, sagte was anderes.
Wütend lief ich weiter, die Stimmung sank bedrohlich.
Als plötzlich der Bus nach Binz an mir vorbei fuhr. Er fuhr also doch, und auch dieser Aushang war falsch.
Während ich weiterlief, schrie ich ein bisschen rum.
An der nächsten Haltestelle stellte ich fest, dass der nächste Bus in gut zwei Stunden fährt. Immerhin stand da nicht, dass keiner fährt.

Gerade als ich darüber nachdachte, dass ich ja eventuell vom Bahnhof Prora-Ost nach Binz mit dem Zug fahren könnte, rollte auch schon der Zug an mir vorbei.
Ich ging dennoch auf den Bahnsteig, um festzustellen, dass der nächste Zug in 55 Minuten fährt.
Warten? Oder den Gegenzug nehmen und an der übernächsten Haltestelle aussteigen, um dann wieder nach Binz zu fahren?

Irgendwie war mir das auch zu blöd, und irgendwie hatte, ich hatte mich dem Schicksal gedanklich ja schon gefügt: laufen. Den ganzen Weg zurück.
Ich hatte nicht die besten Schuhe dafür an, man hangelt sich von Abschnitt zu Abschnitt, von Kurve zu Kurve. Da, das Ortsschild, die nächste Kreuzung, das erste Hotel. Ich kenne die Strecke in- und auswendig – aber eben nicht zu Fuß.
Insgesamt brauchte ich gut 80 Minuten zurück.
Auf der Hintour war das alles noch schön und machte Spaß, auf der Rücktour war es stupide, öde, eine Tortur. Und sorgte für zwei Blasen an den Füßen – und für schwere Beine bis zum nächsten Tag.

Meine Wanderlust ist für 2017 jedenfalls mutmaßlich gestillt. Und das, weil die Fahrpläne nicht vernünftig ausgeschrieben werden. Ansonsten wäre ich gemütlich mit der Bimmelbahn oder mit dem Bus gefahren…

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