Tagesarchiv für 6. April 2017

RT im Kino

Die Schöne und das Biest

Donnerstag, den 6. April 2017

Den Filmleuten gehen die Ideen aus. Zumindest fürs Kino. Während in den Streamingdiensten eine Serie nach der anderen mit vielen neuen Storys starten, sieht es in der Filmbranche momentan sehr mau aus. Fortsetzungen, Comicverfilmungen und nun immer öfter auch Filme einfach noch mal produzieren.
Disney hat 1991 “Die Schöne und das Biest” ins Kino gebracht. Nun, 2017, machen sie das einfach noch mal – als Realfilm. Allerdings: Was ist in diesem Film schon real?

Die Story ist dementsprechend bekannt. In längst vergangener Zeit lebt Belle (Emma Watson) mit ihrem Vater Maurice (Kevin Kline) in einem kleinen Dorf. Als er sich verirrt, landet er in einem geheimnisvollen Schloss – und in die Fänge eines Ungeheuers (Dan Stevens). Doch Belle kann ihn aufspüren – und kann erreichen, dass ihr Vater frei kommt. Dafür muss sie im Schloss bleiben.
Das aber ist verwunschen. Tassen, Kerzenhalter, Schränke, Uhren – alle können sich bewegen und sprechen. Ein Fluch liegt aus dem Schloss, und Belle hat es offenbar in der Hand, den Fluch zu beenden. Wenn das Ungeheuer – das Biest – ihr Herz erobern kann.

Schon an der Story lässt sich ablesen, dass auch in diesem Realfilm eher wenig real ist. Ohne Tricktechnik geht auch in der 2017er-Disney-Verfilmung gar nichts. Und natürlich nicht ohne 3D, mit dem man extra Kasse machen kann.
Abgesehen davon, dass das 3D nicht mehr als okay ist – Filmemacher könnten endlich mal drauf kommen, dass bei 3D Unschärfen im Vorder- oder Hintergrund eher blöd sind -, gerade am Anfang wirkt der Film eben nur wie ein Film. Schauspieler in Kostümen erzählen in Märchenkulissen eine Story. Die Kostümierung ist opulent, man nimmt ihr aber das Alte, Historische niemals ab. Viele Kostüme sind einfach zu sauber – und gerade Belle ist immer hübsch und geschminkt. Unpassend.
Ansonsten bietet der Film gerade für Kenner keine Überraschungen. Die Story ist deshalb auch nur mäßig spannend, für Kinder aber sicherlich aufregend. Mit 130 Minuten hat er ein paar Längen.
Ärgerlich ist, dass Disney wieder mal das Märchen vom bösen Wolf befeuert, so was ist heutzutage einfach unnötig, befremdlich und nicht hilfreich.
Im Großen und Ganzen ist “Die Schöne und das Biest” dennoch gute Unterhaltung, der Film hat schöne (wenn auch bekannte) Songs zu bieten. Gebraucht hat’s das alles dennoch nicht.

Die Schöne und das Biest
USA 2016, Regie: Bill Condon
Disney, 130 Minuten, ab 6
5/10

Hits: 73

ORA aktuell

Rettungswagen in Oranienburg verunglückt

Donnerstag, den 6. April 2017
Tags:

Ein Rettungswagen mit Blaulicht ist Mittwochmittag in Oranienburg in einen Unfall verwickelt worden. Der Fahrer eines Audi hat ihn an der Kreuzung André-Pican-Straße/Lehnitzstraße scheinbar nicht bemerkt, berichtet die Polizei. Es kam beim Abbiegen zum Crash. Drei Menschen wurden leicht verletzt, der Rettungswagenfahrer sowie zwei Insassen im Audi. Schaden: etwa 15.000 Euro.

Hits: 68

RTelenovela

Rügen 2017 (2): Prora im Wandel

Donnerstag, den 6. April 2017
Tags: ,

(1) -> 5.4.2017

Prora. Es ist ein großes Für und Wider.
Viele Jahre lag das kilometerlange ehemalige KdF-Bad im Dornröschenschlaf. Der Koloss von Rügen, direkt am Ostseestrand blieb ungenutzt. Nur in einem Block befindet sich ein sehr interessantes Museum, das die Geschichte dieses Ortes – auch der NVA-Zeit in der DDR – widerspiegelt. Später zog nebenan eine Jugendherberge ein, aber der Rest gammelte weiter vor sich hin – war geheimnisvoller Ort zum Vorbeispazieren.

Aber ist es sinnvoll, Kilometer ein Gebäude vor sich hinrotten zu lassen? Sicherlich, es ist ein Ort der Geschichte, aber er verfiel mehr und mehr. So erfüllte er keinen Sinn. So stand er einfach nur da.

Jetzt passiert da einiges. Die Gebäude werden entkernt, saniert von innen und außen. Ein Luxushotel, Luxuswohnungen – Prora wird belebt. Aber eben auch Geschichte verschwindet, denn vom Denkmal wird nicht viel übrig bleiben.
In Prora wird ein neues Ostseebad aus dem Boden gestampft, ein völlig neuer Ort entsteht. Wenn alle Zimmer und Wohnungen belegt sind, befinden sich viele Tausende Menschen im Ort. Noch mehr Touristen, noch mehr Verkehr.
Gut für die Wirtschaft, gut für die Tourismusbranche. Aber auch gut für die Insel, für die Natur?

Darüber streiten sich die Leute. Wobei die Frage, was aus Prora werden soll, nun entschieden ist.
Wer an den Blöcken vorbeiläuft, staunt. Es herrscht reges Treiben. Das Luxushotel scheint fast fertig zu sein, die Verkehrsanbindung ist auch schon da, ebenso die Parkhäuser. Viele Blöcke sind eingerüstet. Überall wird gearbeitet, entfernt, entfernt, Müll rausgeschmissen, gebohrt. Baufahrzeuge, Kräne, Bagger – Prora ist eine Großbaustelle.

Wichtig ist, dass auch das Alte erhalten bleibt – wenigstens punktuell. Das NVA-Museum und das Dokumentationszentrum müssen zwingend erhalten bleiben – dort muss weiterhin zu sehen sein, wie die KdF-Blöcke innen und außen ausgesehen haben. Ganz darf dieses Denkmal keinesfalls verschwinden.

Hits: 89