Monatsarchiv für April 2017

RTZapper

Boxen – WM im Schwergewicht: Anthony Joshua – Wladimir Klitschko

Sonntag, den 30. April 2017
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SA 29.04.2017 | 22.00 Uhr | RTL

Die Zeit der ganz großen Boxkämpfe war in den 90ern, als der “Schendelmen-Boxer” Henry Maske für Mega-Einschaltquoten sorgte. Die Klitschko-Brüder sind vermutlich die (vorerst?) letzten, die für ein größeres Publikumsinteresse sorgen. Am Sonnabend vielleicht das letzte Mal?

RTL übertrug live aus dem Londoner Wembley-Stadion den Schwergewichts-WM-Kampf zwischen Anthony Joshua und Wladimir Klitschko. Was für ein Spektakel mit zehntausenden Menschen rund um den Boxring.
Das Vorgeplänkel wollte und wollte nicht enden, und fast musste man befürchten, dass der Kampf selber sehr viel kürzer als der ganze Rest dauere. Aber am Sonnabend zeigte sich, wie spannend das Boxen sein kann. Und ein Wechselbad der Gefühle.

Begann das Ganze zunächst recht ausgeglichen, ging Klitschko in Runde 6 plötzlich zu Boden – und rappelte sich wieder auf. Eine Runde danach fiel Joshua – und rappelte sich wieder auf. Irgendwie taumelten beide vor sich hin. Erst in Runde 11 brach der Kampfrichter den Fight ab – technischer k.o. für Klitschko. Das hat sich der Boxer sicherlich anders vorgestellt, aber mit über 40 kann man gegen einen Jungspund auch schon mal verlieren.
Aber wenn Klischko nun aufhören sollte – ein bisschen wäre es das Ende einer langen Boxsport-Ära für das Fernsehen – denn das Interesse der Zuschauer hält sich ja ansonsten eher in Grenzen. Auf den nächsten ganz großer, populären Boxer müssen wir wohl noch warten.

KeineWochenShow

#17 – Gast: Niko Schicketanz

Sonntag, den 30. April 2017
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Ausgabe 17 von “KeineWochenShow” ist eine Premiere. Erstmals haben wir einen Gast. Niko Schicketanz habe ich im Februar 2016 schon mal für die MAZ interviewt. Im August 2016 war ich auf seine Initiative hin Gast bei Astro TV, in einer der wenigen Nicht-Astro-Beratungssendungen, wo er zu dem Zeitpunkt für die Produktion arbeitete.
Schon vor einigen Wochen hatten wir gechattet, und er erzählte mir, dass er unsere Show ganz gut findet – und ob er nicht mal vorbeikommen könne. Da gab es natürlich keinen Grund, “nein” zu sagen.

Mit Niko unterhalten wir uns über das Fernsehen, darüber, wie sich Promis auf dem Roten Teppich verhalten. Er erzählt etwas über seine Zeit bei Astro TV, über Julian F.M. Stöckel, mit dem er befreundet ist, über Musik und Serien-Streaming.
Ich denke, das ist eine halbe Stunde, die sich lohnt, anzusehen. Uns hat’s jedenfalls Spaß gemacht.

Folge 17 könnt ihr euch auf Youtube ansehen.

aRTikel

Alte Kremmener Turnhalle für den Schulsport gesperrt

Samstag, den 29. April 2017
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Zwar kein Schimmel, aber Bakterien in der Luft – Momentan ist unklar, welche Gesundheitsrisiken bestehen – Rektorin will Gewissheit und Entscheidungen

MAZ Oranienburg, 29.4.2017

Kremmen.
Der Schulsport in der alten Turnhalle an der Kremmener Goethe-Grundschule ist vorerst ausgesetzt. Das teilte Schulleiterin Annette Borchert gestern mit. Bis mindestens Ende nächster Woche entfällt der Sportunterricht in diesem Gebäude.
„Aufgrund der unklaren gesundheitlichen Risiken“, so steht es auf dem Zettel, der am Eingang zur Halle klebt. Annette Borchert zieht die Konsequenzen aus der aktuell ziemlich unklaren Situation.

Schon sehr lange ist die alte Turnhalle ein Sorgenkind. Immer wieder regnet es an einigen Stellen durch, die entsprechenden Stellen sind an den Hallenwänden zu sehen. Einige Wände sind feucht. Zeitweise – nicht gestern Vormittag – soll es modrig im Gebäude riechen.

Weil es die Befürchtung gab, dass auch der Schimmel angesetzt hat und für eine entsprechende Luftverschmutzung sorgt, ist durch die Verwaltung ein Gutachten in Auftrag gegeben worden. Das Ergebnis lag offenbar Mitte März vor, denn vom 16. März, da war Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse noch im Amt, ist der Aushang der Verwaltung an der Turnhalle. Das sorgt – mit etwas Verspätung – für Ärger.
In dem Schreiben heißt es, dass es keinen Schimmelbefall in der Turnhalle gebe. „Jedoch wurden in der mikrobiologischen Untersuchung zahlreiche Bakterien nachgewiesen“, heißt es da. Diese könnten durch die oft hohe Luftfeuchtigkeit entstehen. Unklar sei, welche Gesundheitsrelevanz daraus entstehe, es gebe keine Grenzwerte.
Der Grad der Gesundheitsgefährdung hänge vom Schadensausmaß, von der Konzentration in der Raumluft, von der gesundheitlichen Vorbelastung und von der Aufenthaltsdauer ab. Im schlimmsten Fall könne es bei einigen Menschen zu Allergie-Symptomen kommen. Die Entscheidung die Halle zu nutzen, liege bei jedem selbst.

Schulleiterin Annette Borchert ist auch darüber irritiert, dass ihr zu diesem Zeitpunkt das Schreiben nicht übermittelt worden ist. Erst eine gute Woche später ist ihr der Zettel an der Halle aufgefallen. Sie forderte von der Verwaltung – die Stadt Kremmen ist der Schulträger –, dass dieses Schreiben den Eltern zugeschickt werde.
„Allerdings ist das alles so nicht zu händeln“, sagte sie gestern. „Deshalb habe ich die Halle nun für den Schulsport mindestens für die nächste Woche gesperrt. Ich sehe mich nicht in der Verantwortung, zu entscheiden, ob die Kinder in die Halle können oder nicht.“ Nach ihren Informationen gebe es drei Kinder, die vom Schulsport auf die Zettelinfo hin abgemeldet worden seien. „Aber es gibt ja auch die Schulpflicht im Sport“, so die Rektorin. Der Sport-Unterricht werde kommende Woche größtenteils draußen stattfinden. In einem Klassenraum oder in den Toiletten können sich die Kinder umziehen. Annette Borchert hofft auf Entscheidungen in der nächsten Woche: „Wir erwarten, dass sich die jetzige Kann-Situation ändert.“ Entweder könne die Halle genutzt werden oder nicht. Sie fordert ein klares Statement seitens der Verwaltung.

„Wir hätten die Halle sofort gesperrt, wäre dort Schimmel gewesen“, sagte Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) gestern. In der Hinsicht sei das Gutachten klar. Eigentlich sollte nur informiert werden, dass sensible Menschen Probleme kriegen könnten, so Busse. Doch dies hat sich nun als nicht ausreichend erwiesen – die Eltern und die Schulleitung wollen Klarheit.
Sebastian Busse geht davon aus, dass der Schulsport demnächst in die Stadtparkhalle umzieht – gemeinsam mit der Oberschule. Zeitlich sei das machbar, er habe das schon durchgerechnet, so Busse. Er wolle nächste Woche mit den Schulleiterinnen darüber sprechen.

Allerdings müssen auch langfristige Lösungen her, und die werden teuer. Die Dachabdeckung und die Fassade würden schon etwa 230.000 Euro kosten, die Komplettsanierung 450.000 Euro, ein Neubau könnte geschätzt 1,8 Millionen Euro kosten. „Das ist eine ganz klare Altlast, der in den vergangenen Jahren nie große Beachtung geschenkt worden ist“, so der Bürgermeister, der seit dem 21. März im Amt ist, gestern. Die Stadtverordneten müssten sich nun auch Gedanken machen, so Busse. Im nächsten Bauausschuss werde das ein Thema sein – der aber tagt nach jetzigem Stand aber erst wieder am 20. Juni.

RT liest

Georg Koeniger: Trauer ist eine lange Reise – Für dich auf den Jakobsweg

Samstag, den 29. April 2017
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Neues vom Jakobsweg. Viele Millionen Menschen sind auf ihm schon nach Santiago de Compostela gepilgert, und schon diverse Bücher sind über solchen Reisen erschienen. Jetzt kommt das Nächste: “Trauer ist eine lange Reise – Für dich auf den Jakobsweg”.

Der Kabarettist Georg Koeniger hat sich in Würzburg aufs Fahrrad geschwungen. Über Speyer, Joinville, Dijon, die Pyrenäen nach Santiago.
Die Reise hat einen Hintergrund. Im September 2012 erkrankte seine Frau an Lungenkrebs. Unheilbar, sie starb einige Monate später im Krankenhaus. Einen Wunsch aber hätte sie noch gehabt: Auf dem Rad den Jakobsweg abfahren. Mit der Urne im Gepäck erfüllt Koeniger ihr diesen letzten Wunsch.

Es ist weniger die Beschreibung des Pilgerweges, die dieses Buch so lesenswert machen. Und man könnte fast meinen, dass der Verlag das Wort “Jakobsweg” durchaus am interessantesten an der ganzen Sache fand.
Koeniger erzählt immer abwechseln von der Tour und vom Leidensweg seiner Frau. Wie sie gegen den Krebs kämpfte. Wie er sie unterstützte. Die schlimmen Wochen. Die schönen Momente. Einiges ist nahezu herzzerreißend.
Leider sind die Jakobsweg-Berichte dafür umso oberflächlicher. Da kann Koeniger einem Hape Kerkeling nicht mal ansatzweise das Wasser reichen. Zu schnell wird der Weg runtererzählt. Nur wenige Episoden werden hervorgehoben. Aber vielleicht ist das Wandern auf dem Weg schlicht ereignisreicher und intensiver als mit dem Rad.
So ist dieses Buch vielleicht nicht unter dem Pilger-Aspekt spannend – wohl aber unter dem der Trauerbewältigung.

Georg Koeniger: Trauer ist eine lange Reise – Für dich auf den Jakobsweg
Piper, 253 Seiten
6/10

RTZapper

Der Deutsche Filmpreis 2017

Samstag, den 29. April 2017
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FR 28.04.2017 | 22.55 Uhr | ZDF

Auch 2017 sah man sich beim ZDF nicht in der Lage, wenigstens auf einem der Spartenkanäle die Verleihung des Deutschen Filmpreises, die Lola, live zu übertragen. Die Aufzeichnung lief stattdessen am Freitagabend ab 22.55 Uhr im Spätprogramm.

Andererseits: Der deutsche Film hat weiterhin einen schweren Stand. Auf der Nominierungsliste standen viele Filme, die zwar gut, aber leider wenig Publikum gefunden haben. Und da gerät die Branche in einen Kreislauf: Wieso sollten die Leute scharenweise einschalten, wenn es den ganzen Abend um Filme geht, die kaum jemand kennt oder kaum jemand gesehen hat.
Immerhin: “Willkommen bei den Hartmanns” hat die Lola für den Film mit der höchsten Zuschauerzahl bekommen – das war’s dann aber auch schon. Erfolge beim Publikum bedeuten eher selten auch Erfolge bei Preisverleihungen. Da muss man sich dann aber auch nicht wundern, wenn sich herzlich wenig Leute für die Lola interessieren.

Schauspielerin und Moderatorin Jasmin Tabatabai wirkte am Anfang, als breche vor Rührung gleich die Stimme weg. Weil alles so toll sei, und weil sie hoffte, dass durch die Lola-Verleihung einige der Filme noch mal Aufmerksamkeit bekommen (oder: überhaupt mal).
Ein irgendwie faszinierender, aber leider über weite Strecken dröger Film wie “Wild” kam bei der Lola-Akademie erstaunlich gut an. “Toni Erdmann” erlebt so oder so einen Hype, die goldene Lola war da keine Überraschung.

Immerhin war die Gala keine Anreihung von Peinlichkeiten. Es war nicht die große Show, es kam kaum wirklich lustige, einfallsreiche Momente – aber eben auch keine Ausfälle nach unten oder eine Rundum-Peinlichkeit wie der Echo.
Aber dennoch: Dass der Regisseur oder Schnittmeister es immer wieder schaffte, gerade die Menschen im Publikum zu zeigen, die sich gerade langweilten oder die Augenbrauen hoch zogen, weil sie gerade was doof fanden – alle Achtung!

RTelenovela

GLOTZ NICHT SO!

Samstag, den 29. April 2017
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Langsam schlich ich mich in die Turnhalle. Gerade las ein Mädchen etwas aus einem Buch vor. Und weil das ein Vorlesewettbewerb war, wäre eine Störung durch mich natürlich sehr fatal gewesen.
Die Zweit- und Drittklässler der Grundschule in Beetz lasen um die Wette, und ich setzte mich auf einen der freien Stühle.

Aber nicht alle hörten zu. In der Bank-Sitzreihe fast neben mir, saß ein Mädchen, das sich zu mir umdrehte. Und mich anstarrte. Es musterte mich.
Keine Ahnung, wieso. War der Onkel Journalist mit seinem Block und dem Fotoapparat so spannend? Oder, ähm, fand sie mich hübsch (na ja)? Wollte sie mich ärgern? Hat sie einen Fetisch, andere Leute anzustarren?
Ich tat so, als würde ich es nicht merken. Innerlich schrie ich sie aber an: GLOTZ NICHT SO! STARR GEFÄLLIGST WOANDERS HIN! Interessierte sie aber nicht, vermutlich konnte sie zwar starren, aber keine Gedanken lesen.
Ich sah konsequent an ihr vorbei. Das muss sie dann doch irgendwann gelangweilt haben, langsam drehte sie sich wieder nach vorn. Und gleich wieder zurück, und wieder ganz langsam. Unheimlich!
Langsam wurde ich ein bisschen unruhig. Sollte ich zurückstarren? Sollte ich einfach mal weggehen? Oder… nein, nein, keine Gewalt gegen Kinder, auch keine verbale.
Sie ließ mich aber nicht aus den Ohren – und drehte sich dann wieder langsam, ganz langsam weg.
Es gibt wirklich unheimliche Kinder!

RTZapper

Jodha Akbar

Freitag, den 28. April 2017
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DO 27.04.2017 | 19.25 Uhr | Zee.One

So richtig konnte sich der Bollywood-Sender Zee.One in Deutschland noch nicht durchsetzen. Gerade mal 0,1 Prozent Marktanteil – mehr ist nicht drin. Wobei die Meinungen, ob es sich um Premiumprogramme oder schlicht um Ramsch handelt, weit auseinander gehen.

Am Donnerstagabend lief bei Zee.One der 77. Teil der indischen Serie “Jodha Akbar”. Sie spielt im 16. Jahrhundert, als Großmogul Jalaluddin Akbar über Nordindien herrscht. Zwischen Muslimen und Hindus ist die Stimmung angespannt. Der Großmogul heiratet Prinzessin Jodha, die Tochter eines Hindu-Führer – damit will er beide Kulturen und Religionen zu einem großen indischen Reich vereinen.
So weit, so… ähm… interessant. Ein bisschen was scheint es da jedenfalls zu erzählen geben, denn insgesamt hat die Serie 566 Folgen.

In der sehr… ähm… interessanten Folge 77 sitzen sich zwei reich geschmückte (in Deutschland würde man von sehr außergewöhnlichen Piercings sprechen, in Indien ist das vielleicht Schmuck, der Reichtum veranschaulichen soll) Frauen gegenüber und unterhalten sich. Es muss schwierig sein, das Indische zu synchronisieren. Oder es musste besonders preiswert sein, denn die deutschen Stimmen der Frauen klangen, als ob sie gelangweilt einen Text runterleiern. Lippensynchronität darf man da nicht erwarten, zumal das Deutsche offenbar immer zu viele Silben hat. Wenn die indischen Frauen längst schwiegen, quatschte die deutsche Stimme gern noch weiter – zur Not im Schnitt-Off.

Ob die grauenvollen Dialoge auch im Original so grauenvoll langen, bleibt unklar. Die Szene wirkte jedenfalls wie Schülertheater mit völlig überkandidelten Klamotten. Eine der Frauen beichtete ihrer “Frau Schwägerin”, dass sie in guter Hoffnung sei.
Weil das so aufregend war, hat man bei Zee.One diesen Dialogausschnitt gleich zweimal hintereinander geschnitten. Weil es so schön war. Aber “Frau Schwägerin” war glücklicherweise total begeistert. und irgendwie war alles gut. Zunächst jedenfalls, denn irgendwas muss ja die restlichen 491 Folgen auch noch passieren.