Monatsarchiv für März 2017

RT liest

Håkan Lindquist: Paul, mein großer Bruder

Donnerstag, den 30. März 2017

Jonas ist Einzelkind. Wobei, das stimmt nicht so ganz. Er hat einen Bruder, der allerdings gestorben ist, bevor Jonas auf die Welt kam. Paul war gerade mal 15, als er starb. Vom Zug überfahren.
Als Jonas ins Jugendalter wird, beginnt er, neugierig zu werden. Er will alles über seinen Bruder wissen, was er rausfinden kann. Er sucht nach Bildern, fragt seine Eltern aus und trifft sich mit Daniel, einem alten Freund von Jonas’ Mutter.
Nach und nach findet er tatsächlich einiges heraus: Vor seinem Tod hat sich Paul verliebt, und irgendwas muss geschehen sein, denn: Kann es sein, dass sich Paul absichtlich hat vom Zug überrollen lassen?

“Paul, mein großer Bruder” vom schwedischen Autor Håkan Lindquist ist eine durchaus anrührende Geschichte. Sie braucht allerdings ein bisschen, bis sich die Wucht entfaltet. Anfangs wird das ganze doch recht konstruiert. Auch, weil wir Pauls Geschichte nur aus dem “Off” mitbekommen. Zwischendurch gibt es aber plötzlich eine Passage, bei der der Autor plötzlich in die Paul-Zeit switcht.
Im letzten Drittel offenbart sich die komplette Story, und das liest sich dann doch spannend.
Bis dahin gelingen Lindquist einige interessante Nebelkerzen, wenn er den Leser (und Jonas) auf falsche Fährten und Gedankengänge führt.
Peinlich ist übrigens der falsche Klappentext zu diesem Buch, in dem es heißt, Jonas erfahre mit 16 von seinem Bruder. Dabei gibt es schon auf der allerersten Romanseite die Szene, in der Jonas als fast dreijähriger seine Eltern fragt, wer das auf dem Bild sei – und erfährt, dass es sich um seinen verstorbenen Bruder handele.

Håkan Lindquist: Paul, mein großer Bruder
Bruno Gmünder, 174 Seiten
7/10

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ORA aktuell

Reichsbürger aus Oranienburger Polizeischule entlassen

Donnerstag, den 30. März 2017

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist im Dezember 2016 ein Schüler der Brandenburger Polizeifachhochschule in Oranienburg entlassen worden. Er gehörte zu den so genannten Reichsbürgern. Das berichtet der Oranienburger Generalanzeiger. Demnach hätten andere Schüler den Fall aufgedeckt und der Leitung gemeldet.
Auf dem Auto-Nummernschild war die Reichsbürgerflagge zu sehen. Wie die “Bild” schreibt, gebe es zudem einen Briefverkehr mit der Strausberger Stradtverwaltung, in der der Mann auf seine Reichsbürgerschaft pochte.

Das Potsdamer Verwaltungsgericht entschied im Februar, dass die Entlassung rechtens ist. “Charakterlich ungeeignet” sei der ehemalige Polizeischüler.

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RTZapper

der moscheereport

Donnerstag, den 30. März 2017
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MO 27.03.2017 | 21.17 Uhr | tagesschau24

Viele reden immer nur über Moscheen in Deutschland. Aber kaum jemand geht mal rein und hört zu, was da so gesagt wird.
Seit einigen Wochen arbeitet der Journalist Constantin Schreiber für die ARD. Als Nachrichtenvorleser bei der “Tagesschau” machte er hinsichtlich seiner Aussprache zuletzt zwar keine besonders gute Figur – aber er erweist sich dennoch als großer Glücksgriff. Schreiber spricht und versteht arabisch – und das ist heutzutage für einen Journalisten ein Gewinn. Wenn Schreiber in eine Moschee geht, weiß er, was dort geredet wird.
Und so begab er sich in den vergangenen Monaten in einige Moscheen in Deutschland, vor allem, um die Freitagsgebete zu verfolgen. Was wird dort gesagt? Wie wird es gesagt? Was könnte dahinter stecken?

Umso merkwürdiger, dass die ARD nun den “Moscheereport” im Spartenprogramm tagesschau24 versteckt. Dort lief die erste Folge am Montagabend. Vermutlich lief sie vorher auch schon im Tagesprogramm, denn im Internet war die Folge schon seit dem Nachmittag verfügbar.

In Folge 1 war er in einer Moschee in Hamburg. Der erste Teil der Sendung bestand aus einem auf Deutsch untertitelten Predigtmitschnitt, gefolgt von einem Interview mit dem Imam, der kaum Deutsch spricht.
Er redet von der Integration der Flüchtlinge und vom gemeinsamen Leben in Deutschland.

Im Studiotalk ging es dann durchaus kritisch zur Sache. Schreiber berichtete, dass bei einem zweiten Besuch der Moschee gar nicht mehr so gemäßigt geprädigt worden sei. Dass er die Erfahrung gemacht habe, dass die Imame oft sehr laut reden, ja, fast schreien. Und dass es dem Team auch ein wenig Angst gemacht habe.
Seine Studioexpertin aus dem Moschee-Umfeld versuchte das immer wieder abzuwiegeln, aber Schreiber konterte immer wieder, und sie wirkte zwischendurch doch ein wenig zerknirscht.

Es ist gut, dass es eine solche Sendung gibt. es ist gut, dass ein Journalist uns näher bringt, was in den Moscheen geschieht. Es ist gut, dass er vieles sehr kritisch hinterfragt. Es ist nicht gut, dass diese Sendung so versteckt wird.

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ORA aktuell

Radfahrer (87) in Oranienburg von Auto erfasst

Mittwoch, den 29. März 2017
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Schwerer Unfall am Dienstagvormittag in der Bernauer Straße in Oranienburg. Ein 87-jähriger Radfahrer ist in Höhe von Möbel Paeske von einem Auto erfasst worden.
Wie die Polizei meldet, wollte der Radler über die Straße und achtete nicht auf den Verkehr. Rettungsfahrzeuge und ein Hubschrauber kamen zum Einsatz. Der Rentner kam schwer verletzt in die Klinik und verstarb wenige Stunden danach. Auch die schwangere Autofahrerin musste ins Krankenhaus.

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Küche & Co. – Die Reiseshow

Mittwoch, den 29. März 2017
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MO 27.03.2017 | 14.30 Uhr | sonnenklar.TV

Jeder muss mal klein anfangen. Aber dass Alexander “Honey” Keen mal eine große Show am Sonnabendabend moderieren wird – ja, das wissen wir doch alle. Da redet der Ex-Dschungelcamper und selbsternannter Quotenbringer doch schon lange drüber.
Bis es so weit ist, überbrückt Honey die Zeit bei sonnenklar.TV. Am Montagnachmittag hatte er bei dem Reiseshopping-Sender seinen, ähm, großen Auftritt.

In der Sendung “Küche & Co. – Die Reiseshow” stand er neben der Moderatorin am Herd herum. Um ein bisschen zu erzählen – und angeblich auch um zu kochen. Während die Moderatorin lang und breit über eine Kreuzfahrt faselt, öffnet Honey erst mal eine Flasche Wein. Wein entspannt, da kann man ein bisschen plaudern.
Zum Beispiel darüber, dass er Fleisch mag, auch Bio-Fleisch. Aber wenn es vom guten Metzger komme, dann sei das mit dem Bio auch… na ja, lassen wir das.

Wein trinkend steht Honey ewig im sonnenklar.TV-Studio rum und erzählt ein bisschen darüber, was er denn bald bei dem Sender machen wird. Überraschenderweise: reisen. Und darüber reden. Bald darf er nach Marrakesch fliegen.

Irgendwann wurde dann doch mal irgendwas gebrutzelt, und fast konnte man doch auf diesen Honey neidisch sein: Mit Fernreisen Geld verdienen und zwischendurch im Studio Wein schlürfen. so will ich auch mal mein Geld verdienen.

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RTZapper

Schlagercountdown – Das große Premierenfest

Dienstag, den 28. März 2017
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SA 25.03.2017 | 20.15 Uhr | Das Erste

Wie gefällt euch eigentlich unser diesjähriger Beitrag für den Eurovision Song Contest in Kiew? So lala? Das kommt hin!
Am Sonnabend gab es in Florian Silbereisens „Schlagercountdown – Das große Premierenfest“ das Aufeinandertreffen der ESC-Beiträge aus Deutschland und Österreich. Schon an den Publikumsreaktionen lässt sich erkennen: Beide Songs kommen nicht besonders gut an. Nie war die Stimmung am Sonnabend verhaltener als bei den Auftritten von Levina, die für Deutschland mit „Perfect Live“ antritt, und von Nathan Trent, der für Österreich „Running on Air“ singt.
Als Levina ihren Song sang, dämmerten die Menschen im Saal ein wenig dahin – und das, obwohl sie sonst den ganzen Abend mitklatschten, jubelten und seltsame Plastikdinger zum Geräuschemachen bekommen hatten. Beim Österreicher war die Stimmung dann komplett auf Kühlschranktemperatur abgestürzt.

Diese Prognose kann man schon mal wagen: Weder Deutschland noch Österreich werden im Mai den Song Contest gewinnen, und vermutlich werden beide Lieder weit abgeschlagen hinten liegen (falls Österreich ins Finale kommt). Beide Songs sind langweilig, haben keinen Pep, haben erst recht nichts Besonderes. Zumindest im deutschen Vorentscheid gab es echt bessere Lieder – aber die Deutschen haben nun mal gewählt. Ich freue mich jetzt schon auf das Geheule danach, weil uns angeblich keiner lieb hat.

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RTelenovela

Sonntag im Supermarkt

Dienstag, den 28. März 2017
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Sonntagnachmittag im Supermarkt: An den vier Kassen haben sich lange Schlangen gebildet. Es ist ziemlich voll, die leute drängeln sich durch die Gänge.
Am Sonntag? An einem nicht-verkaufsoffenen?

Für Supermärkte in großen Bahnhöfen gelten andere Öffnungszeiten. Sie dürfen auch jeden Sonntag öffnen. Auf meinem Weg zu Freunden in Berlin, machte ich also einen Zwischentopp zum Einkaufen.
Ich hatte zugesagt, Lachs mitzubringen, und eigentlich hatte ich vor, den am Sonnabend zu kaufen. Um es dann zu vergessen.
Da fiel mir der Umstand ein, dass man ja an Bahnhöfen auch sonntags einkaufen kann. Mir fiel gleich der Supermarkt am Bahnhof Zoo ein, aber das wäre ein großer Umweg gewesen. Also schaute ich im Internet nach – und stieß auf den Edeka im Bahnhof Lichtenberg. Der lag auch quasi auf dem Weg.

Natürlich geht es dort darum, für Touristen da zu sein – denn immerhin ist Lichtenberg ein Regionalbahnhof. Aber in erster Linie nutzen sicherlich die Lichtenberger selbst den Markt.
Mütter und Väter mit Kindern. Jugendliche. Ein älterer Herr. Alle Generationen. Einige kauften nur schnell was zu trinken, andere schienen ihren Wocheneinkauf erledigt zu haben.
Und alle trafen sich wieder in der Schlange vor der Kasse, wo es ein wenig länger dauerte.

Vermutlich ist es nicht sinnvoll, am Sonntag alle Läden zu öffnen. Aber wenn punktuell, hier und da, ein Supermarkt am Sonntag geöffnet ist, dann ist das eine gute Sache.

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