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Adieu, Funkmast! Zehlendorf hat ausgeblinkt

Das kleine Zehlendorf hat am Sonnabend vermutlich seine ersten Staus erlebt. Hunderte, vermutlich sogar tausende Menschen pilgerten am frühen Nachmittag an den Dorfrand, um ihn fallen zu sehen: den alten Funkmast.

360 Meter hoch war, er galt nach dem Berliner Fernsehturm als das zweithöchste Bauwerk Deutschlands. Bis 1991 wurde dort der Deutschlandsender, bzw. die Stimme der DDR ausgestrahlt. Danach bis 2014 strahlte er die Langwelle für das DeutschlandRadio Kultur aus, sie wurde zugunsten des Digitalradios abgeschaltet. Zu DDR-Zeiten schon strahlte er die DDR-Langwellensender nach Europa aus. Später kamen ein paar UKW-Sender hinzu.
Die UKW-Frequenzen waren sogar noch bis Freitagvormittag im Betrieb. Auf der 90,8 MHz sendete Antenne Brandenburg vom rbb – die Frequenz fällt weg. Auf der 91,8 MHz sendete Power-Radio, auf 95,4 und 107,9 MHz verschiedene Regionalversionen von BB Radio – sie sind nach Eberswalde umgezogen. Auf der 104,9 MHz sendete Radio B2 – die Frequenz zieht nach Gransee um.

Nur einen Tag nach der Abschaltung der Sender, ist der Funkmast in Zehlendorf gesprengt worden.
Auf den schmalen Sandpisten an den Feldern bildeten sich zuvor lange Autoschlangen, Felder verwandelten sich zu Parkplätzen, überall standen und liefen die Menschen und warten auf den Knall.
Der kam gegen 13.59 Uhr, zuvor sind zwei Signale ertönt.
Erst die Explosionen, dann fiel der Turm in sich zusammen. Nur wenige Sekunden dauerte das, dann war er weg.
Vereinzelter Applaus, aber im Großen und Ganz auch viel Wehmut war bei den Menschen dabei.

Früher standen in Zehlendorf mehrere Funkmasten, am Ende blieb nur einer übrig. Aber dieser Funkmast war ein Wahrzeichen Zehlendorfs, der ganzen Region. Denn man sah ihn nachts schon von weitem blinken. Er war ein Stück Heimat. Aber jetzt hat sich’s ausgeblinkt.

Die Sprengung auf Youtube.

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2 Kommentare zu “Adieu, Funkmast! Zehlendorf hat ausgeblinkt”

  1. Boa

    Schade dass er weg ist, war leider nicht dabei. Man konnte sich immer super daran orientieren und JA – es war ein Stück Heimat! Erinnere mich auch gern noch an den Frohnauer Funkturm. Jetzt blinken nur noch die Windräder in der Nacht.

  2. RT

    Stimmt, und das ist auch schon wieder 8 Jahre her, dass der gesprengt worden ist.
    http://www.rtiesler.de/index.php/2009/02/09/frohnau-das-ost-west-symbol-war-in-zehn-sekunden-geschichte/

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