Tagesarchiv für 16. März 2017

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Die Pierre M. Krause Show: Pierre M. Krause trifft Harald Schmidt und begleitet ihn ein Stück

Donnerstag, den 16. März 2017
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DI 14.03.2017 | 23.30 Uhr | SWR-Fernsehen

Was macht eigentlich Harald Schmidt?
Er lässt sich von Pierre M. Krause vom Bahnhof unter dem Frankfurter Flughafen zum Gate bringen. Und wir Zuschauer durften am Dienstagabend dabei sein. Der Titel der Sondersendung der “Pierre M. Krause Show” im SWR-Fernsehen war so simpel wie treffend: “Pierre M. Krause trifft Harald Schmidt und begleitet ihn ein Stück”.

Ganz einfache, aber irgendwie auch ganz spannende Unterhaltung am späten Abend. Denn die Sendung bestand tatsächlich nur daraus, dass die beiden sich auf dem Weg von A nach B unterhielten.
Sie wunderten sich über den Dreck am Flughafen. Sie fachsimpelten am Geldautomaten darüber, in welcher Stückelung man die Scheine ziehen kann. Sie verirrten sich auf dem Weg für First Class.

Überhaupt die First Class: Kennt man ja sonst nicht. Durch den SWR sind wir nun schlauer: Scheinbar hat dort jeder Gast seine persönliche Abfertigerin, die ihn persönlich begrüßt, alles erledigt, während der Gast in den Sesseln lümmeln kann – völlig ohne den Pöbel, der draußen überall anstehen muss.
Währenddessen plauderte Harald Schmidt über den “Traumschiff”-Dreh, zu dem er flog. Über seine Katzen, über den Drang, sonst nichts mehr tun zu müssen.

Beide machten sie ihre Witze über Reinhold Beckmann und seine Sendung “#Beckmann”. Man könne doch nun “#Krause” in Serie schicken, und so abwegig ist die Idee vielleicht nicht mal. Denn die 25-minütige Sendung plätscherte zwar gemütlich vor sich hin, aber es war kein langweiliges Plätschern.

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RTelenovela

Neu-Ludwigsaue

Donnerstag, den 16. März 2017
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Manche Orte sind so abgelegen und so winzig, dass man sich fragt, wer da so lebt. Und wie die da so leben.
In Neu-Ludwigsaue zum Beispiel.

Neu-Ludwigsaue gehört zu Ludwigsaue, was wiederum zu Beetz gehört, und Beetz ist ein Ortsteil von Kremmen im Landkreis Oberhavel.
Ludwigsaue liegt schon janz weit draußen, gute 7 Kilometer von “Hauptort” Beetz entfernt, irgendwo mitten im Wald.
Wer nach Neu-Ludwigsaue will, muss noch mal 3 Kilometer weiter fahren.
Aber auch von der Landesstraße aus führt ein unbefestigter Waldweg dorthin. Der Ort liegt genau zwischen Ludwigsaue und Rüthnick.

Wahrscheinlich nicht mal 10 Leute leben dort. Auf einem Hof stehen immerhin noch ein paar Rinder.
Ich besuche eine Familie, die mir erzählt, wie es sich dort lebt. Ruhig ist’s, man braucht die Natur zu spüren, und das sei sehr schön. Aber man muss für Einkäufe weit fahren. Der nächste Bäcker ist in Beetz, der nächste Einkaufsmarkt in Kremmen oder Alt-Ruppin – beides gut 15 Kilometer entfernt. In die Kreisstadt Oranienburg fährt man gut 35 Minuten.
Im Winter kommt es schon mal vor, dass man einschneit. Früher, als die Straße nach Ludwigsaue noch nicht asphaltiert war, sorgte schon mal der Regen für Schlamm und Durchfahrtstopps.

Früher, da war mehr los in Neu-Ludwigsaue. Bauern hatten ihre Felder, ihre Tiere. Nach dem Krieg lebten dort auch viele Flüchtlinge. Mit der DDR-Politik kamen die LPGs und damit das Aus für die kleinen Bauern. Das Leben in Neu-Ludwigsaue erstarb, und auch in Ludwigsaue gab es irgendwann keinen Konsum mehr, keine Kita. Das leben, gerade für Familien mit Kindern, wurde beschwerlicher.

Was passiert mal mit so einem Ort. Eine der Frauen aus Neu-Ludwigsaue meinte, dass vielleicht mal ein paar Städter kommen und ihren Landsitz daraus machen – für die Wochenenden und Ferien. Ihren Kindern oder Enkeln möchte sie das JWD-Leben nicht unbedingt zumuten.

Ich verlasse das Haus wieder. Lausche. Kraniche kreischen am Himmel. Der Wind weht ein bisschen. Die pure Natur.
Ich setze mich ins Auto und fahre los – zurück in die Stadt.

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