Tagesarchiv für 21. Februar 2017

RTZapper

Rosa Wölkchen 2017

Dienstag, den 21. Februar 2017
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MO 20.02.2017 | 23.45 Uhr | hr fernsehen

Ich bin ja unbedingt für jegliche Art der Gleichberechtigung. Und es ist schön, zu sehen, dass es die offenbar auch im Karneval gibt. Das hr fernsehen zeigte am späten Montagabend die “Rosa Wölkchen 2017”. Motto: “Gay is schee”.
Die Show zeigte ganz gut, dass Gleichberechtigung funktioniert. Wo die Heteros ziemlich lahme Faschingssausen im Fernsehen feiern, kann das die Gay-Community offenbar auch ganz gut.

Man könnte ja meinen, dass der schwul-lesbische Karneval irgendwie abgefahrener, schriller und vor allem lustiger ist. Aber in Mühlheim am Main gab es auch nur überwiegend müde Nummern. Frauen in schrecklichen Kleidern erzählen öde Witzchen. Männer in Frauenklamotten erzählen noch mehr öde Witzchen. Dazwischen ein Tusch und ein Ruf (hier: Gay is – schay), und gesungen und geschunkelt werden darf auch.

Zwei Unterschiede zum restlichen Fasching gab es aber doch: Bei den “Rosa Wölkchen” wird immer wieder betont, dass es ja inzwischen ganz normal sei, wenn eine Frau irgendwie stimmlich anders klingt (dabei ist das im Fasching schon immer normal, nur dass Heteros auch mal als Fummeltrine Spaß haben dürfen – angeblich ohne Hintergedanken).
Der andere Unterschied: Die schwul-lesbische Comminity darf beim hr erst in der Nacht auf Sendung gehen. Früher am Abend möchte man den hessischen Narren das offenbar nicht zumuten. Dabei sind die “Rosa Wölkchen” genauso mies (oder gut – wenn man live dabei ist, wird man sicherlich eher mitgerissen als vorm Fernseher) wie die Festsitzungen, die zur Primetime ausgestrahlt werden. Die Ausstrahlung um 23.45 Uhr wirkt da schon recht verschämt, und das völlig ohne Grund.

Denn wenn man anhand der Qualität der Gags entscheiden dürfte, zu welchen Sendzeiten der hr seine Faschingsshows zeigt, dann wäre eine Ausstrahlung gegen 1.45 Uhr meist angebrachter. Der Blick in einige gelangweilte Publikumsgesichter in der im Anschluss gezeigten “Nordhessischen Fastnacht” sprach jedenfalls Bände.

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ORA aktuell

Zeugen verhindern in Oranienburg Straftat

Dienstag, den 21. Februar 2017

Ein Fall von Zivilcourage: Eine 21-Jährige ist am frühen Sonnabendmorgen auf dem Fußweg vom S-Bahnhof Lehnitz nach Oranienburg von einem Mann verfolgt worden. Auf der Brücke über dem Oder-Havel-Kanal soll der Fremde versucht haben, die Frau zu vergewaltigen.
Drei Menschen kamen zufällig mit dem Auto vorbei. Sie hielten und schritten ein. Die setzten den Mann fest, bis die Polizei kam. Die nahm ihn fest und in Gewahrsam. Der Alkoholisierte ist 30 Jahre alt und kommt aus Polen. Am Sonntag ist er dem Haftrichter vorgeführt worden. Er war in Polen polizeibekannt und wurde dort mit Haftbefehl gesucht.

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RT liest

Fredrik T. Olsson: Das Netz

Dienstag, den 21. Februar 2017

Das öffentliche Leben steht still. Stundenlang. Stromausfall in Stockholm, und offenbar in großen Teilen von Schweden. In der Dunkelheit bricht das Chaos aus. Es dauert Stunden, bis die Lichter wieder angehen. Aber es kommt noch schlimmer: Überall auf der Welt werden Atomkraftwerke attackiert, und es droht eine Katastrophe.
Schwedens Regierung hat auch gleich einen Schuldigen ausgemacht: William Sandberg. Er aber ist sich keiner Schuld bewusst. Er war zum Zeitpunkt des Blackout auf einem großen Bahnhof – weil er dorthin bestellt worden ist. Von wem und worum es bei dem Treffen gehen sollte – es ist unklar.
William flieht. Er will den wahren Schuldigen finden. Aber bald muss er feststellen, dass er auf irgendeine Art eben doch mit den Ereignissen zu tun hat.

Der schwedische Autor Fredrik T. Olsson hat an sich eine spannende Idee gehabt. Auf sehr spannende Weise beschreibt er die Minuten des großen Blackouts. Die geheimnisumwobenen Momente und Ereignisse. Die Minuten der Szenen, die sich am Bahnhof abspielen. Auf den Straßen der Stadt. Und auch danach, als Sandberg festgenommen und verhört wird, verfolgt man als Leser das Geschehen noch gespannt. Zumal es sehr fesselnd aufgeschrieben ist.
Dann aber zerfranst sich das Ganze. Die Handlung wird unendlich in die Länge gezogen, zwischendurch verliert man auch ein wenig den Überblick, wer da mit wem und wo und warum unterwegs ist. Die Auflösung wirkt irgendwie, nun ja, unfreiwillig komisch und ist dann leider ziemlich enttäuschend.

Fredrik T. Olsson: Das Netz
Piper, 670 Seiten
5/10

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RTelenovela

Sie stört, dass es uns stört, dass sie stört

Dienstag, den 21. Februar 2017
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Wenn man zu schnell unterwegs ist, wird man unter Umständen geblitzt. Wenn man aber zu langsam fährt, auch dann kommt es vor, dass man von der Polizei angehalten wird.
Neulich auf der Landesstraße zwischen Staffelde und Kremmen. Zwei Autos vor mir meinte jemand, er brauche nicht so schnell zu fahren. Und so tuckelte die Dame durch die Landschaft. Mit nicht mal 60, wo 100 erlaubt sind.
Kurz hinter Charlottenau überholte mein Vordermann dann, und ich gleich mit.

Keine Ahnung, welches Problem die Fahrerin hatte: Sie gab Lichthupen, immer wieder. Als ob sie sich beschweren wollte, dass wir sie überholten. Als ob sie sich daran stört, dass es uns stört, dass sie so lahm war.
Oder sie ist einfach immer wieder mit der Hand auf die Lichthupe abgerutscht…

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