Tagesarchiv für 13. Februar 2017

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Lindenstraße: Klartext

Montag, den 13. Februar 2017
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SO 12.02.2017 | 18.50 Uhr | Das Erste

Von den riesigen Einschaltquoten der späten 80er ist die “Lindenstraße” sehr, sehr weit entfernt. Inzwischen liegt sie meistens sogar unter dem Schnitt der ARD-Werte. Und auch die großen Budgets scheint die wöchentliche Serie, einst das Glanzprodukt des Ersten, längst nicht mehr zu haben.
Allerdings machen es die Erfinder den Zuschauern auch nicht einfach.

In der Folge “Klartext” ging es vor allem um die seit einigen Wochen in der Lindenstraße lebenden Flüchtlinge. Außerdem um mutmaßliche Neonazis, die ein Start-up-Unternehmen für Propaganda nutzen.
Offenbar hat es die aktuelle politische und gesellschaftliche Situation jetzt auch – planungstechnisch verzögert – in die Serie geschafft.
In den Internetforen sind viele ehemalige Fans not amused. Warum denn die Politik in die Serie Einzug halte, und ob man nicht mal mehr in der “Lindenstraße” von Gutmenschen verschont werde.
Das sagen natürlich nur Leute, die eben keine echten Fans sind, denn die “Lindenstraße” hat eben solche Themen schon immer behandelt.

Aber es gibt ein anderes Problem. Insbesondere in der am Sonntag gelaufenen Folge “Klartext” fehlte ein dritter Handlungsstrang, der den normalen Lindenstraße-Alltag weiterspinnt. Denn das Leben abseits der Flüchtlings- und Populistenproblematik geht ja auch weiter. Das fehlte der Serie, und da ist es klar, dass die Leute ein wenig irritiert sind.
Hinzu kommt, dass sich die Serie schon viele, viele Wochen lang auf nur noch wenig Bewohner konzentriert. Andere fehlen monatelang: Klaus Beimer – verschollen. Carsten Flöter und Käthe – vermisst. Lisa und Murat – Sendepause. Das Akropolis – geschlossen? Jack und Timo und die Werkstatt – dicht gemacht?
Offenbar ist das Bugdet so stark geschrumpft, dass man sich die großen Ensembles nicht mehr leisten kann und bestimmte langjährige Figuren einfach lange verschwinden.

Die Serie ist auch im 32. Jahr immer noch spannend und sehenswert. Verändert hat sie sich aber definitiv.

Hits: 43

RT im Kino

Den Sternen so nah

Montag, den 13. Februar 2017

Mehr als ein halbes Jahr brauchen die Menschen von der Erde bis zum Mars. Dort befindet sich seit Anfang der 2000er eine Station, in der die Menschen Forschung betreiben. Zumindest im Film.
Doch es kommt zu einem Zwischenfall. Das heißt, es ist eher eine Besonderheit, denn eine Astronautin erweist sich als schwanger. Die NASA will das zunächst geheim halten, und so wird erstmals ein Mensch außerhalb der Erde, auf dem Mars, geboren. Tragisch: Bei der Geburt stirbt die Astronautin, und so wächst Gardner (Asa Butterfield) ohne Eltern auf der Station auf.
Es ist nicht direkt Heimweh, das ihn packt. Aber er ist einsam. Er will wissen, wer sein Vater ist. Und er will endlich Tulsa (Britt Roberson) treffen, mit der er regelmäßig chattet.
Das Problem: Auf der Erde ist Gardner nicht lebensfähig. Auf der Erde ist die Schwerkraft größer. Sein Knochenbau ist zu leicht, sein Herz zu groß. Dennoch wagt er es – eine Mission auf die Erde.
Er trifft Tulsa, und es ist Liebe. Aber dennoch beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.

“Den Sternen so nah” von Peter Chelsom ist eine etwas andere Liebesgeschichte. Denn salopp gesagt, ist Gardner der einzige menschliche Außerirdische, der einzige Mensch, der auf der Erde nicht leben kann – aber gern dort leben will.
Die Ausgangslage ist mindestens interessant. Wenn Gardner das Leben auf der Erde studiert, dann hat das komische Momente – auch, als er dann tatsächlich auf die Erde kommt. Leicht unbeholfen und mit der Schwerkraft kämpfend, stapft er durch Colorado. Der sehr schlaksige Asa Butterfield macht seine Sache sehr gut.
Die Liebesgeschichte ist schnulzig, aber doch total niedlich. Ein Film für einen schönen Familiennachmittag im Kino.

Den Sternen so nah
USA 2016, Regie: Peter Chelsom
Tobis, 121 Minuten, ab 6
7/10

Hits: 39