Tagesarchiv für 8. Februar 2017

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Letztes Geleit für Albrecht Seeburg

Mittwoch, den 8. Februar 2017
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Viele Marwitzer kamen gestern Mittag in der Kirche zur Trauerfeier für ihren langjährigen Bürgermeister, Ortsvorsteher und ein echtes Urgestein

MAZ Oberhavel, 8.2.2017

Marwitz.
Auf dem Sarg lagen weiße Rosen. Die Mitglieder der Feuerwehr standen Spalier, als die Menschen am gestern Mittag in die Marwitzer Kirche strömten. Sie trauerten um einen der ihren.
Albrecht Seeburg war am 27.Januar im Alter von 79 Jahren gestorben. Viele Leute kamen zur Trauerfeier, um Abschied zu nehmen – von einem Marwitzer Urgestein, von ihrem langjährigen Bürgermeister und Ortsvorsteher, von einem, der sich um sein Dorf kümmerte – sein Leben lang. Um kurz vor 13 Uhr läuteten die Glocken, minutenlang.

Mit dem „Ave Maria“ und „Befiehl du deine Wege“ begann die Trauerfeier. Pfarrer Markus Schütte würdigte Albrecht Seeburg als „Marwitzer mit Leib und Seele.“ Er sei heimatverbunden gewesen, unermüdlich, lebensfroh.

Der Pfarrer zählte auf, was Seeburg ausmachte. Zur Welt gekommen ist er am 27. März 1937 in der Breiten Straße 17 in Marwitz. Er gehörte zum Dorf – von Anfang bis Ende. Die Familie hatte eine Landwirtschaft, der Vater musste in den Krieg. An dessen Folgen starb er 1946, die Mutter musste sich allein kümmern, später übernahm Albrecht Seeburg den Hof. Er heiratete, das Paar bekam zwei Kinder.
Das Dorf und die Landwirtschaft – das seien Seeburgs größte Leidenschaften gewesen, so der Pfarrer. Einen Aufstieg in höhere Kreisgremien mit und durch die SED lehnte er ab, er habe sich nie verbiegen lassen – zu DDR-Zeiten nicht und später ebenso wenig. . Nach der Wende wurde er der erste frei gewählte Bürgermeister des Dorfes. „Vieles wäre nicht so gekommen, wenn er nicht gekämpft hätte“, so Pfarrer Schütte weiter. Dabei habe er auch hartnäckig sein können – und dickköpfig, „wo es ihm notwendig erschien.“

Im Anschluss an die Feier bildeten sämtliche Trauergäste ein Spalier von der Kirche, über den Hof zum Auto, in das der Sarg geschoben worden ist. Unter dem Läuten der Kirchenglocken trat Albrecht Seeburg dann seinen letzten Weg an – zum Friedhof. Begleitet von seinen Marwitzern und den vielen Freunden und Bekannten.

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